Nasenspiegelung

Letzte Aktualisierung am 10. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Bei der Nasenspiegelung (Rhinoskopie) betrachtet der HNO-Arzt das Innere der Nase. Das Verfahren zählt zu den medizinischen Routineuntersuchungen. In der Medizin wird die Nasenspiegelung auch als Rhinoskopie oder Nasenendoskopie bezeichnet. Die Untersuchungsmethode gehört den Standardverfahren der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) an und wird bei fast jedem Arztbesuch vorgenommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie)?

Nasenspiegelung (Rhinoskopie) mit flexiblem Nasenendoskop.

Eine Nasenspiegelung hilft dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt bei der Abklärung von Beschwerden und Erkrankungen im Inneren der Nase. Zu diesem Zweck verwendet der Mediziner u. a. ein Spekulum.

Die Nasenspiegelung dient zur Sichtkontrolle von Beschaffenheit und Anatomie des Naseninneren. Im Zentrum der Untersuchung steht besonders die Nasenhaupthöhle. Ebenfalls von Bedeutung sind Nasenschleimhaut und Nasenscheidewand. So stellt die schiefe Nasenscheidewand (Septumdeviation) den häufigsten Befund bei einer Nasenspiegelung dar. Darüber hinaus kann der HNO-Arzt durch eine Spiegelung die Art des Nasensekrets bestimmen.

Des Weiteren wird mit einer Rhinoskopie das Vorhandensein einer verkrümmten Nasenscheidewand oder von vergrößerten Polypen, die die Atmung durch die Nase behindern, diagnostiziert. Unter Polypen werden Wucherungen verstanden, die auch innerhalb der Nasennebenhöhlen auftreten können. Neben Polypen lassen sich im Rahmen der Nasenspiegelung außerdem eingedrungene Fremdkörper, anatomische Fehlbildungen sowie Tumore feststellen.

Erfolgt die Nasenspiegelung aus Gründen, die medizinisch notwendig sind, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Untersuchung. Findet sie allerdings zur Überprüfung der Tauchtauglichkeit statt, muss der Patient die Kosten für das Verfahren selbst tragen. In der Regel liegen sie bei ca. 70 Euro.

Anatomie der Nase

Wann ist diese Untersuchung notwendig?

Zur Anwendung kommt die Nasenspiegelung, um Schwellungen der Schleimhaut oder der Muschel, häufiges Nasenbluten sowie die Ansammlung von Eiter und Blut zu untersuchen. Besteht Verdacht auf eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), ist das Durchführen einer Nasenspiegelung besonders wichtig. Als weitere Indikationen kommen Abszesse, Missbildungen oder eine Angina (Mandelentzündung) infrage.

Eine bedeutende Rolle spielt die Rhinoskopie ferner bei tauchmedizinischen Untersuchungen. So sind die Taucher nicht in der Lage, den erforderlichen Druckausgleich herzustellen, wenn bei ihnen eine Verengung der Nasennebenhöhlen vorliegt.

Ebenfalls zur Anwendung kommt die Nasenspiegelung als Vorsorgeuntersuchung, zur Verlaufskontrolle von Erkrankungen oder Therapien sowie zur Nachsorge im Anschluss an operative Eingriffe, bei denen die Nasenpolypen entfernt wurden. In der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde wird die Nasenspiegelung in drei verschiedene Formen eingeteilt.

Dabei handelt es sich um die vordere Nasenspiegelung (Rhinoscopia anterior), die mittlere Nasenspiegelung (Rhinoscopia media) sowie die hintere Nasenspiegelung (Rhinoscopia posterior). Bei diesen unterschiedlichen Verfahren greift der HNO-Arzt auf verschiedene Instrumente zurück.

Was muss der Patient im Vorfeld beachten?

Besondere Vorbereitungen vor der Durchführung einer Nasenspiegelung sind nicht erforderlich. Aus diesem Grund braucht der Patient auch keine besonderen Vorkehrungen zu treffen. Abgesehen vom ruhigen Ein- und Ausatmen durch die Nase ist für ihn während der Untersuchung nichts zu tun.

Schmerzen sind bei einer Rhinoskopie in der Regel nicht zu befürchten. Falls erforderlich, verabreicht der HNO-Arzt dem Patienten vor der Untersuchung ein örtlich betäubendes Nasenspray. Dies kann zum Beispiel bei Entzündungen in der Nase oder nach einem chirurgischen Eingriff im Nasenbereich sinnvoll sein. Grundsätzlich wird die Nasenspiegelung jedoch als schmerzarme Untersuchungsmethode eingestuft.

