Schwielen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. Mai 2017
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Schwielen sind eine partielle Verdickung der obersten Hautschicht. Sie entstehen bei Druck oder Reibung auf einzelne Körperstellen; meist an Füßen oder Händen. In den meisten Fällen sind sie unbedenklich, können aber zu Schmerzen führen und sich in seltenen Fällen entzünden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schwielen?

Schwielen sind eine dicke Schicht der Haut, die sich bildet, wenn sich die Haut schützen will gegen Druck oder Reibung. Sie bilden sich meist an Füßen und Zehen, Händen und Fingern. Ein gesunder Mensch benötigt jedoch nur eine Behandlung gegen Schwielen, wenn diese Beschwerden hervorrufen.

Bei den meisten Menschen lindern sich die Beschwerden, sobald der Druck oder die Reibung vermieden werden kann. Menschen mit Diabetes oder anderen Krankheiten, die eine schlechte Blutzirkulation in den Füßen nach sich ziehen, laufen auch höhere Gefahr dort Schwielen zu entwickeln, die weitere Probleme mit sich bringen können.

Ursachen

Druck und Reibung von sich wiederholenden Einwirkungen verursachen Schwielen und ihr weiteres Wachstum. Die Ursachen dieser Einwirkungen liegen bspw. in schlecht sitzenden Schuhen. Wenn Schuhe zu eng sind oder zu hohe Absätze haben, drücken sie auf bestimmte Bereiche der Füße. Wenn sie jedoch zu locker sitzen, hat der Fuß zu viel Bewegung und reibt am Material des Schuhs.

Auch schlecht verarbeitete Schuhe mit ungünstig verarbeiteten Nähten auf den Innenseiten, können zu Schwielen führen. Viele Menschen entwickeln Schwielen, wenn sie häufiger auf das Tragen von Socken verzichten. Auch dann hat der Fuß schlechteren Halt im Schuh und wird Reibung ausgesetzt.

Eine Fehlstellung des Fußes oder Zehen bringt oft eine Prädisposition für Schwielenbildung mit sich. Ein häufiger Grund für Schwielen an den Händen ist das wiederholte Arbeiten mit Werkzeugen, wie z.B. Sägen, Schraubendreher, Zangen, etc.

Wann zum Arzt?

In den meisten Fällen muss bei Schwielen kein Arzt aufgesucht werden. Diese treten vor allem nach einer langen Arbeit oder nach sportlichen Aktivitäten auf und stellen ein gewöhnliches Symptom dar, welches bei Reibung entsteht. Die Schwielen gehen in der Regel von alleine zurück, wenn die betroffene Hautpartie nicht mehr belastet wird und führen zu keinen weiteren Beschwerden. Ein Arzt muss nur dann aufgesucht werden, wenn die Schwielen schmerzen und nicht von alleine verschwinden.

In seltenen Fällen können die Schwielen zu einer Entzündung oder einer Pilzinfektion führen. Diese zeichnet sich vor allem durch starke Schmerzen bei Belastung und bei Ruhe aus. Außerdem riecht die Haut an den betroffenen Stellen unangenehm. Oft wird der unangenehme Geruch auch von einem Sekret begleitet, welches aus der betroffenen Stelle ausgeschieden wird. In diesem Fall ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und die Schwielen durch den Arzt behandeln zu lassen. Damit kann die Ausbreitung dieser Infektionen auf weitere Hautpartien vermieden werden.

Diagnose und Verlauf

Schwielen werden von Betroffenen meist durch ihre äußere Gestalt bemerkt oder wenn sie Schmerzen auslösen. Schwielen sind erkennbar als Verdickungen in der obersten Schicht der Haut. Unter ihnen fühlt sich die Haut oft gespannt an, in manchen Fällen schmerzen sie. Auch die Textur der Haut unterscheidet sich hier von der umliegenden Haut. Sie ist trocken, meist etwas heller und neigt zu feinen Rissen. Die meisten Schwielen bilden sich auf der Unterseite des Fußes, an Hacken oder Ballen. In Form und Größe können sie stark variieren. Wenn die Schwielen sehr groß, schmerzhaft oder entzündet werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt insbesondere für Diabetiker, da sie ein größeres Risiko für Entzündungen haben. Der Arzt wird die Schwielen physisch untersuchen und versuchen andere Ursachen für die Schwielen auszuschließen. Eventuell wird er dabei auf bildgebende Methoden wie Röntgen zurückgreifen.

