Altersweitsichtigkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Oktober 2016
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Die Altersweitsichtigkeit betrifft jeden Menschen, der ein gewisses Alter erreicht und ist deshalb ein globales Phänomen und eines des meistverbreiteten Leiden der ganzen Welt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Altersweitsichtigkeit?

Die Altersweitsichtigkeit, in der Fachsprache als Presbyopie, was sich von den altgriechischen Wörtern für alt (presbys) und Auge (ops) ableitet, bezeichnet, beschreibt eine durch den natürlichen Alterungsprozess des Menschen ausgelöste, fortschreitende Weitsichtigkeit bei gleichzeitigem Verlust der Fähigkeit des Auges, sich durch Akkommodation an nahe Entfernungen anzupassen. Von daher ist die Altersweitsichtigkeit keine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern lediglich die Auswirkung des normalen Alterungsprozesses.

Ursachen

Die Ursachen für eine Altersweitsichtigkeit liegen einzig und allein im menschlichen Alterungsprozess und speziell in der allmählichen Abnutzung des Auges begründet. Ist die Linse bei der Geburt noch sehr elastisch, wird sie mit zunehmendem Alter immer härter und größer, weil sich das Gewebe immer weiter verdichtet.

Dieser Vorgang beginnt bereits ab dem 10. Lebensjahr, richtige Probleme bereitet sie in der Regel aber erst zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr, weswegen sie auch als Altersweitsichtigkeit bezeichnet wird. In der Folge verliert das Auge mehr und mehr seine Fähigkeit, durch das Gleichzeitige Zusammenziehen des Augenmuskels und der Entspannung der Aufhängebänder der Linse, die Linse zu wölben und sich so an nahe Entfernungen anzupassen, also zu akkommodieren.

Zusätzlich verliert das Auge auch seine Fähigkeit, die einfallenden Lichtstrahlen von nahen Objekten vernünftig zu bündeln, die Brechkraft der Linse schwindet also ebenfalls. Der Prozess, der die Altersweitsichtigkeit auslöst, ist darüber hinaus völlig unabhängig von den erblichen oder genetischen Eigenschaften des Betroffenen und eine reine Abnutzungserscheinung.

Symptome und Verlauf

Je weiter der Vorgang der Abnahme der Elastizität des Auges und somit auch der Altersweitsichtigkeit fortschreitet, desto größer wird auch die Distanz, die ein Gegenstand entfernt liegen muss, um vom Auge noch scharf gesehen werden zu können. Liegt diese Entfernung bei Zweijährigen noch bei etwa 5 cm, schreitet sie mit zunehmendem Alter auch immer schneller fort, bis sie im Alter von 65 Jahren bei knapp 2 Metern liegt und dann langsam zum Stillstand kommt und in diesem Status verharrt.

Diese Verschiebung äußert sich in den meisten Fällen beim Lesen oder der Ausführung von handwerklichen Arbeiten. Wörter erscheinen als Folge der geschwundenen Brechkraft nur noch Verschwommen, das Nadelöhr ist nicht mehr richtig zu erkennen. Die Betroffenen behelfen sich dann in der Regel schlicht damit, die Zeitung oder das Buch weiter weg von den Augen zu halten, doch mit zunehmender Altersweitsichtigkeit wird auch das nicht mehr reichen, da die Arme nicht lang genug sind.

Diagnose

Die Diagnose einer Altersweitsichtigkeit wird in der Regel von einem Augenarzt gestellt. Dieser untersucht sowohl die Brechkraft als auch die Akkomodationsfähigkeit der Augen und macht einen Sehtest. Dabei wird die Sehschärfe auf nahe Distanzen mithilfe von Sehtafeln, auf denen unterschiedlich große Buchstaben vorgelesen werden müssen, getestet. Die Brechkraft wird mithilfe eines sogenannten Refraktometers gemessen. Dabei schaut der Patient durch ein optisches System, woraufhin das Refraktometer Lichtstrahlen ins Auge sendet, die dort gebündelt werden und anschließend auf die Netzhaut treffen. Mithilfe dieses Vorgangs kann das Gerät dann die Lichtbrechung im Auge und somit auch das Ausmaß der Altersweitsichtigkeit bestimmen.

Behandlung

Eine Behandlung der Altersweitsichtigkeit besteht in den meisten Fällen aus der Korrektur der Symptome, da der Prozess an sich nicht zu stoppen ist. Die Mittel der Wahl sind dabei entweder Lesebrillen, die speziell auf den jeweiligen Betroffenen eingestellt werden und so wieder ein normales Sehen auf kurze Distanzen ermöglichen oder, falls eine Brille nicht erwünscht ist, die optionale Verwendung von Kontaktlinsen.

Daneben gibt es aber auch Möglichkeiten, die Altersweitsichtigkeit operativ zu behandeln. Eine Möglichkeit ist die Behandlung mittels Lasertechniken, bei denen ein Auge so mit dem Laser behandelt wird, dass es wieder gut auf nahe Distanzen sehen kann, und das andere in der bestehenden Weitsichtigkeit belassen wird. Nachteil dieser Methode ist, dass danach das räumliche Sehen eingeschränkt ist und Abstände nicht mehr genau wahrgenommen werden können.

Tritt die Altersweitsichtigkeit zusammen mit einer Trübung der Linse auf, spricht man vom grauen Star, der durch das operative Einsetzen einer Kunstlinse behandelt werden kann. Aber auch die Kunstlinsen haben Nachteile und bringen neben der Beseitigung der Altersweitsichtigkeit viele neue Probleme mit sich.



Vorbeugung

Die Altersweitsichtigkeit ist völlig natürlich, lässt sich nicht verhindern oder verzögern und betrifft jeden Menschen. Mit Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen stellt die Altersweitsichtigkeit aber kein großes Problem dar und mindert die Lebensqualität nur unerheblich.

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