Schmerzen beim Eisprung (Mittelschmerz)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Dezember 2014
Gesundpedia.deSymptome Schmerzen beim Eisprung (Mittelschmerz)

Ein Eisprung ist keine Kleinigkeit für den weiblichen Organismus, da hierbei Gewebe des Eierstocks zerstört wird. Normalerweise spürt die Frau von alldem nichts, doch manche Frauen nehmen vom Eisprung selbst bis hin zum Sprung- und Heilungsprozess sehr viel von ihrem natürlichen Zyklus wahr und spüren Schmerzen beim Eisprung (Mittelschmerz).

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schmerzen beim Eisprung (Mittelschmerz)?

Schmerzen beim Eisprung werden als Mittelschmerz bezeichnet, da sie in der Mitte des Zyklus etwa um den 14. Tag herum auftreten. Dies ist der Zeitpunkt, zu dem eine Eizelle gereift ist und springt.

Entweder rührt der Schmerz daher, dass dabei das Gewebe des Eierstocks verletzt wurde, es kann sich aber auch um eine Reizung des Bauchfells durch die entstandene leichte Blutung handeln.

Tritt der Schmerz früher auf, könnte es sich um Spannungsschmerz des Eierstocks unmittelbar vor dem Eisprung handeln. Die Schmerzen beim Eisprung sind in der Regel leicht bis sehr leicht und verschwinden nach einem oder wenigen Tagen wieder.

Ursachen

In der Zyklusmitte ist eine neue Eizelle im Eierstock so weit herangereift, dass sie bereit für eine Befruchtung ist. Da sie sich aber im Inneren des Eierstocks befindet, muss sie diesen verlassen und durch den Eierstock in die Gebärmutter wandern, was in der zweiten Zyklushälfte passiert. Bis dahin verbleibt die Eizelle im so genannten Follikel, einem eigens für sie ausgehöhlten Teil des Eierstocks.

Die Schmerzen beim Eisprung entstehen möglicherweise schon dadurch, dass dieser prall volle Follikel spannt und die Frau darauf empfindlich reagiert. Spätestens den Sprung selbst bemerken Frauen, wenn sie unter Mittelschmerz leiden, da das Gewebe zwischen dem Eileiter und der Eizelle hierfür reißt.

Normalerweise bleibt auch das unbemerkt, sensible Frauen empfinden beim Riss den Mittelschmerz. Dabei kann eine leichte Blutung auftreten, die anschließend das Bauchfell reizt, was sich durch einen sehr ähnlichen Schmerz bemerkbar machen würde. Dass Frauen überhaupt Schmerzen beim Eisprung haben, ist nicht in jedem Fall gegeben, die Betroffenen gelten schlichtweg als besonders sensibel für den Mittelschmerz.

Diagnose und Verlauf

Mittelschmerz verursacht meist keine starken Beschwerden. Wenn überhaupt Schmerzen beim Eisprung auftreten, tun sie das unregelmäßig und belasten die Betroffene maximal wenige Tage. Einige Frauen kennen den Mittelschmerz aus der Zeit als junges Mädchen, als sie gerade ihre Regelblutung bekommen haben, denn in diesem Alter sind sie noch besonders empfindsam für Neues.

Schmerzen beim Eisprung werden in aller Regel aber nicht mit zunehmendem Alter schlimmer oder intensiver, auch kommen sie nicht häufiger vor - meistens sogar noch seltener. Sollten sie sich doch in der Heftigkeit oder Länge verändern, deutet das eher darauf hin, dass es sich nicht mehr um Schmerzen beim Eisprung handelt, sondern eine andere Ursache dahintersteckt.

Behandlung

Da Schmerzen beim Eisprung so leicht ausfallen und schnell von alleine verschwinden, brauchen sie keine Behandlung. Wenn sie doch einmal wenige Tage anhalten sollten, kann es helfen, eine lauwarme Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf den Bauch zu legen und sich an diesen Tagen nicht zu viel zuzumuten.

Psychischer Stress kann sich erheblich auf den Mittelschmerz auswirken. Ebenfalls als hilfreich hat sich Sport erwiesen, da er die Durchblutung fördert, Glückshormone freisetzt und so einer Missstimmung entgegenwirkt. Sanfte Massagen der Bauchdecke oder andere Wellness-Behandlungen können die Durchblutung zusätzlich unterstützen und psychisch dem leichten Schmerz entgegenwirken, indem sie für Wohlbefinden sorgen.

An dem Tag oder den Tagen sollte sich die Frau selbst etwas Gutes tun, ihr Lieblingsessen kochen oder schlimmstenfalls eine niedrig dosierte Schmerztablette nehmen, wenn sie den Mittelschmerz nicht von allein abklingen lassen möchte.

Obwohl er unerheblich ist, ist es dennoch ratsam, den Schmerz beim Eisprung im Zykluskalender einzutragen und dabei zu notieren, wie lang er anhielt und wie intensiv er war. Sollte sich doch etwas verändern, kann man bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen das Thema ansprechen und frühzeitig abklären, ob die inneren Geschlechtsorgane gesund sind.

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Vorbeugung

Angesichts dessen, was im Körper beim Eisprung passiert, ist der Mittelschmerz eigentlich verständlich. Da der Eisprung aber nie vorausgeplant werden kann, ist es auch nicht möglich, den Schmerzen beim Eisprung vorzubeugen.

Meistens sind diese Schmerzen ohnehin so leicht, dass sie die Frau kaum beeinträchtigen, sollten aber beobachtet werden. Wenn sie intensiver werden, länger dauern oder anders werden, ist das ein Signal des Körpers, das abgeklärt werden kann.

Der Mittelschmerz führt in diesem Zusammenhang jedoch nicht zu Folgeerkrankungen und bergen auch kein Risiko für betroffene Frauen, denn sie sind etwas vollkommen Natürliches. Fitness und Bewegung können aber helfen, vorbeugend den Kreislauf zur Zyklusmitte zu stabilisieren.

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