Hühnerauge

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. September 2017
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Hühneraugen lassen sich in harte und weiche Hornhäute unterscheiden. Harte Hühneraugen bilden sich meist auf der Oberfläche bzw. seitlich der Zehen. Die verhornten Hautstellen entstehen oft durch zu enge Schuhe. Diese sogenannten Hühneraugen schützen das empfindliche Fußgewebe damit vor weiterer Reizung. Weiche Hühneraugen sind feucht und gummiartig, sie bilden sich zwischen den Zehen, dort wo die Knochen eines Zehs auf die benachbarte Gliedmaße drücken.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Hühneraugen?

Hühneraugen (Clavus) werden in harte (Clavus durus) und weiche Hornhäute (Clavus mollis) unterschieden. Beide Hühneraugen-Formen sind kegelförmige, verhornte Hautstellen, wobei die Spitze in den Fuß hinein ragt. Von außen sieht man daher lediglich den flachen Boden des kegelförmigen Hühnerauges.

Die Schmerzen werden durch Druck oder Reibung mit dem Schuh oder anderen Zehen verursacht - die bei der Fußbewegung diese Spitze des Hühnerauges in das darunter liegende Gewebe drücken.

Der menschliche Fuß ist ein besonderes technisches Wunderwerk. Die Füße sind der meist benutzte und am häufigsten missbrauchte Teil unseres menschlichen Körpers. Sie tragen unser gesamtes Körpergewicht, das Gewicht unserer Kleidung und sämtliche Utensilien, die wir zu transportieren haben.

An einem Tag werden unsere Füße mit einem durchschnittlichen Gewicht von mehreren Hundert Tonnen belastet. Obwohl sie für solche Herausforderungen hervorragend konzipiert sind, stellen sich mit den Jahren bei Erwachsenen allerhand Gebrauchs- und Verschleißerscheinungen, häufig in Form von Hühneraugen und Schwielen, an ihnen ein.

Ursachen

Die Ursachen der Entstehung von Hühneraugen sind einfach erklärbar. Ein unnötiger Druck, der auf die Füße wirkt, lässt Hühneraugen entstehen. Oftmals ist die Ursache nicht passendes Schuhwerk.

Eine weitere Ursache von Hühneraugen besteht in der Beschaffenheit und dem Zustand der Zehennägel. Sie sollen den Fuß vor Verletzungen schützen, können jedoch manchmal selbst verletzen.

Ein zu lang gewordener Zehennagel kann im Schuh drücken. Dieser Druck wiederum kann dazu führen, dass das Zehgelenk gegen den Schuh gedrückt wird. Dort kann ein Hühnerauge entstehen.

Harte Hühneraugen bilden sich meist dort, wo die Haut gegen den Schuh reibt. Das kann z.B. auf der Oberfläche der Zehen, an der Seite des kleinen Zehs, manchmal auch auf dem Fußballen unter einer Schwiele sein. In diesem Fall wird jeder Schritt von einem scharfen, stechenden Schmerz begleitet.

Wann zum Arzt?

Hühneraugen entstehen in der Regel dort, wo der Fuß beständigem Druck durch unpassendes Schuhwerk ausgesetzt ist. Bildet sich ein Hühnerauge, sollten sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden, ein Arztbesuch ist aber in der Regel nicht erforderlich. Am besten wird die gereizte Stelle mit einem Pflaster vor weiterem Druck geschützt. Außerdem sollte unbequemes Schuhwerk vermieden werden, bis das Hühnerauge abgeheilt ist. Durch spezielle Hühneraugenpflaster kann der Heilungsprozess beschleunigt werden. Ist das Hühnerauge bereits sehr groß oder sehr störend, kann es von einer medizinischen Fußpflegerin entfernt werden.

Wenn das Hühnerauge entfernt werden muss, weil es stark schmerzt, sollte zumindest immer dann ein Hautarzt aufgesucht werden, wenn es sehr tief sitzt. Bei der Entfernung tief sitzender Hühneraugen ist die Verletzungsgefahr sehr groß, weshalb den Eingriff nur ein Arzt durchführen sollte. Ein Arztbesuch ist auch dann angezeigt, wenn sich das Hühnerauge stark entzündet oder das angrenzende Gewebe anschwillt oder beginnt sich zu verfärben. Zuckerkranke gelten wegen des sogenannten diabetischen Fußes als Risikopatienten und sollten bei Beschwerden an den Füßen immer zeitnah einen Arzt konsultieren, auch wenn es sich nur um ein sonst harmloses Hühnerauge handelt.

Symptome und Verlauf

Manchmal bildet sich auf dem Fußballen direkt unter einer Schwiele ein Hühnerauge, wodurch jeder Schritt mit brennenden oder stechenden Schmerzen begleitet wird. Oft wird dadurch das normale Gehen oder Laufen eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich.

Wird die Ursache für ein Hühnerauge (Druck auf die betroffene Stelle) nicht beseitigt, können schwerwiegende Infektionen die Folge sein. Ein Hühnerauge bildet sich in der Regel von allein zurück, wenn die betroffene Hautpartie dauerhaft von Druck und Reibung (zu enge Schuhe) verschont bleibt.

