PDA (Periduralanästhesie, Epiduralanästhesie)

Bei der PDA handelt es sich um eine Methode, die Frauen bei der Geburt eines Kindes dahingehend unterstützt, als sie ihnen einen Teil des Geburtsschmerzes abnimmt. Sie wird nur in Krankenhäusern unter Aufsicht von Ärzten durchgeführt. Erstmals um das Jahr 1880 angewandt, wird heute fast die Hälfte aller Frauen bei einer vaginalen Geburt mit einer PDA unterstützt. Trotz dieser Häufigkeit ist die PDA bei Fachleuten immer noch umstritten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine PDA (Periduralanästhesie)?

Mit der PDA (Periduralanästhie) können Körperteile halsabwärts ohne Bewusstseinsverlust betäubt werden. Die PDA wird häufig in der Geburtshilfe eingesetzt. © elnar - shutterstock.com

Das Wort ist aus dem Lateinischen (durus - Bereich der harten Häute um das weiche Mark) und Altgriechischen (peri - neben, anaisthesis - nicht mehr wahrzunehmen) abzuleiten und bedeutet demnach eine Betäubung von Nerven ohne Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems, also des Gehirns. Dabei werden die schmerzleitenden Empfindungsnerven im Rückenmarksbereich zum Zweck der Schmerzlinderung betäubt bzw. desensibilisiert. Wie bei jeder Art von Anästhesie muss die PDA von einem Facharzt durchgeführt werden und ist trotz ihrer vielfältigen Vorteile für die gebärende Frau doch nicht ohne Risiken. Vor allem die eventuellen Auswirkungen auf die Gesundheit des werdenden Kindes sind in Betracht zu ziehen.

Wann wird die PDA angewendet

Durch einen ins Rückenmark gelegten Zugang in Form eines Schlauches wird der Frau ein Narkosemittel verabreicht, dessen Dosierung von der Grad des Schmerzes und der gewünschten Dauer der Anästhesie abhängt. Es handelt sich hierbei um Medikamente, die das Schmerzempfinden herabsetzen, wobei wichtig ist, dass es sich um eine wohlüberlegte Kombination aus Substanzen zur Betäubung von motorischen (für die Bewegung zuständigen) und von sensorischen (die Empfindungen betreffenden) Nervenbahnen handelt. Außer einem Narkosemittel werden der werdenden Mutter auch kreislaufstärkende Medikamente verabreicht.

Die Frau sollte innerhalb kurzer Zeit eine starke Schmerzlinderung erfahren, was sich neben dem erwünschten Effekt ebenso in Gefühllosigkeit in den Beinen und anderen Bereichen des Unterleibs äußert. Dadurch ergibt sich manchmal, je nach Kombination der Schmerzmittel, eine eventuelle motorische Unfähigkeit, die es der Frau nicht mehr erlaubt sich zu bewegen. In letzter Zeit wird aus diesem Grund verstärkt zu opiathältigen Schmerzmitteln gegriffen, die weniger das motorische Vermögen behindern, sondern mehr auf Entspannung und Gleichgültigkeitsempfinden abzielen.

PDA vor der Geburt diskutieren

Die Gebärende muss sich darüber im Klaren sein, dass sie die Entscheidung pro oder kontra PDA im Vorfeld, das heißt vor Überhandnehmen des Wehenschmerzes treffen muss. Schwierig ist das deshalb, weil dies zu einem Zeitpunkt, an dem der Geburtsschmerz noch lange nicht das Maximum erreicht hat, passieren muss. Als ungefähre Faustregel gilt, dass die PDA nur dann eingesetzt werden kann, wenn der Muttermund nicht mehr als 6 cm geöffnet sein darf. Ist er bereits weiter geöffnet, sind die Wehen für eine effektive PDA bereits zu stark.

Es ist unbedingt notwendig, die Möglichkeit einer PDA im Rahmen der Geburtsvorbereitung mit einer Hebamme oder einem Gynäkologen des Vertrauens zu besprechen und alle nötigen Schritte dazu abzuklären. Wie bei jeder Art der Anästhesie, egal ob lokal oder zerebral, gibt es Risiken und Nebenwirkungen, über die die Schwangere aufgeklärt werden muss. Mit ihrer Unterschrift gibt die Schwangere dann ihre Zustimmung zum Einsatz der PDA.

Weiterhin sollte sich die werdende Mutter bewusst sein, dass sie unter PDA nicht mehr voll einsatzfähig zur Geburt beitragen kann. Ihr Kreislauf kann destabilisiert werden, was eventuell zu einer mangelnden Sauerstoffversorgung des Kindes führen kann. Außerdem kann eine PDA zu einem Verlust der Blasenkontrolle (Katheter-Setzung ist oft nötig zum Entleeren der Blase) und des Gefühls in den Beinen und im Unterkörper führen.

Wie läuft eine PDA-Geburt ab?

Während des Geburtsvorganges wird die Öffnung des Muttermundes der Gebärmutter laufend überprüft. Während einer normalen Geburt muss sich dieser soweit öffnen, dass der Kopf des Babys hindurchpasst – erst dann beginnen die Presswehen und das Kind wird nach draußen gepresst.

Die PDA wird eingesetzt, wenn die Öffnung des Muttermundes einige wenige Zentimeter beträgt. Der Facharzt oder die Fachärztin für Narkose (Anästhesisten) führen diese durch, indem sie als erstes den unteren Rücken der Frau im Bereich der Wirbelsäule betäuben. Dadurch spürt die Gebärende das anschließende Legen eines Zugangs in den unteren Lendenwirbelbereich nicht oder kaum. Durch einen dünnen Schlauch ins Rückenmark wird der Frau nun ein Narkosemittel verabreicht, dessen Dosierung von der Grad des Schmerzes und der gewünschten Dauer der Anästhesie abhängt.

Wenn der gewünschte Effekt nicht oder nicht stark genug spürbar ist, entscheidet der Arzt darüber, ob noch eine weitere oder stärkere Verabreichung von Wirkstoffen nötig ist.

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Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die PDA zählt zu den normalen Narkoseverfahren, weshlab die Krankenkasse zur Gänze die Kosten für eine PDA übernimmt, die bei etwa 400 Euro liegen.

Risiken und Komplikationen

Leider sind die Risiken für das zu gebärende Kind nicht unerheblich. Durch die Einschränkung der Mutter, was ihre Mitarbeit bei der Geburt betrifft, werden bei der PDA mehr Kinder als sogenannte Sterngucker geboren (mit dem Gesicht nach oben), was statistisch bedeutet, dass häufiger Instrumente wie die Geburtszange oder Saugglocke benötigt werden. In weiterer Folge kann das Kind durch diese Instrumente Verletzungen in verschiedenster Form davon tragen.

Ebenso steigt die Häufigkeit eines Kaiserschnitts, da die Mutter oft nicht mehr aktiv bei der Geburt mithelfen kann. Der gesamte Hormonhaushalt der Frau, der normalerweise bei der Geburt aus einer Kombination aus Geburtshormonen zur Vorbereitung des Körpers auf die Geburt und Stresshormonen besteht, ist bei der PDA beeinflusst oder sogar gestört, was insgesamt zu einer längerdauernden und schwierigeren Geburt führen kann.

Eine weitere negative Beeinflussung der Gesundheit des Kindes kann sich ergeben, wenn Teile der oft opiathältigen Schmerzmittel in seinen Kreislauf gelangen, da es zum Abbau dieser noch nicht die geeigneten Organfunktionen entwickelt hat. Ebenso kann es zu einer Störung der Versorgung mit Sauerstoff kommen.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 16. Januar 2021

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