Dellwarzen (Mollusken)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Juli 2017
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Dellwarzen (Mollusken) sind weit verbeitete Warzen, die bei einer Infektion mit dem sogenannten Molluscum-contagiosum-Virus auftreten. Diese gutartigen Wucherungen sind etwa erbsen- bis stecknadelkopfgroß mit einer zentralen Einbuchtung. Die in der Regel harmlosen, aber sehr ansteckenden Knötchen bilden sich meist nach einiger Zeit von selbst zurück.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Dellwarzen (Mollusken)?

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Dellwarzen, in der Medizin auch als Mollusken bezeichnet, sind ein unbedenkliches Symptom des Molluscum-contagiosum-Virus. Das Virus ist sehr ansteckend, aber ein Vorbeugen bzw. ein erfolgreiches Therapieren ist möglich. Besonders häufig treten Dellwarzen bei Kindern auf. Bei ihnen sind die Mollusken dabei häufig im Bereich von Hals, Gesicht oder Achseln zu finden.

Bei Erwachsenen treten Dellwarzen vor allem im Intimbereich zum Vorschein. Das Virus, das Dellwarzen hervorruft, ist hoch ansteckend. Zwar bilden sich die Warzen nach einiger Zeit (6-10 Monate) von allein wieder zurück, dennoch empfiehlt es sich, bei gesundheitlichen Bedenken, einen Arzt aufzusuchen.

Ursachen

Das Virus Molluscum contagiosum, das zu Dellwarzen führt, wird über die Haut (vorzugsweise an verletzten oder porösen Stellen) aufgenommen. Eine Infektion kann beispielsweise durch direkten Körperkontakt mit Menschen erfolgen, die unter Dellwarzen leiden.

Auch durch sogenannte Schmierinfektionen kann es zu einer Ansteckung mit dem Virus kommen, das Mollusken hervorruft. Von einer Schmierinfektion spricht man, wenn eine Infektion erfolgt durch den Kontakt mit Gegenständen oder Körperflüssigkeiten, die mit dem Virus durch einen infizierten Menschen kontaminiert sind.

Durch Schmierinfektionen können Dellwarzen beispielsweise während eines Schwimmbadbesuchs übertragen werden. Besonders gefährdet sind beispielsweise Personen, die unter Neurodermitis oder einer instabilen Immunabwehr leiden. Auch ein erhöhtes Risiko, Mollusken zu entwickeln, haben Personen, die an einer HIV-Infektion leiden oder die immunsuppressive Medikamente einnehmen.

Wann zum Arzt?

Dellwarzen müssen im Normalfall nicht medizinisch behandelt werden. Kommt es allerdings zu Beschwerden wie starkem Juckreiz oder Schmerzen, empfiehlt sich ein Besuch beim Hausarzt. Generell sollten Hautveränderungen, deren Ursache nicht klar ist, abgeklärt werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Warzen am Gesicht, am Hals oder an den Händen und Füßen auftreten. Sind Kinder von Dellwarzen betroffen, sollte der Kinderarzt eingeschaltet werden. Unbehandelt können sich die Wucherungen öffnen und sich so auf weitere Körperstellen ausbreiten.

Auch die Ansteckungsgefahr ist hoch, weshalb mit Warzen im Intimbereich oder am Unterbauch in jedem Fall zum Arzt gegangen werden muss. Sollte sich eine Dellwarze öffnen, muss der Hausarzt die Wunde versorgen, damit keine weiteren Infektionen entstehen. Patienten mit einer Erkrankung des Immunsystems sollten Dellwarzen grundsätzlich abklären lassen. Selbiges gilt für Risikogruppen wie Schwangere, Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen und Patienten mit einer Hauterkrankung. Generell gilt: sollten die Hautknötchen nach einigen Monaten nicht zurückgehen, muss ein Arzt die Ursache abklären und gegebenenfalls behandeln.

Symptome und Verlauf

Die Inkubationszeit , also die Zeit zwischen einer Infektion mit dem Molluscum-contagiosum-Virus und dem Auftreten von Symptomen in Form von Dellwarzen, ist recht variabel; sie kann sich erstrecken von einigen Tagen bis hin zu mehreren Monaten.

Die Mollusken sind üblicherweise hautfarben und enthalten eine blasse Flüssigkeit, die sich bei Druck auf die Dellwarzen entleert. Häufig zeigen sich mehrere Dellwarzen in Formationen wie Linien oder anderen Gruppierungen; Mollusken können aber auch einzeln auftreten. Ist bei einem von Dellwarzen Betroffenen die Immunabwehr intakt, so besteht in der Regel eine gute Chance, dass sich die Mollusken nach ungefähr 6-9 Monaten von selbst wieder zurückbilden. Allerdings können die Mollusken nach einer Rückbildung aber auch erneut wieder auftreten.

Diagnose

Um eine Dellwarze oder Molluske sicher feststellen zu lassen, wird empfohlen, sich an einen Facharzt für Haut- oder Geschlechtskrankheiten zu wenden. Diesem fällt die Diagnose der speziellen Warze nicht weiter schwer. Weil die Mollusken über ein typisches Erscheinungsbild verfügen, genügt normalerweise schon der bloße Blick des Arztes auf die befallenen Stellen. In den meisten Fällen werden in erster Linie der Hals, das Gesicht sowie die Genitalien des Patienten von den Dellwarzen befallen. Zu erkennen ist eine Dellwarze an ihrem charakteristischen Aussehen. So befindet sich in ihrer Mitte eine Delle.

