Ziegengrippe (Q-Fieber)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. November 2015
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Die Ziegengrippe (Q-Fieber) zählt zu den Zoonosen. Diese meldepflichtige Erkrankung wird von den Tieren auf den Menschen übertragen und wird ebenfalls als Q-Fieber bezeichnet. Sie hat nichts mit der Kinderkrankheit Ziegenpeter zu tun.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Ziegengrippe (Q-Fieber)?

Die Ziegengrippe (Q-Fieber) ist eine Zoonose. Dabei handelt es sich um Krankheiten, bei denen eine Übertragung von Tieren auf Menschen möglich ist. Der Erreger der Ziegengrippe ist ein Bakterium, welches sich gern im Staub, Heu, in der rohen Wolle und im Kot aufhält. Das Q-Fieber wurde im Jahr 1937 erstmalig in Queensland, dem australischen Bundesstaat, bei Arbeitern in Schlachtbetrieben festgestellt. Mittlerweile ist die Erkrankung weltweit verbreitet. Insbesondere in ländlichen Regionen oder an Stadträndern treten Epidemien mit Hunderten Erkrankungen auf. Der Grund ist, dass die Tiere und Menschen hier viel enger zusammen leben.

Ursachen

Eine Ansteckung mit der Ziegengrippe ist vorwiegend durch einen Kontakt mit infizierten Tieren möglich. Dies betrifft ebenfalls von diesen Tieren kontaminierte Materialien. Vor allem das Einatmen der mit Bakterien verseuchten Heu- und Strohpartikel führt zur Infektion mit der Ziegengrippe. Die Hauptüberträger der Erkrankung sind Nutztiere oder Milchprodukte, die von ihnen verseucht wurden. Ein weiteres Risiko bilden zudem Haustiere, beispielsweise Hunde oder Katzen, die meist über die Bisse von infizierten Zecken zum Überträger der Ziegengrippe werden.

Zum gefährdeten Personenkreis gehören Tierärzte, Bauern, das Schlachthauspersonal oder sonstige Menschen, welche mit den Tieren zusammen sind oder sich in den kontaminierten Ställen aufhalten. Die Erreger sind langlebig und die Aufnahme erfolgt über die Atmung. Befinden sie sich im Körper, vermehren sie sich sehr schnell und überwiegend im Bereich der Atemwege. Daher tritt als Begleiterscheinung oftmals eine Lungenentzündung auf. Von Mensch zu Mensch konnte eine Übertragung bislang nur sehr selten festgestellt werden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Ziegengrippe (Q-Fieber):

Meist beginnt die Infektion damit, dass der Erreger in die Lunge inhaliert wird. Ein bis drei Wochen später machen sich die ersten Symptome bemerkbar. In mehr als 50 Prozent der erkrankten Fälle verläuft die Ziegengrippe jedoch ohne Anzeichen. In der ersten Krankheitsphase ähneln die Symptome denen einer Grippe: Schüttelfrost, hohes Fieber, Muskelschmerzen, trockener Husten, Appetitlosigkeit, starke Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit gehören zu den häufigen Beschwerden.

Bei manchen Betroffenen kommt es zudem zur Entzündung der Lunge, Leber, des Herzens oder Gehirns. Die Erkrankung dauert ungefähr zwei Wochen an, bevor sie von selber wieder ausheilt. Vorsicht gilt bei Schwangeren, da vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel das Risiko einer Fehlgeburt besteht und der Erreger zudem auf das Baby übertragen werden kann.

In der Schwangerschaft verläuft die Erkrankung häufig chronisch. In sehr seltenen Fällen heilt die Ziegengrippe nicht aus. In diesem Fall nehmen die so genannten Fresszellen des Immunsystems den Erreger auf, können diesen jedoch nicht abtöten, sodass er häufig lange Zeit inaktiv bleibt und darauf wartet, sich reaktivieren zu können. Ist das Immunsystem geschwächt, beispielsweise durch andere Erkrankungen, eine Schwangerschaft etc., kann sich der Erreger erneut im Körper ausbreiten. In diesem Fall verläuft die Infektion chronisch. Vor allem das Herz ist davon sehr oft betroffen. In seltenen Fällen sind eine chronische Lungen-, Knochen- oder Leberinfektion möglich. Ein schwerer Verlauf kann lebensbedrohlich werden.

Diagnose

Anfangs wird die Ziegengrippe aufgrund der ähnlichen Symptome wie bei einer gewöhnlichen Grippe nicht diagnostiziert. Oftmals erfolgt nur bei einem Verdacht, da sich das Arbeitsumfeld nahe den Tieren befindet, eine serologische Untersuchung. Liegt die Ziegengrippe vor, wird bei dieser Laboruntersuchung die Existenz von Antikörpern nachgewiesen. Der Bluttest zeigt ebenso, ob die Erkrankung schon einen chronischen Verlauf angenommen hat.

Behandlung und Therapie

Bei der Therapie der Ziegengrippe erfolgt eine ein- bis zweiwöchige Behandlung mit Antibiotika. Dies dient dem Ziel, die Bakterien zu kämpfen und die Symptome zu lindern. Zur zusätzlichen Erleichterung erhält der Patient fiebersenkende Mittel und Schmerzmittel, denn zu den Symptomen gehören oftmals starke Kopf- und Muskelschmerzen. Aufgrund des andauernden Fiebers muss viel getrunken werden, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Bei einem schweren Krankheitsverlauf, beispielsweise einer Lungen- oder Herzbeutelentzündung, wird in den meisten Fällen eine stationäre Behandlung erforderlich. Bei einer chronisch verlaufenden Ziegengrippe erfolgt eine Kombination aus Antibiotika und langfristiger Therapie. Schwangere werden in der Regel mit einem besonderen Medikament behandelt.

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Vorbeugung

Das Risiko, an einer Ziegengrippe zu erkranken, ist insbesondere bei Menschen erhöht, die mit Rindern, Schafen oder den Produkten von Tieren zusammen arbeiten, zum Beispiel Fleisch, Milch oder Wolle.

In Deutschland ist eine Impfung gegen die Ziegengrippe nicht zugelassen, während sie in einigen Ländern für beruflich exponiertes Personal zur Verfügung steht, beispielsweise Veterinäre oder Mitarbeiter in einem Labor und Schlachthof.

Daher sind die Möglichkeiten einer Vorbeugung sehr eingeschränkt. Es bleibt lediglich der gewissenhafte Umgang mit Nutztieren und der Versuch, Erkrankungen zu erkennen. Bei Verdachtsfällen auf eine Ziegengrippe im Tierbestand ist es empfehlenswert, eine Schutzkleidung zu tragen.

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