Schmerzen beim Eisprung (Mittelschmerz)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Mai 2017
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Ein Eisprung ist keine Kleinigkeit für den weiblichen Organismus, da hierbei Gewebe des Eierstocks zerstört wird. Normalerweise spürt die Frau von alldem nichts, doch manche Frauen nehmen vom Eisprung selbst bis hin zum Sprung- und Heilungsprozess sehr viel von ihrem natürlichen Zyklus wahr und spüren Schmerzen beim Eisprung (Mittelschmerz).

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schmerzen beim Eisprung (Mittelschmerz)?

Schmerzen beim Eisprung werden als Mittelschmerz bezeichnet, da sie in der Mitte des Zyklus etwa um den 14. Tag herum auftreten. Dies ist der Zeitpunkt, zu dem eine Eizelle gereift ist und springt.

Entweder rührt der Schmerz daher, dass dabei das Gewebe des Eierstocks verletzt wurde, es kann sich aber auch um eine Reizung des Bauchfells durch die entstandene leichte Blutung handeln.

Tritt der Schmerz früher auf, könnte es sich um Spannungsschmerz des Eierstocks unmittelbar vor dem Eisprung handeln. Die Schmerzen beim Eisprung sind in der Regel leicht bis sehr leicht und verschwinden nach einem oder wenigen Tagen wieder.

Ursachen

In der Zyklusmitte ist eine neue Eizelle im Eierstock so weit herangereift, dass sie bereit für eine Befruchtung ist. Da sie sich aber im Inneren des Eierstocks befindet, muss sie diesen verlassen und durch den Eierstock in die Gebärmutter wandern, was in der zweiten Zyklushälfte passiert. Bis dahin verbleibt die Eizelle im so genannten Follikel, einem eigens für sie ausgehöhlten Teil des Eierstocks.

Die Schmerzen beim Eisprung entstehen möglicherweise schon dadurch, dass dieser prall volle Follikel spannt und die Frau darauf empfindlich reagiert. Spätestens den Sprung selbst bemerken Frauen, wenn sie unter Mittelschmerz leiden, da das Gewebe zwischen dem Eileiter und der Eizelle hierfür reißt.

Normalerweise bleibt auch das unbemerkt, sensible Frauen empfinden beim Riss den Mittelschmerz. Dabei kann eine leichte Blutung auftreten, die anschließend das Bauchfell reizt, was sich durch einen sehr ähnlichen Schmerz bemerkbar machen würde. Dass Frauen überhaupt Schmerzen beim Eisprung haben, ist nicht in jedem Fall gegeben, die Betroffenen gelten schlichtweg als besonders sensibel für den Mittelschmerz.

Wann zum Arzt?

Schmerzen beim Eisprung gelten als nicht besorgniserregend. Ein Arzt muss im Normalfall dafür nicht konsultiert werden. Die Beschwerden gehören zu einem natürlichen Verlauf des weiblichen Zyklus und sind häufig nur von kurzer Dauer sowie äußerst gering. Sehr sensible geschlechtsreife Mädchen und Frauen spüren den Zeitpunkt des Eisprungs. Meist nehmen sie es als ein Ziehen im Unterleib wahr. Die Beschwerden dauern häufig nur wenige Minuten oder Stunden.

Ein Arztbesuch ist nur dann notwendig, wenn die Schmerzen länger anhalten oder als besonders schmerzhaft auftreten. Kommt es zu einer Beeinträchtigung des Alltags, sollte die Rücksprache mit einem Arzt gesucht werden. Treten starke emotionale Probleme und psychische Veränderungen auf, ist ein Arztbesuch sehr zu empfehlen. Bei Veränderungen der Stimmung, einem Rückzugsverhalten, partnerschaftlichen Problemen oder dem Verlust des Selbstbewusstseins liegen weitere Unregelmäßigkeiten vor, die untersucht und behandelt werden müssen.

Breitet sich das Schmerzempfinden aus oder nimmt es an Intensität weiter zu, muss ein Arzt aufgesucht werden. Stellen sich darüber hinaus Schmerzen beim Sexualakt, Wasserlassen oder der Fortbewegung ein, sind ebenfalls weitere medizinische Untersuchungen vorzunehmen. Eigeninitiativ kann in der Zeit des Eisprungs das Ausüben von Sport genutzt werden. Hilft diese Methode und die Schmerzen werden reduziert, muss kein Arzt konsultiert werden.

Diagnose und Verlauf

Mittelschmerz verursacht meist keine starken Beschwerden. Wenn überhaupt Schmerzen beim Eisprung auftreten, tun sie das unregelmäßig und belasten die Betroffene maximal wenige Tage. Einige Frauen kennen den Mittelschmerz aus der Zeit als junges Mädchen, als sie gerade ihre Regelblutung bekommen haben, denn in diesem Alter sind sie noch besonders empfindsam für Neues.