Im frühen Stadium der Hauterkrankung sind jedoch Verwechslungen mit anderen Leiden möglich. Dabei kann es sich um gewöhnliche Warzen, Dornwarzen, kleine Hautzysten, die als Milien bezeichnet werden, oder Fettablagerungen auf der Haut handeln. Auch eine Verwechslung der Dellwarzen mit Genitalwarzen (Condylomata acuminata) kommt mitunter vor.

Im Zweifelsfall hat der Arzt die Möglichkeit, eine histologische (feingewebliche) Untersuchung durchzuführen. Das bedeutet die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) vom Körper des Patienten. Dieser erhält während der Prozedur eine lokale Betäubung an der betroffenen Körperstelle. Die entnommene Probe wird danach in einem Labor unter einem Mikroskop gründlich untersucht und analysiert. Auf diese Weise lässt sich auch das Bestehen von anderen Warzenformen oder bösartigen Hautveränderungen eindeutig ausschließen.

Komplikationen

Dellwarzen können bei einigen Betroffenen Komplikationen zur Folge haben, wenngleich diese eher selten auftreten. In manchen Fällen vergrößern sich die Mollusken und rufen ein Furunkel oder Karbunkel hervor. Mitunter bilden sich auch Zysten, die Schmerzen verursachen können und eine Behandlung durch eine kleinere chirurgische Drainage erfordern. Bei Personen, die bereits im Vorfeld unter einem Ekzem oder einer atopischen Dermatitis leiden, besteht ein erhöhtes Risiko von Hautreizungen. Nur selten zeigt sich eine ausgeprägte Hautinfektion. Als weitere denkbare Komplikation kommt eine Verfärbung der Haut aufgrund einer postentzündlichen Hypopigmentierung infrage. Dabei kann die Hautfarbe dunkler oder heller ausfallen als der weitere Teint. Meist zeigt sich diese Folgeerscheinung nach der Besserung entzündeter Hautstellen oder nach medizinischen Behandlungen.

Seltener treten durch die Dellwarzen Narben auf. Verursacht werden sie zumeist durch tiefere Entzündungen, starkes Schrubben der Mollusken oder aggressive Behandlungen. Ebenfalls zu den Auswirkungen von Dellwarzen zählen sekundäre Hautinfektionen, lokale Hauterkrankungen, Schmerzen oder die Bildung von Abszessen. Nicht immer müssen Bakterien für die Abszessentstehung verantwortlich sein. So ist auch eine Immunreaktion gegen das auslösende Virus im Bereich des Möglichen. Bei Menschen, die unter AIDS leiden, besteht die Gefahr einer generalisierten Hautinfektion. Dellwarzen haben bei einigen Betroffenen auch negative Auswirkungen auf deren Psyche. So bedeuten die Mollusken nicht nur ein kosmetisches, sondern auch ein psychosoziales Problem, das die Lebensqualität der Patienten vermindert.

Behandlung und Therapie

Nicht immer ist eine medizinische Behandlung von Dellwarzen notwendig. Vor allem, wenn ältere Kinder mit stabilem Immunsystem von Dellwarzen betroffen sind, kann es vor einem Therapiebeginn zunächst sinnvoll sein, zu beobachten, ob es zu einer spontanen Heilung der Mollusken kommt.

Allerdings heilen Mollusken nicht immer von selbst und sie können in Einzelfällen auch Größen annehmen, die über die normale Größe von Dellwarzen hinausgehen.

In diesen Fällen gibt es verschiedene therapeutische Maßnahmen, um Dellwarzen zu entfernen: So können die Mollusken beispielsweise operativ und unter lokaler Anästhesie mit speziellen Instrumenten abgetragen werden.

Außerdem können die Mollusken angeritzt und anschließend ausgequetscht werden; dies erfolgt häufig unter Vollnarkose. Weitere Therapiemöglichkeiten bei Mollusken sind Laserbehandlungen oder das Vereisen (auch als Kryotherapie bezeichnet) der Warzen.

Und schließlich gibt es auch die Alternative, Dellwarzen mit Cremes oder Gels zu behandeln, die Vitamin-A-Säure enthalten. Letztere Maßnahme erfolgt vorwiegend bei großflächigem Warzenbefall.



Vorbeugung

Vorzubeugen ist einer Entwicklung von Dellwarzen beispielsweise bedingt, indem Personen, die ein erhöhtes Ansteckungsrisiko aufweisen, Betätigungen vermeiden, bei denen es zu häufigem Körperkontakt mit Menschen kommen kann, die mit dem Molluscum contagiosum-Virus infiziert sind. Bei solchen Betätigungen handelt es sich etwa um Kontaktsportarten wie Handball oder Basketball. Auch sollte es vermieden werden, Kleidungsstücke oder Handtücher von Menschen zu nutzen, die unter Mollusken leiden. Vorbeugend kann außerdem eine gründliche Hauthygiene wirken: So kann dem Eindringen des Virus begegnet werden, der die Dellwarzen hervorruft.

Bücher über Warzen

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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