Diagnose

Ein Hühnerauge diagnostiziert der Dermatologe oder der Podologe (Fußpfleger). Entscheidend dabei sind die Symptome des Patienten, vor allem aber das optische Erscheinungsbild des schmerzhaften Hornhautkegels. Die sehr ähnliche Dornwarze unterscheidet der Fachmann vom Hühnerauge durch dunkle Pünktchen in der Warzenoberfläche. Dort zeigen sich auch winzige schwarzblaue Streifen, die unter der Lupe erkannt werden.

Neben dem Aussehen ist auch die Lokalisation ein Anhaltspunkt dafür, um welche Clavus-Form es sich handelt. So entwickelt sich das wohl häufigste, harte Hühnerauge oder Clavus durus oberhalb der Zehen an den Gelenken. Namensgebend ist der überaus harte Hornhautkern dieser Variante. Einen weichen Hornhautkegel kennzeichnet hingegen das weiche Hühnerauge. Die stärksten Schmerzen verursacht der Clavus neurovascularis, der an eingewachsenen Nervenfasern zu erkennen ist. Beim sehr ähnlichen Clavus vascularis sind unter der Lupe Kapillaren zu sehen. Meist an der Fußsohle tritt der Clavus neurofibrosus auf, ein Hühnerauge mit flächiger Erscheinungsform. Völlig schmerzlos ist der Clavus miliaris, der mit winzigen Pseudo-Clavi einhergeht. Erkennt der Hautarzt ein Hämatom unter dem Hühnerauge, spricht er von einem Clavus papillaris.

Komplikationen

Ein Hühnerauge kann eine Reihe von Komplikationen hervorrufen, die unter Umständen ärztlich behandelt werden müssen. Oftmals entzündet sich die Wucherung und verursacht im Verlauf starke Schmerzen. Wird die betroffene Stelle weiterhin belastet, kann sich eine offene Wunde bilden. Über diese können Bakterien und Viren in das Hühnerauge dringen und einen schweren Infekt, selten auch eine lebensbedrohliche Blutvergiftung, hervorrufen. Größere Hühneraugen können zudem Schrunde hinterlassen. Diese Hautrisse wachsen selbstständig nicht mehr zusammen und bedürfen einer medizinischen Behandlung. Andernfalls kann es im Bereich der Wucherung zu weiteren Entzündungen und bleibenden Nervenschädigungen kommen.

Zuletzt kann ein Hühnerauge auch Fehlstellungen bedingen. In der Konsequenz kann es zu Haltungsschäden und weiteren Problemen kommen. Die Behandlung eines Hühnerauges birgt ebenfalls gewisse Risiken. So kann die üblicherweise eingesetzte Salicylsäure-Lösung Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen. Bei Diabetikern kann der chemische Stoff schwerwiegende Komplikationen auslösen. Eingesetzte Schmerzmittel rufen mitunter schwere Neben- und Wechselwirkungen hervor, während Hühneraugenpflaster oftmals zu weiteren Reizungen führen. Im Rahmen einer Operation können Blutungen, Nachblutungen und Infektionen auftreten. Zudem besteht die Gefahr von Nervenschädigungen und Narbenbildung.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Hühneraugen sollten Sie besser einem Fachmann überlassen und nicht etwa mit scharfen Instrumenten, wie Scheren oder Messer, selbst Hand anlegen. Dies ist extrem gefährlich aufgrund einer hohen Infektionsgefahr, insbesondere bei Menschen mit Diabetes oder Gefühlsstörungen an den Füßen. Besser ist es, einen geschulten Fußpfleger oder einen Facharzt aufzusuchen.

Trotzdem bringen einige Maßnahmen wohltuende Linderung. So ist eine Lösung aus Kamillentee als Fußbad ein wohltuendes Naturheilmittel, wenn das Hühnerauge nach einem langen Tag besonders drückt.

Die Kamille hat eine lindernde Wirkung und trocknet gleichzeitig schwitzige Füße aus. Die Rückstände der Verfärbung durch die Kamille ist leicht mit Wasser und Seife zu entfernen.

Nach dem Fußbad gönnen Sie den Füßen eine Feuchtigkeitscreme, die leicht einmassiert wird. Anschließend wickelt man den Fuß für längere Zeit in eine Plastiktüte. Nach dem Entfernen der Plastiktüte ist das Gewebe weich und kann vorsichtig mit einem Bimsstein bearbeitet werden.

Wenn ein hartes Hühnerauge schmerzhaft und geschwollen ist, kann man die Stelle mit einem Eiswürfel kühlen, so dass wenigstens kurzzeitig eine Linderung der Schmerzen eintritt. Viele Fachärzte raten vom Gebrauch von Hühneraugenpflastern ab, da oftmals durch die vorhandene Säure das gesunde Gewebe geschädigt wird. Daher sollte in jedem Fall bei einem hartnäckigen Hühnerauge frühzeitig ein Fachmann aufgesucht werden.



Vorbeugung

Als vorbeugende Maßnahme gegen Hühneraugen muss man beim Kauf von Schuhen darauf achten, dass der längste Zeh im Schuh noch 1 bis 1,2 cm Platz hat. Da die Füße oft unterschiedlich groß sind, müssen beide Schuhe anprobiert werden. Die Weite und die Absatzhöhe der Schuhe sollte ebenso Beachtung finden.

Zudem sollte nicht die gesamte Hornhaut an den Füßen entfernt werden, denn sie schützt die Füße vor unmäßigem Druck und vor Verletzungen. Wer zu weichen Hühneraugen neigt, kann im Sanitätshaus kleine Zehentrenner aus Schaumstoff erwerben.

Bücher über Hühneraugen

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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