Schmerzen beim Eisprung werden in aller Regel aber nicht mit zunehmendem Alter schlimmer oder intensiver, auch kommen sie nicht häufiger vor - meistens sogar noch seltener. Sollten sie sich doch in der Heftigkeit oder Länge verändern, deutet das eher darauf hin, dass es sich nicht mehr um Schmerzen beim Eisprung handelt, sondern eine andere Ursache dahintersteckt.

Komplikationen

Schmerzen beim Eisprung lösen sehr selten Komplikationen aus. Viele geschlechtsreife Frauen bemerken den Einsprung kaum oder gar nicht. Sehr aufmerksame und empfindliche Frauen leiden häufig grundsätzlich unter einer besonders intensiven Schmerzwahrnehmung. Diese ist sehr belastend bei der Bewältigung des eigenen Lebens. Es kommt vermehrt zu Angsterkrankungen oder Panikstörungen, da ein starkes Schmerzempfinden auch bei kleineren Wunden zu einem erhöhten Stresserleben führt. Die Ängste breiten sich auf verschiedene Lebensbereiche aus und können ohne eine Behandlung eine Auswirkung auf alle Aktivitäten haben.

Die Schmerzen beim Eisprung können zu einer Veränderung der Libido und des Sexualverhaltens führen. Dadurch entstehen häufig partnerschaftliche Konflikte. Bei einem besonders ausgeprägten Schmerzempfinden kommt es zu Beschwerden beim Sexualakt oder einer Dyspareunie. In sehr seltenen Fällen können die Schmerzen beim Eisprung auf Erkrankungen der Geschlechtsorgane hinweisen. Eine Tumorerkrankung, Funktionsstörungen oder eine Geschlechtskrankheit kann vorliegen. Das Auftreten des Schmerzes findet dann auch außerhalb der Zeit des Eisprungs statt. Bei einem entzündlichen Prozess erlebt die geschlechtsreife Frau einen sehr stechenden oder ziehenden Schmerz beim Eisprung. Da Entzündungen einen progressiven Krankheitsverlauf haben, kommt es in den nächsten Tagen zu einer Zunahme der Beschwerden. Häufig werden sie dann durch Bewegungen, wie die Drehbewegungen des Beckens oder der Fortbewegung ausgelöst.

Behandlung und Therapie

Da Schmerzen beim Eisprung so leicht ausfallen und schnell von alleine verschwinden, brauchen sie keine Behandlung. Wenn sie doch einmal wenige Tage anhalten sollten, kann es helfen, eine lauwarme Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf den Bauch zu legen und sich an diesen Tagen nicht zu viel zuzumuten.

Psychischer Stress kann sich erheblich auf den Mittelschmerz auswirken. Ebenfalls als hilfreich hat sich Sport erwiesen, da er die Durchblutung fördert, Glückshormone freisetzt und so einer Missstimmung entgegenwirkt. Sanfte Massagen der Bauchdecke oder andere Wellness-Behandlungen können die Durchblutung zusätzlich unterstützen und psychisch dem leichten Schmerz entgegenwirken, indem sie für Wohlbefinden sorgen.

An dem Tag oder den Tagen sollte sich die Frau selbst etwas Gutes tun, ihr Lieblingsessen kochen oder schlimmstenfalls eine niedrig dosierte Schmerztablette nehmen, wenn sie den Mittelschmerz nicht von allein abklingen lassen möchte.

Obwohl er unerheblich ist, ist es dennoch ratsam, den Schmerz beim Eisprung im Zykluskalender einzutragen und dabei zu notieren, wie lang er anhielt und wie intensiv er war. Sollte sich doch etwas verändern, kann man bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen das Thema ansprechen und frühzeitig abklären, ob die inneren Geschlechtsorgane gesund sind.



Vorbeugung

Angesichts dessen, was im Körper beim Eisprung passiert, ist der Mittelschmerz eigentlich verständlich. Da der Eisprung aber nie vorausgeplant werden kann, ist es auch nicht möglich, den Schmerzen beim Eisprung vorzubeugen.

Meistens sind diese Schmerzen ohnehin so leicht, dass sie die Frau kaum beeinträchtigen, sollten aber beobachtet werden. Wenn sie intensiver werden, länger dauern oder anders werden, ist das ein Signal des Körpers, das abgeklärt werden kann.

Der Mittelschmerz führt in diesem Zusammenhang jedoch nicht zu Folgeerkrankungen und bergen auch kein Risiko für betroffene Frauen, denn sie sind etwas vollkommen Natürliches. Fitness und Bewegung können aber helfen, vorbeugend den Kreislauf zur Zyklusmitte zu stabilisieren.

Bücher über Mittelschmerz

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Ludwig, M.: Gynäkologische Endokrinologie. Ein Handbuch für die Praxis, 2.Auflage, optimist Fachbuchverlag, 2011
  • Kuhl, H.: Sexualhormone und Psyche: Grundlagen, Symptomatik, Erkrankungen, Therapie,1. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2002
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Weyerstahl, T., Stauber, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kirschbaum, M., et al.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005

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