Zuckungen beim Einschlafen (Einschlafzuckungen)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Januar 2015
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Drei von Vier Menschen in Deutschland haben schon mindestens einmal in ihrem Leben Zuckungen beim Einschlafen (Einschlafzuckungen) gehabt, doch bisher ist trotzdem nur wenig über die unangenehmen Schlafstörungen bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Zuckungen beim Einschlafen (Einschlafzuckungen)?

Unter Zuckungen beim Einschlafen werden eine Reihe von unkontrollierten körperlichen Aktivitäten, die entweder beim oder kurz nach dem Einschlafen stattfinden, zusammengefasst. Dabei kommt es zu kurzen unwillkürlichen Zuckungen der Muskeln in den Gliedmaßen und dem Rumpf, die in der Fachsprache als Myoklonien bezeichnet werden. Diese Zuckungen können zusätzlich von visuellen, sensorischen und auditiven Wahrnehmungen begleitet werden.

Die auditiven Wahrnehmungen äußern sich dabei in lauten Geräuschen, die allerdings nur in der Vorstellungskraft der Betroffenen existieren und folglich von niemand anderem wahrgenommen werden können. Genauso verhält es sich mit den visuellen und sensorischen Wahrnehmungen, bei denen Lichtblitze erscheinen bzw. das Gefühl entsteht zu stolpern oder zu fallen.

All diese Symptome können entweder einzeln oder in Kombination auftreten und machen Zuckungen beim Einschlafen zu einem mysteriösen aber zum Glück auch relativ harmlosen Phänomen, das völlig alters- und geschlechtsunabhängig ist und Frauen und Männer wie Kinder und Senioren gleichermaßen betreffen kann.

Ursachen

Bis zum heutigen Tage bleiben Zuckungen beim Einschlafen für Wissenschaftler und Mediziner gleichermaßen ein großes Rätsel. Bislang blieb es bei nicht wirklich nachweisbaren Vermutungen über die Gründe für die unwillkürlichen Zuckungen.

Aus Ergebnissen von verschiedenen Studien ist bislang nur klar, dass die Symptome verstärkt bei überdurchschnittlich gestressten Personen sowie als Reaktion auf einen erhöhten Geräuschpegel in der Umgebung auftreten. Auf Grundlage dieser Beobachtungen geht die Wissenschaft davon aus, dass sich während des Einschlafvorgangs die Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark verändern.

Als ausschlaggebend für diese Veränderungen wird die Formatio reticularis oder Retikulärformation, ein komplexes Neuronennetzwerk im Gehirn, angesehen. Diese sorgt durch die Aussendung von hemmenden Signalen an das Nervensystem während des Einschlafens für eine Entspannung der Muskulatur und könnte dadurch zumindest für die Zuckungen beim Einschlafen verantwortlich sein, wenn auch nicht für die Begleitsymptome.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Bei der Diagnose von Zuckungen beim Einschlafen hat der Ausschluss von etwaigen Erkrankungen wie Epilepsie oder dem Restless-Legs-Syndrom, die ebenfalls unwillkürliche Muskelaktivitäten während des Schlafes auslösen können, oberste Priorität. Erst danach können mithilfe einer Elektromyografie (EMG) die Einschlafzuckungen gemessen werden. Dabei wird mittels konzentrischer Nadelelektroden, die an den Muskeln angebracht werden, die elektrische Aktivität und Spannung der Muskeln gemessen.

Liegen Zuckungen beim Schlafen vor, werden diese als kurze hohe Spannungen während des Einschlafvorgangs sowie in der Frühphase des Schlafs angezeigt. Auch wenn die Symptome an sich harmlos sind, kann es während des Auftretens von Zuckungen beim Einschlafen durchaus zu einer Beschleunigung des Herzschlags mit Herzrasen sowie zu einer unregelmäßigen Atmung kommen, die für Menschen mit Herzproblemen in Ausnahmefällen zu gesundheitlichen Problemen führen können, für gesunde Menschen aber völlig unbedenklich sind.

Behandlung

Zuckungen beim Einschlafen sind weitgehend harmlos und bedürfen, sofern sie nicht in Folge einer ernsthaften Erkrankung auftreten, in der Regel keinerlei weiterer Behandlung. Allerdings kommt es nicht selten vor, dass die Symptome so extreme Züge annehmen, dass die Betroffenen dadurch aufwachen und dann Probleme mit dem Wiedereinschlafen haben, so dass der Schlaf nachhaltig und unangenehm gestört wird. Manchmal reicht zur Beseitigung oder Milderung der Zuckungen schon der Verzicht auf stimulierende Substanzen wie Koffein oder Nikotin, da auch diese mit dem Auftreten von Einschlafzuckungen in Verbindung gebracht werden.

Raucher sollten daher ernsthaft in Erwägung ziehen, das Rauchen gänzlich aufzugeben. Auf koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee oder Energy Drinks sollte ebenfalls testweise verzichtet werden, um zu überprüfen, ob sich dadurch eine Verbesserung der Einschlafzuckungen einstellt. Sofern dies nicht den gewünschten Effekt erzielen sollte, können darüber hinaus auch leichte Schlafmittel oder Mittel zum Abbau von Stress und zur Beruhigung dabei helfen, die Zuckungen beim Einschlafen sowie die damit einhergehenden Symptome soweit abzuschwächen, dass sie entweder gar nicht mehr auftreten oder aber zumindest den Schlaf nicht mehr entscheidend beeinflussen und Schlafstörungen verursachen.

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Vorbeugung

Da bislang nur bestätigt ist, dass das Auftreten von Zuckungen beim Einschlafen durch laute Umgebungsgeräusche sowie erhöhten Stress begünstigt wird, sind zur effektiven Vorbeugung die Vermeidung von Stress sowie die Schaffung eines ruhigen Schlafumfeldes ratsam.

Zur Stressminderung eignen sich z.B. viel Bewegung an der frischen Luft, eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie Entspannungsübungen wie Yoga oder Pilates.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass beim Zubettgehen alle störenden Geräuschquellen wie etwa der Fernseher, tickende Uhren und Wecker oder das Radio ausgeschaltet sind. Auf diese Weise sollte zumindest die Häufigkeit des Auftretens von Zuckungen beim Einschlafen deutlich reduziert werden können.

Zuckungen beim Einschlafen sind etwas ganz natürliches und weit verbreitet. Zudem sind sie völlig harmlos und können das leibliche Wohl nicht gefährden. Schon einfache Änderungen der täglichen Gewohnheiten können Zuckungen beim Einschlafen mindern und ihre Symptome abschwächen.

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