Zirrhose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. Februar 2016
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Als Zirrhose bezeichnet man ein Krankheitsbild, das sich durch Schrumpfung, Vernarbung und Funktionsverlust der betroffenen inneren Organe auszeichnet. Am häufigsten ist die Leber betroffen. In diesem Fall wird in der Medizin von einer Leberzirrhose gesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Zirrhose?

Der Begriff Zirrhose leitet sich von dem griechischen Wort kirrosis ab, das eine gelblich-orange Färbung der Haut beschreibt, wie sie teilweise in Folge von Lebererkrankungen auftritt. Zirrhosen enstehen meist in Folge einer chronischen Entzündung. Diese führt dazu, dass Zellen des betroffenen Organes absterben. In der Folge kommt es zu vermehrter Bildung von Bindegewebe, sogenannten Fibrosen. Das Organ vernarbt auf einem Großteil seiner Fläche, das betroffene Gewebe verhärtet und geht allmählich zu Grunde. Dies zieht eine Funktionsuntüchtigkeit des betroffenen Organs nach sich, welche wiederum das gesamte Organsystem in Mitleidenschaft ziehen kann. Im fortschreitenden Krankheitsverlauf schrumpft das betroffene Organ teilweise beträchtlich.

Zirrhosen können an verschiedenen inneren Organen auftreten, wie etwa der Lunge, dem Magen, der Bauchspeicheldrüse oder der Niere. Am häufigsten jedoch ist die Leberzirrhose, die auch umgangssprachlich als Schrumpfleber bezeichnet wird und die hier schwerpunktmäßig beschrieben werden soll.

Ursachen

Zirrhosen gründen sich für gewöhnlich auf chronischen Entzündungen. Auch Schädigungen des Gewebes durch Schadstoffe wie beispielsweise Alkohol oder körpereigene Stoffwechseltoxine können zu Zirrhosen führen.

Die Leberzirrhose tritt im Endstadium einer chronischen Erkrankung der Leber auf. Hier ist neben der chronischen Virushepatitis vom Typ B (Hepatitis B) und C (Hepatitis C) insbesondere auch langjähriger massiver Alkoholmissbrauch als Ursache zu nennen.

Die Hepatitis C-Infektion stellt mit etwa 50% der Fälle die häufigste Erkrankungsursache in Industrieländern dar. Darüber hinaus können Autoimmunerkrankungen, Störungen der Galle, bestimmte Stoffwechselkrankheiten sowie venöse Abflussstörungen zu Grunde liegen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Zirrhose:

Der Patient bemerkt eine Leberzirrhose in seinem subjektiven Empfinden oft erst in einem bereits weit fortgeschrittenen Stadium. Es liegen häufig unspezifische Symptome wie Leistungsminderung, Konzentrationsstörungen und Abgeschlagenheit vor.

Einer Zirrhose geht grundsätzlich ein bereits massiv erkranktes Organ voraus. Das chronisch geschädigte Organ bildet knotige, narbige Gewebsveränderung sowie übermäßige Wucherungen des Bindegewebes, sogenannte Fibrosen, welche die Durchblutung des Organes beeinträchtigen. Im Allgemeinen entwickeln sich Leberzirrhosen über einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg, auch wenn gelegentlich schnellere Krankheitsverläufe beschrieben werden. Es handelt sich um progressive Erkrankungen, die sich im Krankheitsverlauf weiter ausbreiten. Die beeinträchtige Leberfunktion führt dazu, dass Blutgerinnung, Verdauung und Entgiftung nur noch eingeschränkt möglich sind.

Durch die massive Vernarbung des Lebergewebes kann Blut nicht mehr ungehindert durch das Organ fließen und staut sich vor der Leber, was weitere Komplikationen wie etwa Krampfadern im Bereich der Speiseröhre nach sich ziehen kann. Zudem kann die Galle nicht mehr ungestört abfließen. Durch die zentrale Funktion der Leber als Entgiftungsorgan kommt es zu einer Beeinträchtigung des gesamten Organsystems.

Die Prognose einer Zirrhoseerkrankung hängt maßgeblich von der ursächlichen Erkrankung, dem betroffenen Organ sowie der Behandlung ab. Jährlich sterben in Deutschland rund 20.000 Menschen an chronischen Lebererkrankungen; diese sind tatsächlich die häufigste Todesursache für Männer im mittleren Lebensalter.

Diagnose

Bei der Diagnose einer Leberzirrhose können die sogenannten Leberzeichen - dazu gehören Verfärbungen der Haut, der Fingernägel und der Bindehaut des Auges sowie ein spezifischer Geruch des Atems - sowie auffällige Tastbefunde geben meist den Hinweis auf eine Lebererkrankung. Durch Blutuntersuchungen können die Funktionsfähigkeit der Leber überprüft sowie eventuell Ursachen eruiert werden. Auch eine aus der Zirrhose resultierende Schädigung weiterer Organe kann auf diesem Wege überprüft werden. Eine Absicherung des Befundes erfolgt über eine Sonographie sowie über eine Biopsie des betroffenen Organes.

Behandlung

Die Leberzirrhose gilt als nicht heilbar. Grundsätzlich ist bei einer Zirrhose die Behandlung der zu Grunde liegenden Vorerkrankung des betroffenen Organs angezeigt. So muss der Missbrauch organschädigender Substanzen wie Alkohol oder bestimmter Medikamente vermieden und Vitaminmangel behoben werden.

Bei chronischer Hepatitis kommt die Behandlung mit Interferon in Betracht, die in einigen Fällen die Hepatitisviren eliminieren kann. Darüber hinaus erfolgt eine symptomatische Therapie. Bei einer Leberzirrhose ist eine engmaschige Kontrolle angezeigt, da sich hieraus ein Leberkarzinom entwickeln kann.

Als letzte Maßnahme kommt, je nach betroffenem Organ, eine Organtransplantation in Betracht. Eine unbehandelte Leberzirrhose führt auf lange Sicht zu schwerwiegenden Komplikationen, zum Organversagen und damit zum Tod des Patienten.

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Vorbeugung

Die Hauptrisikofaktoren für eine Leberzirrhose stellen zum einen Alkoholmissbrauch, zum anderen Infektionen mit Hepatitis Typ B und C dar. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol sowie die Vermeidung einer Hepatitisinfektion (sowohl durch sorgsamen Lebenswandel als auch gegebenenfalls durch eine Impfung für Risikogruppen) stellen somit die effektivsten Vorbeugungsmaßnahmen dar. Bei bestehender Vorerkrankung kann eine frühzeitige Behandlung und ein gesunder Lebenswandel helfen, die Entstehung einer Zirrhose zu verhindern.

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