Hüftdysplasie beim Baby

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Eine Hüftdysplasie beim Baby ist eine angeborene Fehlstellung der Hüfte. Bliebe sie unbehandelt, würde das Baby mit fehlgestellten Beinen aufwachsen - eine Behandlung ist deswegen in den meisten Fällen so schnell wie möglich nach der ersten Diagnose notwendig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hüftdysplasie beim Baby?

Die Hüftdysplasie beim Baby ist die häufigste angeborene Fehlstellung des Skeletts und tritt bei rund 4% der Babys auf. Sie kann in der Regel schon früh nach der Geburt per Ultraschall festgestellt werden. Würde sie nicht angemessen behandelt, würden sich bei den ersten Gehversuchen die ersten Probleme ergeben und es käme sehr früh zum Verschleiß der Gelenke, sodass bereits ab Mitte 30 künstliche Gelenke notwendig werden könnten. Bei der Hüftdysplasie handelt es sich um eine Fehlstellung, bei der der Oberschenkelknochen nicht so sicher und stabil im Gelenk liegt, wie er sollte. Bei Belastung verschleißt das Hüftgelenk schneller, als es darf. Nur eine konsequente und rechtzeitige Behandlung der Hüftdysplasie bei Babys kann das verhindern.

Ursachen

Die Ursachen der Hüftdysplasie bei Babys sind selbst Medizinern nicht bekannt. Allerdings konnten bereits Risikogruppen ausgemacht werden: besonders häufig scheint die Hüftdysplasie bei Mehrlingen und Babys zu sein, die ungünstig im Mutterleib lagen. Die Beckenendlage birgt ein besonders hohes Risiko der Hüftdysplasie. Diese entsteht, da bei der Entwicklung der Hüfte die ungünstige Stellung oder der begrenzte Platz im Mutterleib deren Stellung negativ beeinflussen.

Bei familiärer Häufung scheint die Hüftdysplasie ebenfalls häufiger vorzukommen als bei Familien, in denen sie nur bei wenigen Babys oder noch gar nicht der Fall war. Mädchen scheinen häufiger betroffen zu sein als Jungen.

Symptome und Verlauf

Da Neugeborene noch nicht laufen, äußern sich am Anfang einer Hüftdysplasie beim Baby oft keinerlei Symptome, die die Eltern durch Beobachtung Ihres Babys feststellen könnten. Häufig stellt der Kinderarzt bei einer der ersten Untersuchungen fest, dass eine Hüftdysplasie vorliegt, wenn das Kind mit dem Ultraschall untersucht wird. Da die Hüftdysplasie bei Babys so verhältnismäßig oft vorkommt, untersuchen die meisten Kinderärzte ohnehin die Hüfte von Neugeborenen.

Die Hüftdysplasie bereitet zwar keine Schmerzen, würde sich aber darin äußern, dass das Baby unbehandelt nicht laufen kann wie seine Altersgenossen, wenn es so weit ist. Mit der Zeit würden durch die fehlerhafte Belastung des Hüftgelenks allerdings durchaus Schmerzen entwickeln. Spätestens im Erwachsenenalter würden Schäden am Hüftgelenk dafür sorgen, dass starke Schmerzen entstehen.

Diagnose

Die Diagnose der Hüftdysplasie findet meistens früh nach der Geburt als Diagnose einer der ersten Untersuchungen statt. Der Kinderarzt untersucht das Hüftgelenk neugeborener Babys mit dem Ultraschallgerät, um eine Hüftdysplasie und andere, seltener auftretende Fehlstellungen rechtzeitig zu erkennen. Bei nur geringen Problemen wird manchmal abgewartet, wie sich das Hüftgelenk von alleine weiter entwickelt.

In anderen Fällen reicht jedoch die erste Betrachtung im Ultraschall, um zu entscheiden, dass das Baby eine Behandlung gegen die angeborene Hüftdysplasie braucht. Auch während der Behandlung wird die Diagnose regelmäßig bis ins Jugendalter hinein überprüft, da manchmal noch Folgeerscheinungen einer eigentlich erfolgreich abgeschlossenen Behandlung der Hüftdysplasie auftreten können.

Behandlung und Therapie

Zur Behandlung einer Hüftdysplasie bei Babys kommen Spreizhosen, Spreizschienen und Gips in Verbindung mit der operativen Begradigung des Hüftgelenks in Frage. Die Art der Behandlung hängt vom körperlichen Zustand des Babys sowie vom Grad der Hüftdysplasie ab. Handelt es sich um eine leichte Form, verordnet der Kinderarzt zunächst gerne die Spreizhose, die dauerhaft getragen werden muss.

Bei schwereren Hüftdysplasien beim Baby wird unter Vollnarkose das Gelenk begradigt und anschließend Gelenk und Beine des Babys eingegipst. Dadurch soll das Hüftgelenk so lange ruhig gestellt werden, bis es sich nach dem kurzen Eingriff stabilisiert hat. Anschließend kann mit Spreizschienen weitergemacht werden. Sowohl Gips als auch Spreizhose und Schiene schränken das Baby etwas in der Bewegung ein.

Für die Eltern ist die dringend erforderliche konsequente Behandlung der Hüftdysplasie deswegen manchmal schwer, denn sie dürfen ihr Baby lediglich zum Baden und Wickeln aus der Spreizhose befreien - und der Gips muss für mehrere Wochen dran bleiben. Allerdings entwickeln sich Babys mit Hüftdysplasie nach Entfernung dieser Hilfsmittel genauso schnell wie ihre Altersgenossen und erleiden keine Folgeschäden der Behandlung.



Vorbeugung

Der Hüftdysplasie bei Babys kann man leider nicht vorbeugen. Auch, wenn Risikogruppen bekannt sind, kann die Frau während der Schwangerschaft nichts unternehmen, um eine Hüftdysplasie ganz zu verhindern. Die beste Vorbeugung kann man gegen Folgeschäden leisten, indem man sich konsequent an den Behandlungsplan hält. Das mag für die Eltern manchmal nicht einfach sein, schützt aber Babys mit Hüftdysplasie davor, bereits mit 30 künstliche Gelenke zu brauchen und ab dem Jugendalter unter Schmerzen des Hüftgelenks zu leiden.

Arzttermine und Kontrolluntersuchungen auch weit über das Babyalter hinaus sollten genauso konsequent eingehalten werden wie das Tragen von Spreizhose und Spreizschienen, um mögliche Langzeitfolgen genauso frühzeitig zu erkennen wie die Hüftdysplasie beim Baby.

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