Ziehen in der Leiste

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Ziehen in der Leiste

Das Ziehen in der Leiste ist oft ein sehr unangenehmer Schmerz in der Leistengegend, der entweder dort seinen Ursprung hat oder dorthin ausstrahlt. Auf jeden Fall sollte immer ein Arzt konsultiert werden, weil sich hinter diesen Beschwerden auch ernsthafte und lebensgefährliche Erkrankungen verbergen können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ziehen in der Leiste?

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Vom Ziehen in der Leiste sind in der Mehrzahl Männer betroffen. Dabei ist dieser Schmerz keine eigenständige Erkrankung, sondern immer nur ein Symptom. Als Leiste wird beim Menschen der untere seitliche Teil der Bauchwand bezeichnet. Die Leistengegend ist eine besondere Schwachstelle des Körpers.

Entlang des sogenannten Leistenkanals kommt es häufig zu Brüchen, die Teile des Bauchfells oder Darms einklemmen können. In diesen Fällen kann es zum Absterben von Gewebe mit entsprechenden dramatischen Folgen kommen. Obwohl sich das Ziehen in der Leiste manchmal harmlos erscheint, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um schwere Störungen oder Komplikationen auszuschließen.

Ursachen

Die Ursachen für ein Ziehen in der Leiste sind vielfältig. Die meisten Probleme in der Leistengegend haben mit Leistenbrüchen zu tun. Dabei sind Männer acht- bis neunmal häufiger als Frauen betroffen. Besonders bei anstrengenden und kraftaufwendigen körperlichen Betätigungen kann es zu Leistenbrüchen kommen. Die Leistengegend ist sozusagen eine Sollbruchstelle, welche auch bei intensivem sportlichem Training eine Schwachstelle bleibt.

Zerren nun Kräfte am Bindegewebe des Leistenkanals, reißt dieses häufig auf. Der Leistenbruch ist entstanden und kann dazu führen, dass sich Teile innerer Organe durch die Bruchstelle quetschen. Mitunter werden z. B. Teile des Darms oder des Bauchfells eingeklemmt und sterben dabei ab. Viele Darmverschlüsse entstehen durch einen Leistenbruch.

Neben Leistenbrüchen gibt es für das Ziehen in der Leiste natürlich auch andere Ursachen. So können beispielsweise geschwollene Lymphknoten in der Leistengegend zu diesen Beschwerden führen. Auch orthopädische Ursachen, wie Arthrose, Bandscheibenvorfall, Haltungsfehler, Muskelungleichgewichte, Sehnenprobleme, Hüftkopfnekrosen, sonstige Hüftprobleme oder auch die sogenannte Sportlerleiste mit Muskelzerrungen verursachen nicht selten Beschwerden in den Leisten.

Erwähnt werden sollte außerdem, dass diese Schmerzen auch von Hodentorsionen oder Hodenhochständen herrühren können. Auch Gefäßveränderungen in Form von Arteriosklerose, Aneurysmen und Krampfaderknoten in der Leistengegend können zu einem Ziehen in der Leiste führen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Ein Ziehen in der Leiste sollte immer dazu veranlassen, einen Arzt aufzusuchen. Denn besteht erst einmal ein Leistenbruch, kann es schnell zu Komplikationen kommen. Zunächst wird der Arzt jedoch eine Anamnese der Krankengeschichte erstellen. Dazu werden im Rahmen eines Patienten-Arzt-Gespräches vorhandene und vergangene Erkrankungen sowie bestehende Risiken in der Familie in die Analyse mit einbezogen.

Bei Leistenproblemen führen körperliche Untersuchungen über Sehen, Fühlen, Abtasten und Messen oft schnell zu einer Diagnose. Ein Leistenbruch ist meist sehr leicht zu erkennen, wenn sich in der Leistengegend Gewebe nach vorne wölbt. Das ist das Zeichen dafür, dass sich bereits Teile innerer Organe durch den Bruch zwängen. Zwar lässt sich die Vorwölbung meist wieder in den Körper zurückführen, jedoch es kann jederzeit zu einer Komplikation kommen.

Um festzustellen, wo sich der Bruch befindet, tastet der Arzt die Bruchpforten ab. Kommen orthopädische Ursachen für die Leistenschmerzen infrage, wird der Arzt Bewegungstests zur Diagnose durchführen. Zur Abrundung der Diagnose bei einem Ziehen in der Leiste wird er noch solche Methoden, wie Röntgenaufnahmen, Sonografie oder Laboruntersuchungen anwenden, um gegebenenfalls auch andere Ursachen auszuschließen.

Behandlung

Die Behandlung von Ziehen in der Leiste richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Bei plötzlich auftretenden starken und akuten Schmerzen ist es gegebenenfalls notwendig, den Notarzt zu rufen, um eine lebensgefährliche Situation durch operative Maßnahmen zu verhindern. Das kann z. B. bei eingeklemmten Leistenbrüchen, Hodentorsionen oder auch bei Blasensteinen sein. Auch plötzliche starke Unterleibsschmerzen, die in die Leisten ausstrahlen, haben Notfallcharakter.

Damit es jedoch nicht erst zu solchen Komplikationen kommt, sollten beispielsweise Leistenbrüche durch klassisches Vernähen oder eine sogenannte Schlüssellochoperation beseitigt werden. Lymphknoten werden je nach Diagnose operiert oder medikamentös behandelt. Dabei ist es wichtig, die Grunderkrankung zu therapieren. Orthopädische Erkrankungen wird der Arzt je nach Ursache symptomatisch oder auch ursächlich behandeln.

Bei Sportlerleisten stehen Trainingspausen im Vordergrund. Auch bei den anderen Ursachen von Ziehen in der Leiste, wie bei Gefäßveränderungen oder Abszessen, muss jeweils ein individuelles Behandlungsprogramm durchgeführt werden.



Vorbeugung

Es gibt viele Möglichkeiten, einem Ziehen in der Leiste vorzubeugen. Zur Verhinderung eines Leistenbruchs helfen körperliches Normalgewicht, ausgewogene Ernährung und Vermeidung von zu starker körperlicher Beanspruchung. Die gleichen Maßnahmen beugen auch Gelenkproblemen vor. Eine gesunde Ernährung, viel trinken und viel Bewegung senken außerdem das Risiko von Harnsteinen, die gegebenenfalls auch zu einem Ziehen in der Leiste führen können.

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