Komplikationen

Schwielen können selbstverständlich auch unterschiedliche Komplikationen hervorrufen, die in einigen Fällen zwingend von einem Arzt behandelt werden sollte. Nicht selten entsteht aus einer Schwiele eine offene Wunde, die nässt oder sogar eine richtige Entzündung entstehen lassen kann. Bei einer vorhandenen Entzündung kann es unter Umständen sogar zur Bildung von Eiter kommen, sodass dieses Krankheitsbild zwingend von einem Arzt untersucht werden sollte. Andernfalls besteht sogar die Gefahr einer Blutvergiftung, falls vorhandene Bakterien in den Blutkreislauf gelangen. In andere Fällen kann aus einer gewöhnlichen Schwiele eine Schrunde entstehen. Bei dieser Komplikation bildet sich ein tiefer Riss in der Haut, der nur sehr schwer und langwierig wieder zusammenwächst.

Unter Umständen nisten sich in diesem Hautriss Bakterien und andere Krankheitserreger ein, die ebenfalls eine schwere Entzündung hervorrufen können. Wird in so einem Fall gänzlich auf eine ärztliche Behandlung verzichtet, dann kann sich die Entzündung erheblich verschlimmern. Aus diesem Grund darf ein Arztbesuch nicht auf die lange Bank geschoben werden. Nur mit den richtigen Medikamenten können die oben genannten Komplikationen frühzeitig erkannt und effektiv behandelt werden. Befindet sich die Schrunde an einer Stelle die ständig in Bewegung ist, so gestaltet dies den Heilungsprozess sehr schwierig. Schon minimale Belastungen verhindern eine schnelle Heilung.

Behandlung und Therapie

Eine Behandlung von Schwielen beinhaltet in erster Linie das Vermeiden des Drucks und der Reibung, die verantwortlich sind für ihre Ausbildung. Dies wird vor allem geleistet durch das Tragen von richtig sitzenden Schuhen, Pads, die den Druck verhindern, oder andere Hausmittel. Falls die Schwielen trotz Selbsttherapie bestehen bleiben, größer oder schmerzhaft werden, können weitere medizinische Lösungen in Erwägung gezogen werden.

Während eines normalen Besuches beim Arzt kann dieser mit der Hilfe eines Skalpells ein Stück der oberen Hautschicht abtragen und so mit den weiteren Druck minimieren. Das Trimmen sollte nicht selbst durchgeführt werden, da es zu Infektionen führen kann.

Zusätzlich wird der Arzt evtl. empfehlen, spezielle Pflaster mit Salizylsäure anzuwenden, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Sie verhindern die Neubildung der Haut. Nach jedem Wechsel eines Pflasters können die toten Hautzellen zusätzlich mit einem Bimsstein entfernt werden.

Falls das Risiko einer Infektion besteht, sollte eine antibiotische Tinktur verschrieben werden, die auf betroffene Stellen aufgetragen wird. Menschen, die eine Fehlstellung der Füße haben, neigen auch oft zur Ausbildung von schmerzhaften Schwielen. In diesen Fällen existieren orthopädische Lösungen wie bspw. Schuheinlagen.

In sehr seltenen und extremen Fällen wird der Arzt eine Operation empfehlen. In dieser wird die Knochenfehlstellung korrigiert, die den Druck auf die Haut und somit die Schwielen auslösen.



Vorbeugung

Die effektivste Prävention gegen die Bildung von Schwielen ist die Wahl des richtigen Schuhwerks. Bereits beim Kauf sollte darauf geachtet werden, ob die Zehen genug Spiel haben. Werden sie gequetscht und lassen sich nicht bewegen, sind die Schuhe zu eng. Falls der Schuh irgendwo drückt, sollte vom Kauf abgesehen werden. Bei längerer Belastung in den Schuhen kann auf spezielle Pads zurückgegriffen werden, die Reibung oder Druck verringern. Menschen, die aufgrund handwerklicher Tätigkeiten Schwielen entwickeln sollten Arbeitshandschuhe tragen. Auf diese Weise wird Druck oder Reibung in den Handflächen oder auf die Finger reduziert.

Bücher über Schwielen

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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