Cyberchondrie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. Dezember 2014
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Unter dem Begriff Cyberchondrie bezeichnen Mediziner eine neue Krankheit. Diese lässt sich auf das Internet und die Selbstrecherche einzelner Patienten zurückführen. Die Cyberchondrie ist vergleichbar mit der Krankheit des Hypochonders.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Cyberchondrie?

Mediziner klassifizieren die Cyberchondrie als psychische Störung. Bei dieser psychischen Erkrankung entwickeln Patienten Angst vor diversen Erkrankungen, die sie bei ihrer Recherchen im Internet finden.

Durch die Suche nach etwaigen Symptomen, bilden sich die Patienten eine womöglich im Internet gefundene Krankheit ein. Die Cyberchondrie ist eine neue Wortschöpfung, die sich aus den Begriffen "cyber" sowie "Hypochondrie" zusammensetzt. Die Cyberchondrie gilt als neue Krankheit bzw. psychische Störung.

Ursachen von Cyberchondrie

Die Ursache der Cyberchondrie oder auch des hypochondrischen Spektrums liegen in einer früheren Erfahrung und Prägung des Menschen. Das bedeutet, dass vor allem bei diesen Personen das Vertrauen in der eigenen Gesundheit stark gestört ist. Des Weiteren verlassen sie sich nicht auf ihre Gesundheit und ihren Körper.

Personen, die unter der Cyberchondrie leiden, haben oftmals in ihrem familiären Umfeld - im Kindesalter - schwere Erkrankungen von Angehörigen mitverfolgt. Auch liegt der Ursprung immer wieder in der Erziehung. Dem Betroffenen ist bereits im Kindesalter von der "gefährlichen Welt" berichtet worden. Das bedeutet, dass sehr wohl auch die Erziehung eine Teilschuld an der psychischen Störung hat. Des Weiteren vermuten Ärzte auch eine genetische Veranlagung.

Durch die Möglichkeit der Selbstrecherche im Internet, beginnen viele Patienten bereits auch harmlose Symptome mit Suchmaschinen zu suchen. Doch die Fülle an Informationen wie Möglichkeiten überfordert die Personen. Schlussendlich ist es die nicht durchschaubare Masse an möglichen Informationen und Krankheiten, welche die Personen prägt. Durch die intensive Recherche entsteht somit eine Möglichkeit der Cyberchondrie.

Symptome und Verlauf von Cyberchondrie

Personen, die unter einer Cyberchondrie leiden, haben folgende Symptome sowie Anzeichen: Sie haben Angst krank zu werden bzw. Angst, dass ihre Krankheit gefährlich und lebensbedrohlich ist. Des Weiteren recherchieren Betroffene nahezu zwanghaft im Internet und studieren Gesundheitsinformationen.

Auch sind Personen, die unter einer Hypochondrie leiden gefährdet, dass sie an einer Cyberchondrie erkranken. Es gibt für die Cyberchondrie kein festes Krankheitsbild, sodass die Diagnose äußerst schwer zu stellen ist. Mediziner erkennen oft dann eine Cyberchondrie, wenn bereits eine hypochondrische Störung diagnostiziert wurde. Diese hat die typischen Merkmale, dass Personen Angst vor gefährlichen Erkrankungen haben, obwohl sie keine Anzeichen haben, tatsächlich an dieser Erkrankung erkrankt zu sein.

Spätestens wenn Patienten nur noch an die Möglichkeit einer schweren Erkrankung denken, liegt es wohl auf der Hand, dass diese an der psychischen Störung leiden. Mediziner untersuchen somit auch die körperlichen Aspekte der Person. Der Unterschied zur Cyberchondrie ist, dass hier Personen oftmals stundenlang im Internet recherchieren.

Diagnose von Cyberchondrie

Patienten, die bereits ihrem Arzt mitteilen, welche Krankheit sie haben und welche Auswirkung diese hat, sind ein klassisches Beispiel - und auch das erste Warnzeichen für den Mediziner, dass die Person wohl unter Cyberchondrie leidet. Jedoch ist es für den Arzt schwer, die richtige Diagnose zu ermitteln. Vor allem, weil Personen, die unter einer Cyberchondrie leiden, im Endeffekt immer mit körperlichen Beschwerden den Arzt besuchen.

Im Regelfall dauert es durchschnittlich sieben Jahre, bis der Arzt endgültig die Diagnose Cyberchondrie stellt. Durch das jahrelange Nichtentdecken ist es für den Mediziner schwer, die aufgetretenen Symptome sowie das Verhalten des Patienten zu behandeln.

Behandlung von Cyberchondrie

Derzeit gibt es keine spezialisierten Behandlungsprogramme gegen die Cyberchondrie. Das liegt vor allem daran, da es sich um eine neuartige Erkrankung handelt. Viele Mediziner wenden gleichartige Behandlungen wie bei Hypochondrie an, das bedeutet eine psychotherapeutische Behandlung des Patienten.

Des Weiteren führt der Arzt eine kognitive Verhaltenstherapie durch. Der Mediziner versucht den Patienten zu überzeugen, dass dieser keine schwere Erkrankung hat - und überzeugt somit den Betroffenen, dass dieser an einer Fehlüberzeugung glaubt. Ebenfalls versucht der Mediziner den Patienten dahingehend zu trainieren, dass er sein Verhalten über seinen Körper und die Gesundheit grundlegend ändert.

Auch versucht der Mediziner dahingehend zu agieren, dass er den Patienten überzeugt, nicht selbständig im Internet diverse Symptome zu recherchieren. Oftmals wendet man auch eine medikamentöse Behandlung bei Cyberchondrie an (Antidepressiva).

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Vorbeugung von Cyberchondrie

Im Regelfall gilt es für den Patienten, die an Cyberchondrie erkrankt sind, nicht im Internet nach Symptomen und dementsprechenden Krankheiten zu suchen. So kann ein eventueller Hypochonder die Cyberchondrie abwenden. Das Vermeiden der Selbstrecherche gilt als wichtiger Punkt beim Verhindern der Cyberchondrie. Auch sollte man mit dem Arzt über etwaige Ängste reden, sodass diverse Symptome und Erscheinungen nicht mit der Zeit über Hand nehmen und sich dementsprechend ausbreiten.

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