Wie läuft die Nasenspiegelung ab?

Der Ablauf einer Nasenspiegelung hängt davon ab, welche Stelle der Nase der HNO-Arzt untersuchen möchte und welche Art der Rhinoskopie dabei zur Anwendung kommt.

Vordere Nasenspiegelung

Von einer vorderen Nasenspiegelung ist die Rede, wenn der vordere Bereich der Nase kontrolliert wird. Zu diesem Zweck benutzt der Arzt ein Spekulum. Dabei handelt es sich um ein zangenförmiges Instrument, das auf seiner Vorderseite mit einer trichterartigen Spitze versehen ist.

Darüber hinaus verfügt das Gerät über einen reflektierenden Spiegel oder eine Lichtquelle. Für den Fall, dass Blut, Schleim oder Verkrustungen die Sicht behindern, werden diese vom HNO-Arzt behutsam mit einem Wattestab entfernt. Alternativ lassen sie sich auch absaugen.

Leidet der Patient unter einer geschwollenen Nasenschleimhaut, verabreicht ihm der Arzt ein Nasenspray, das sie zum Abschwellen bringt. Mit diesem Vorgehen erhält der Mediziner freie Sicht auf die Strukturen in der Nase. Werden bei der vorderen Rhinoskopie entzündliche Veränderungen festgestellt, erfolgt ein Abstrich, dessen Analyse anschließend in einem Labor stattfindet.

Mittlere Nasenspiegelung

Wird eine mittlere Nasenspiegelung durchgeführt, setzt der Arzt ein Nasenendoskop ein. Gemeint ist damit ein medizinisches Instrument, das mit einer flexiblen oder starren Röhre ausgestattet ist und außerdem über eine eingebaute Lichtquelle verfügt. Im hinteren Abschnitt des Endoskops befindet sich eine Mini-Kamera zum Anfertigen von Aufnahmen. Bevor der HNO-Arzt das Nasenendoskop einführt, verabreicht er dem Patienten ein betäubendes Nasenspray sowie Nasentropfen, die die Nasenschleimhaut abschwellen lassen. Besteht die Notwendigkeit, können im Rahmen der mittleren Rhinoskopie auch kleinere Eingriffe vorgenommen werden.

Hintere Nasenspiegelung

Für die hintere Nasenspiegelung verwendet der HNO-Arzt einen angewinkelten Spiegel, der über den Mund bis zum Rachen eingelassen wird. Dazu muss der Mediziner die Zunge des Patienten mit einem Spatel etwas herunterdrücken. Um einen größeren Abstand zwischen Gaumensegel und hinterer Rachenwand zu erhalten, ist es wichtig, dass der Patient während der Untersuchung nur durch die Nase atmet. Auf diese Weise wird die hintere Nasenspiegelung deutlich erleichtert. Durch die hintere Rhinoskopie ist erkennbar, ob es aus der Keilbeinhöhle, den Siebbeinzellen oder der Kieferhöhle zum Austreten von Eiter kommt. Ebenso lassen sich Verkrümmungen der Nasenscheidewand, Polypen, Verdickungen der hinteren Muschelenden sowie Tumore mit diesem Verfahren diagnostizieren.

Risiken und Komplikationen

Größere Risiken und Nebenwirkungen sind im Rahmen einer Nasenspiegelung nicht zu befürchten. Eine geringe Verletzungsgefahr kann durch die unterschiedlichen Instrumente bestehen, die während der Untersuchung zum Einsatz gelangen. Damit es nicht zu einer Verletzung der sensiblen Nasenscheidewand durch das Aufspreizen des Spekulums kommt, sollte der Druck des Instruments auf die Nasenflügel ausgeübt werden, die weniger empfindlich sind.

Für den Fall, dass während der Nasenspiegelung Schmerzen auftreten, verabreicht der HNO-Arzt dem Patienten ein betäubendes Nasenspray. Manche Patienten leiden bei einer hinteren Nasenspiegelung, die in den Nasenrachenraum erfolgt, unter ausgeprägtem Würgereiz. Um diesen zu vermeiden, erfolgt eine Velotraktio. Dabei legt der Arzt einen schmalen Gummikatheter durch die Nase, damit er das Gaumensegel nach vorne ziehen kann.

Quellen

  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013


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