Bettnässen bei Kindern

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. Juni 2015
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Bettnässen bei Kindern ist eine häufige Entwicklungsstörung. Rund ein Viertel der 4-5 Jährigen sind Bettnässer, wobei Jungen doppelt so häufig betroffen sind wie Mädchen. Bettnässen hat unterschiedliche Ursachen und kann mit geeigneten Therapiemethoden sehr gut behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Wann ist Bettnässen ein Gesundheitsproblem?

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Die meisten Kinder sind spätestens nach Ablauf ihres dritten Lebensjahres imstande, ihre Harnblase tagsüber zu kontrollieren. Spätestens mit vier Jahren sollte ein Kind auch nachts trocken sein. Nässt ein Kind nach diesem Zeitpunkt noch über einen längeren Zeitraum regelmäßig ein, spricht man von Enuresis (unwillkürliches Harnlassen).

Unterschieden werden die primäre (das Kind nässt auch über den normalen Zeitraum der Sauberkeitsgewöhnung noch ein) und die sekundäre (Kind war bereits sauber, fängt dann aber wieder mit dem Einnässen an) Enuresis.

Warum nässt Ihr Kind in das Bett?

Für das Bettnässen gibt es psychische und organische Ursachen. Zu den psychischen gehören die zu frühe Sauberkeitserziehung, bei der das Kind extrem unter Leistungsdruck steht und dadurch entmutigt wird, wenn es den Anforderungen nicht gerecht wird-nicht gerecht werden kann.

Ein weiterer Grund liegt in der zu späten und auch der falschen Sauberkeitserziehung. Wird das Kind zu spät aufgefordert, zu versuchen, sein Einnässen zu kontrollieren, schenkt es in einer zu weit fortgeschrittenen Entwicklungsphase seine Aufmerksamkeit anderen, äußeren Dingen. Eine falsche Sauberkeitserziehung liegt vor, wenn das Kind durch Aggressionen o.Ä. unter Druck gesetzt oder auch zu stark verwöhnt wird.

Doch nicht immer sind die Ursachen in einer falschen Erziehung zu finden: Vor allem Konflikte zwischen Mutter und Kind, aber auch zwischen Vater und Kind können das Sauberwerden be- oder verhindern.

Auch die Rivalitäten und Aggressionen zwischen Geschwistern können sich störend auswirken. Eine häufige Ursache ist die Geburt eines jüngeren Geschwisterchens. Das Kind reagiert auf diesen unwillkommenen Konkurrenten in Bezug auf die Elternliebe mit Eifersucht und setzt sich durch Einnässen unbewusst zur Wehr. Mit diesem Verhalten regrediert es; das heißt, es kehrt in ein frühkindliches Stadium zurück.

Eine weitere Möglichkeit stellt das egoistische Verhalten des Kindes dar: Es gibt Kinder, die in diesem Alter noch nicht fähig sind, etwas anderen zuliebe zu tun-meist infolge mangelnder Zuwendung. Ebenso kann das Bettnässen einfach eine Gewohnheit des Kindes geworden sein, da es den richtigen Zeitpunkt zum Sauberwerden verpasst hat.

Das Bettnässen kann von dem Kind auch als zielgerichtetes Streben eingesetzt werden-oft möchte es von den Eltern mehr Liebe und Aufmerksamkeit.

Zur sekundären Enuresis- also zum Einnässen von Kindern, die schon sauber waren- kann es durch psychosozialen Stress kommen. Dazu zählen beispielsweise Überforderung in der Schule, Angst vor dem versagen etc. Anzeichen für eine psychische Belastung des Kindes sind zum Beispiel häufige Alpträume, Wutausbrüche oder auch übersteigerte Angst.

Organische und neurologische Ursacn

Nicht immer sind psychische Dinge die Ursachen des Bettnässens. Auch organische bzw. neurologische Störungen können vorliegen. Dazu zählen: Entwicklungsstörungen, wie Verzögerungen der Reife des Nervensystems bei Frühgeborenen; noch unentdeckte nächtlich epileptische Anfälle; Neuropathie (übermäßige Reaktion auf äußere und innere Störfaktoren aufgrund einer reizbaren Schwäche des Nervensystems); Fehlbildungen des Harnsystems (das Einnässen liegt dann auch tagsüber vor);häufige oder chronische Blasenentzündungen; anlagebedingte geringe Blasenkapazität; anlagebedingte geringe Harnproduktion während des Tages und vermehrt während der Nacht; zu leichter Schlaf, bei dem sich das Kind gegen alle Störfaktoren abriegelt; zu tiefer Schlaf oder auch beginnender Diabetes mellitus.

Wie kann man dem Kind helfen?

Die Behandlung eines bettnässenden Kindes kann vielseitig vorgenommen werden.

Hilfreich ist es, ihm nach dem Abendessen nichts mehr zu trinken zu geben, mit ihm die Toilette vor dem Zubettgehen aufzusuchen, das trainieren der Blasenmuskulatur und der Blasenkapazität während des Tages, die Belohnung für "trockene" Nächte, das Schaffen einer Atmosphäre in Ruhe (Vermeiden des abendlichen Fernsehens, da es das Kind unter Stress setzen kann), oder auch Hilfe von einem Psychotherapeuten.

Eine nicht zu empfehlende Maßnahme ist das Wecken während der Nacht, um die Blase zu entleeren, da es zwar zu einem trockenen Bett, aber nicht zur benötigten Kontrolle des Schließmuskels führt.

Doch in allen Fällen des Bettnässens gilt: Bestrafungen und gegen den Einnässenden gerichtete Aggressionen helfen nicht gegen das Einnässen, sondern verstärken es eher noch.

Dadurch kommt eine Spirale in Gang: die Person nässt ein, wird dafür bestraft und nässt vor Angst, Scham oder Aufregung wieder ein, weswegen sie wieder bestraft wird. Darum sollten sich Menschen die mit Bettnässern zu tun haben, um ein ruhiges, sicheres und liebes Auftreten bemühen - so ist allen geholfen.

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Sind nur Kinder betroffen?

Nicht nur Kinder haben das Problem des Bettnässens: komplizierte Operationen im unteren Bauchbereich können auch bei Erwachsenen Menschen Probleme auslösen, ihren Harndrang zu kontrollieren. Ebenso trifft es ältere Menschen die, oftmals durch Krankheiten, an Apathie leiden und die es deshalb nicht mehr stört, dass sie einnässen. Außerdem kann das simple Nicht-Bemerken des Einnässens eine Ursache sein. Weiterhin ist es oftmals besonders älteren Menschen nicht mehr möglich ihren Schließmuskel ausreichend zu kontrollieren.

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