Zwerg-Holunder

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Oktober 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Zwerg-Holunder

Der Zwerg-Holunder (bzw. Attich) gehört zur Gattung Holunder. Er ist eine giftige Pflanze und hat eine abführende und schweißtreibende Wirkung.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Der Zwergholunder ist giftig! Lediglich Extrakte oder homöopathische Dosierungen der Pflanze werden gegen Verstopfungen und Fieber eingesetzt.

Der Zwerg-Holunder zählt zu den krautigen Pflanzen und wird bis zu 150cm hoch. Seine Blätter teilen sich in feine Fiederblättchen auf, die zwischen 5 und 15cm lang sind. Der Strauch bildet unterirdische Ausläufer und kann sich auch auf diese Weise vermehren. Der Zwerg-Holunder blüht im Juni, Juli und August, wobei er dann weiße Blüten trägt. Die Staubbeutel der Blüten haben eine rote Farbe und verfärben sich dann schwarz.

Seine Früchte sind schwarz und beerenartig. Sie stehen dicht beieinander und verfügen auf der Oberseite über eine Eindellung. Der Geruch des Zwerg-Holunders ähnelt dem der Bittermandel, die Blätter riechen allerdings äußerst unangenehm. Im Inneren des Stängels befindet sich ein weißes Mark, der Wurzelstock ist ebenfalls weiß und wuchert relativ stark. Bereits in der Antike bzw. auch im Mittelalter wurde aus den Beeren ein Farbstoff gewonnen.

Vorkommen und Anbau

Zwerg-Holunder wächst im Mittelmeerraum, in den wärmeren Gebieten Europas bis hin nach Mitteldeutschland sowie in Turkmenien und im Norden Irans. Auch in Österreich kann die Pflanze in allen Bundesländern gefunden werden. Zwerg-Holunder gedeiht vor allem auf Lichtungen bzw. an Wald- und Gebüschrändern sowie in ruderalen Staudenfluren. Die Pflanze bevorzugt dabei basische und stickstoffreiche Böden.

Anwendung und Wirkung

Die Beeren des Zwerg-Holunders sind giftig und dürfen daher nicht gegessen werden. Attichbeeren können sehr leicht mit den Früchten des schwarzen Holunders verwechselt werden, die jedoch essbar sind. Auch in den anderen Pflanzenteilen des Zwerg-Holunders sind giftige Bitterstoffe enthalten. Zwerg-Holunder hat eine schweißtreibende, wundheilende, abschwellende und abführende Wirkung und enthält ätherische Öle, Anthocyanfarbstoffe, Gerbstoff, Kohlenhydrate und Enzyme.

Zwerg-Holunder kommt daher bei folgenden Erkrankungen zum Einsatz: Wassersucht, Harnbeschwerden, Fieber, Lungenerkrankungen, geschwollenen Beinen und Nierenleiden. Die Samen der Pflanze enthalten einen harzartigen Stoff, der zu einer Reizung der Schleimhäute führen kann. In den Blättern ist darüber hinaus ein sehr giftiges Glykosid zu finden. Vor allem im Altertum war der Zwerg-Holunder ein bekanntes Heilmittel, wobei Dioskurides es gegen Wassersucht einsetzte.

Plinius und auch Hildegard von Bingen warnen aber vor der innerlichen Anwendung. Zum äußerlichen Gebrauch empfiehlt sie den Zwerg-Holunder bei Kopfschmerzen bzw. Geschwüren und Nagelfäule. Pfarrer Kneipp verweist ebenfalls auf die heilsame Wirkung der Pflanze. Im Mittelalter wurden auch die Blätter des Zwerg-Holunders bei Geschwülsten äußerlich aufgelegt und aus ihnen eine Salbe zubereitet. Heute setzt die Pflanzenheilkunde hauptsächlich die Wurzel ein, die in Weißwein eingelegt und anschließend getrunken werden kann, was den Harndrang fördert. Dafür muss die Wurzel über einen Zeitraum von mehreren Wochen ziehen und sollte zwischendurch öfter umgerührt werden.

Gegen Fieber kann der Zwerg-Holunder als Tee verwendet werden. Der Tee, der aus der Wurzel zubereitet wird, hat außerdem einen wassertreibenden Effekt, wodurch giftige Urinstoffe ausgeschieden werden können. Verstärkt werden kann die Wirkung, wenn zusätzlich noch Wacholderbeeren gekaut werden. Zur Linderung von Schmerzen wird das Kraut des Zwergholunders auch in warmem Zustand über die Milz gelegt. Bei Unterleibsbeschwerden helfen die Dämpfe aus einem Aufguss von Kraut und Wurzel.

Wogegen hilft Zwerg-Holunder?

Bedeutung für die Gesundheit

In der Volksheilkunde werden vor allem die getrockneten Blätter, der Wurzelstock, die Blüten bzw. die Rinde des Zwerg-Holunders verwendet. Für eine Kräuterteemischung, die bei Fettsucht Anwendung findet, werden Zwerg-Holunder, Goldrute, Ringelblumen, Birkenblätter, Weidenröschen, Brennnessel, Storchenschnabel, Sennesblätter, Rosmarin, Johanniskraut, Brunnenkresse, Braunwurz und Blasentang miteinander vermischt und mit heißem Wasser übergossen. Vor dem Abseihen muss die Mischung 15 Minuten ziehen und kann dann drei Mal pro Tag über einen Zeitraum von drei Wochen getrunken werden.

Für eine Teemischung gegen Gicht werden Anis, Hauhechel, Enzian und Zwerg-Holunder benötigt. Diese wird in Wasser gekocht, abgeseiht und dann jeweils am Morgen bzw. am Abend getrunken. Bekannt ist auch der so genannte Fünf-Wurzel-Sirup, der zum Entwässern verwendet wird. Dafür wird die Wurzel des Zwerg-Holunders gemeinsam mit der Wurzel von Spargel, Petersilie und Fenchel aufgekocht.

Durch das Hinzufügen von Zucker entsteht dann ein Sirup, der auch bei Hautunreinheiten zu empfehlen ist. Wer den Attich verwenden möchte, sollte vor allem auf eine exakte Dosierung achten, da es sonst zu Vergiftungserscheinungen kommen kann, wobei auch über die Haut Giftstoffe in den Körper gelangen können. Nicht ratsam ist es, den Zwerg-Holunder mit Abführmitteln zu kombinieren, da sich die Wirkung dadurch noch verstärken kann. Es empfiehlt sich daher, vor der Einnahme einen Arzt zu konsultieren.


 

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