Xanthome


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 5. Oktober 2018

Xanthome sind knotige Fettablagerungen in der Haut, die überall am Körper vorkommen können. Sehr häufig treten sie als sogenannte Xanthelasmen unterhalb des Augenlids auf. In der Regel haben sie jedoch nur eine kosmetische Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Xanthome?

Häufig treten Xanthome unter dem Augenlid auf. Diese Fettablagerungen sind in der Regel unbedenklich. Eine Untersuchung des Xanthoms beim Arzt kann aber Rückschlüsse auf die Ursache geben.

Xanthome stellen keine eigenständige Krankheit dar. Sie können jedoch Begleiterscheinungen von Fettstoffwechselstörungen oder gar paraneoplasmatischen Erkrankungen (Krebs) sein. Die Fettablagerungen als solche sind jedoch harmlos und stellen keine krebsartigen Veränderungen dar.

Sie sind durch eine knotige, plaqueartige Ablagerung von Schaumzellen an den entsprechenden Stellen gekennzeichnet. Auf der Grundlage ihrer klinischen Erscheinungsformen teilt man sie in plane, eruptive und tuberöse Xanthome sowie in Sehnenxanthome ein. Nach laborchemischen Kriterien werden die Xanthome wiederum in drei Formen eingeteilt, in die hyperlipämischen, die normolipämischen und die sekundären Xanthome.

Ursachen

Die laborchemische Unterteilung der Xanthome deutet bereits auf unterschiedliche Ursachen ihrer Entstehung hin. So treten sie als primäre Xanthome sowohl bei erhöhten Blutfettwerten im Rahmen einer Hyperlipoproteinämie als auch bei normalen Blutfettwerten auf. Außerdem können sie sich auch als Folge von anderen Grunderkrankungen entwickeln.

Primäre Xanthome haben oft eine genetische Grundlage. Das Gemeinsame aller Xanthomarten ist die Ablagerung von Schaumzellen. Schaumzellen sind mit Lipiden (Fette und fettartige Stoffe) beladene Makrophagen, welche im Immunsystem die Funktion von Fresszellen haben. Sie bilden sich, wenn das Angebot an Triglyceriden oder Cholesterin im Blut erhöht ist oder bei einer erhöhten Produktion von Makrophagen infolge bestimmter Erkrankungen. Die Blutfettwerte können erhöht sein bei einer ungesunden fettreichen Ernährung, genetisch bedingten Fettstoffwechselstörungen, Adipositas, Diabetes mellitus, Leberzirrhose oder Gallenwegserkrankungen.

Bei Paraneoplasien ist eine verstärkte Produktion von Makrophagen möglich, die sich dann in Schaumzellen verwandeln. Eine verstärkte Umwandlung von Makrophagen in Schaumzellen bei normalen Blutfettwerten kann auch durch eine erblich bedingte gesteigerte Lipidaufnahme verursacht werden. Xanthome sind also auf Ablagerungen von Schaumzellen zurückzuführen, dessen Entstehung unterschiedliche Ursachen haben.

Symptome und Verlauf

Nach ihren klinischen Erscheinungsformen unterscheidet man bei den Xanthomen schnell entstehende (eruptive), plane (flache Formen wie die Xanthelasmen) und tuberöse (knotige) Formen. Außerdem können sie noch an den Sehnen vorkommen. Eruptive Xanthome, wie das Xanthoma eruptivum, bilden sich innerhalb weniger Wochen an den Streckseiten der Extremitäten, am Gesäß und am Rücken als gelbliche symmetrische Papeln aus. Dieser Form liegt häufig eine Hypertriglyzeridämie zugrunde.

Auch das Xanthoma tuberosum tritt häufig auf den Streckseiten der Extremitäten meist im Rahmen einer Hyperlipidämie vom Typ II auf. Am Rumpf findet man manchmal das Xanthoma planum mit einer gelblichen Farbe und flacher Erscheinungsform. Es kann die Folge von Leukämien, Lymphomen und multiplen Myelomen sein. Auch an den Sehnen treten häufig Xanthome auf, wobei oft die Achillessehne und die Streckseiten der Finger betroffen sind.

Diagnose

Zur Diagnose der Xanthome werden die Blutfettwerte bestimmt. Zusätzlich fahndet man nach Grunderkrankungen, welche die Erhöhung der Lipidkonzentration hervorgerufen haben könnte. Dazu gehört Diabetes mellitus, Cholestase (Gallenwegserkrankungen) und Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion). Im Gegensatz zu den Xanthelasmen (Fetteinlagerungen unterhalb des Augenlides) sind die Xanthome oftmals nicht so eindeutig zu diagnostizieren.

Differenzialdiagnostisch sollten noch andere Krankheiten untersucht werden. Das betrifft besonders gelenknahe Tumoren oder Histiozytosen (verstärkte Produktion von Makrophagen). Zu bedenken ist jedoch, dass Xanthome harmlos sind, aber ein Hinweis für ernstere Grunderkrankungen sein können.

Behandlung und Therapie

Zur Therapie der Xanthome sollte man zunächst ihre Ursache abklären. Liegt eine Erhöhung der Lipidwerte im Blut vor, sind zunächst Maßnahmen zu ergreifen, die zur Absenkung der Blutfettwerte führen. Das kann durch Anwendung von Lipid senkenden Medikamenten oder einer Diät erfolgen. Besonders im Hinblick auf die mögliche Entstehung von ernsteren Erkrankungen, wie Arteriosklerose, ist das notwendig. Als Nebeneffekt verschwinden die unschönen Xanthome dann in vielen Fällen von alleine.

Des Weiteren sollte differenzialdiagnostisch eine mögliche Grunderkrankung in Betracht gezogen werden. In diesem Fall ist es wichtig, sich auf die Therapie dieser Erkrankung zu konzentrieren. Auch dabei können sich bestehende Xanthome eventuell zurückbilden. Führen diese Therapien hinsichtlich der Xanthome nicht zum Erfolg, können auch operative Maßnahmen oder Laserbehandlungen ins Auge gefasst werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Therapie der Xanthome aufgrund ihrer Harmlosigkeit immer nur kosmetischen Charakter trägt, wobei die Behandlung einer eventuellen Grunderkrankung absoluten Vorrang haben sollte.

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Vorbeugung

Aufgrund ihrer unterschiedlichen Ursachen ist es nicht immer möglich, Xanthomen vorzubeugen. Sollten sie jedoch sekundär durch erhöhte Blutfettwerte bedingt sein, kann die Wahrscheinlichkeit ihrer Entstehung durch eine gesunde fettarme Ernährung und viel Bewegung drastisch gesenkt werden. Des Weiteren sind zur Vorbeugung vor Xanthomen bei eventuell bestehenden chronischen Grunderkrankungen, wie z. B. Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen, diese dauerhaft therapeutisch zu begleiten.

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011


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