Gesichtsneuralgie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Dezember 2016
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Als Gesichtsneuralgie, auch Trigeminusneuralgie genannt, werden Gesichtsschmerzen bezeichnet. Sie treten in der Versorgungsregion des Nervus trigeminus auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gesichtsneuralgie?

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Medikamente gegen: Schmerzen

Bei der Gesichtsneuralgie, auch Gesichtsneuralgie genannt, handelt es sich um eine Erkrankung des Nervus trigeminus. Dabei leiden die Betroffenen unter schmerzhaften Anfällen im Gesicht. Obwohl die Schmerzen nur kurze Zeit anhalten, gelten sie als überaus intensiv. Es wird zwischen einer klassischen und einer symptomatischen Trigeminusneuralgie unterschieden. Häufiger zeigt sich die klassische Gesichtsneuralgie, die zumeist nur auf einer Gesichtsseite vorkommt. Die Schmerzen wechseln sich mit beschwerdefreien Abschnitten ab. Deutlich seltener tritt die symptomatische Trigeminusneuralgie auf. Hervorgerufen wird sie durch andere Erkrankungen. Im Unterschied zur klassischen Form zeigt sie sich oft auf beiden Gesichtshälften.

Ursachen

Grund für eine Gesichtsneuralgie ist eine Irritation oder Beeinträchtigung des Trigeminusnervs, der den fünften Hirnnerv bildet. Nachdem der Nervus trigeminus ungefähr auf Ohrläppchenhöhe aus der Schädelbasis austritt, untergliedert er sich in drei Äste. Diese sind für die Versorgung verschiedener Gesichtsregionen zuständig. Entsteht an einem Abschnitt des Nervus trigeminus Druck, der zu einer Schädigung der Nervenscheide führt, kann sich der Nerv abrupt entladen, was wiederum anfallsartige Gesichtsschmerzen auslöst.

Die Schmerzen zeigen sich in dem Abschnitt, der vom Trigeminusnerv versorgt wird. Die Auslöser der Gesichtsschmerzen bezeichnen Ärzte als Trigger. Sie werden durch bestimmte Reize im Nervenversorgungsgebiet hervorgerufen. Dabei kann es sich um Lachen, Sprechen, Schlucken, Kauen, Luftzüge, das Putzen der Zähne oder leichte Berührungen von Wange oder Stirn handeln. Ursächlich für die klassische Trigeminusneuralgie ist in der Regel ein pathologischer Gefäß-Nerv-Kontakt. Dabei drückt ein angrenzendes Blutgefäß wie eine Arterie auf den Nervus trigeminus.

Aufgrund des natürlichen Alterungsprozesses verdicken sich die Schlagadern in zunehmendem Maße, wodurch die Gefahr besteht, dass sie die Isolierschicht zwischen Blutgefäß und Nerv durchdringen, was eine Schädigung des Trigeminusnervs zur Folge haben kann. Bei der symptomatischen Gesichtneuralgie sind Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder raumfordernde Tumore für die Schädigung des Nervus trigeminus verantwortlich.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Gesichtsneuralgie:

Ein typisches Merkmal der Trigeminusneuralgie sind abrupt einsetzende heftige Schmerzen auf einer Seite des Gesichts. Die Schmerzen halten meist nur wenige Sekunden bis maximal zwei Minuten an. Von den Betroffenen werden sie als blitzartig und völlig unvermittelt auftretend beschrieben. Die Schmerzen sind brennend und wirken wie ein Stromstoß. Außerdem gelten sie als eine der intensivsten Schmerzformen.

Nicht selten zeigen sich die Schmerzen mehrmals am Tag. Sogar bis zu einhundert Schmerzattacken täglich sind im Bereich des Möglichen. Zwischen den einzelnen Attacken treten keine weiteren Beschwerden auf. Da aber schon kleinste Bewegungen oder Berührungen eine heftige Schmerzattacke auslösen können, stellt die Gesichtsneuralgie eine schwere Belastung für die Patienten dar. So büßen manche Erkrankte an Gewicht ein oder trocknen aus, weil sie aus Angst vor neuen Schmerzen nicht mehr genügend Nahrung und Flüssigkeit zu sich nehmen.

Der Verlauf der Trigeminusneuralgie zeigt sich individuell verschieden. So leiden manche Menschen Wochen oder Monate unter täglich einsetzenden Schmerzattacken. Dazwischen sind auch wochen- oder monatelange beschwerdefreie Zeiträume möglich. Bei etwa 29 Prozent aller Betroffenen kommt es nur einmal zu einer Schmerzattacke. Rund 21 Prozent aller Patienten leiden jedoch erneut unter Schmerzattacken. In schweren Fällen sind erhebliche Beeinträchtigungen der Lebensqualität zu befürchten.

Diagnose

Eine Gesichtsneuralgie zu diagnostizieren, fällt dem Arzt nicht immer leicht. So kommen auch andere Ursachen für die Schmerzattacken in Betracht. Dabei kann es sich um Zahn-, Kiefer-, Nasennebenhöhlen- oder Augenerkrankungen handeln. Um diese Ursachen auszuschließen, bedarf es Untersuchungen durch einen Zahn- oder Augenarzt. Darüber hinaus gilt es festzustellen, welche Trigminusneuralgieform die Schmerzen auslöst. Eventuellen Entzündungen, Tumoren oder Schlaganfällen lassen sich mithilfe einer Magnetresonanztomographie (MRT) auf die Spur kommen.

Behandlung und Therapie

Für die Behandlung einer Gesichtsneuralgie bestehen verschiedene Optionen. Als wenig wirkungsvoll erweist sich zumeist eine Therapie mit klassischen Schmerzmitteln. Diese benötigen nämlich rund 30 Minuten, bis sie ihre Wirkung entfalten. Bis dahin ist der Schmerzanfall jedoch schon wieder vergangen. Aus diesem Grund werden eher vorbeugende Mittel eingesetzt. Dazu gehören in erster Linie die Wirkstoffe Carbamazepin und Clonazepam. Diese Mittel können allerdings ausgeprägte Nebenwirkungen wie Gangstörungen, Lethargie oder Verwirrung zur Folge haben. Führen diese Stoffe nicht zum Erfolg, werden Gabapentin, Lamotrigin oder Pregabalin verabreicht.

Bei einem akuten Anfall lassen sich zudem die Stoffe Phenytoin oder Pimozid einsetzen, deren Gabe intravenös erfolgt. Im Falle einer multiplen Sklerose gilt Misoprostol als sinnvolles Schmerzmittel. Zeigen die Medikamente nicht genügend Wirkung oder führen sie zu erheblichen Nebenwirkungen, kann alternativ auch eine Operation sinnvoll sein. Dabei eröffnet der Chirurg den Knochen des Schädels, damit er die Gefäße, die den Trigeminusnerv einengen, freilegen kann.

Als Alternative kommt zudem eine radiochirurgische Behandlung in Betracht. Bei diesem Verfahren wird der Nervus trigeminus durch den Knochen bestrahlt. Eine weitere Therapiemöglichkeit bietet die perkutane Thermokoagulation, bei der eine Sonde die Schmerzfasern des Trigeminusnervs durch Hitze ausschaltet.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung der Gesichtsneuralgie ist nicht möglich. Lediglich das Ausmaß der Schmerzattacken lässt sich durch entsprechende Therapien begrenzen.

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