Zaunwinde

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Oktober 2016
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Die Zaunwinde ist im Volksmund auch als Teufelsdarm, Feldwindling oder als Uferzaunwinde bekannt. Der lateinische Name ist Calystegia sepium, diese Pflanze gehört zu den Windengewächsen. Die Zaunwinde ist bei Gärtner und Hobby-Gärtner sehr unbeliebt, diese Pflanze wuchert und nimmt somit den anderen Nutzpflanzen jeden Lebensraum.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Die Zaunwinde kann bis zu drei Meter hoch werden, ist allerdings auf Hilfe zum Klettern angewiesen. Deshalb ist die Zaunwinde vornehmlich an Zäunen und Hecken zu finden. Es ist eine typische Schlingpflanze und wächst wild. Sehr häufig wird sie an Zäunen angetroffen, die ja eigentlich nur zu Grundstücksbegrenzung gedacht sind. Die Zaunwinde wächst und verbreitet sich sehr schnell und wird oftmals zu einer Bedrohung der Nutzpflanzen. Gerne klettert die Zaunwinde auch an Bäumen hoch und zwar immer gegen den Uhrzeigersinn. Wenn es regnet oder das Wetter sehr ungemütlich ist, schließt die Zaunwinde die Blätter, morgens aber öffnen sie sich wieder und sie verblühen bis zum Mittag. Diese Pflanze kann auch blühen, die Blüten sehen wie kleine Regenschirme aus und sind meist Weiß oder Rosa.

Vorkommen und Anbau

Als Tinktur hilft die Zaunwinde äußerlich aufgetragen gegen Geschwüre oder Insektenbisse.

Angebaut wird diese Pflanze höchst selten, aber das ist auch gar nicht nötig. Sie wächst wild und vermehrt sich sehr stark. Die Pflanze ist mehrjährig und die Wurzeln reichen tief in den Boden hinein. Es werden immer wieder neue Pflanzen gebildet, selbst aus den kleinsten Trieben. Die Zaunwinde hat recht große Blüten, die trichterförmig sind. Daraus ist auch der lateinische Name entstanden, in der griechischen Sprache steht „Kalyk“ für Kelch, „stegia“ für decken und „sepium“ für Zaun. Die Zaunwinde darf allerdings nicht mit der Ackerwinde verwechselt werden, sie hat deutlich kleinere Blüten, die meist rosa gestreift sind.

Die Ackerwinde bleibt auch bedeutend kleiner, der Höhenwuchs ist nicht so stark ausgeprägt. Die Zaunwinde wird im Volksmund oft „Acker-Ranke“ genannt, aber das ist nicht richtig. Die Zaunwinde ist in ganz Europa zu Hause, meist wächst sie in Höhenlagen über 1.400 Metern. Die Zaunwinde braucht einen sehr nährstoffreichen Boden, den sie in Mooren und Feuchtwiesen leicht findet. Sie wächst aber auch an Böschungen, am Waldrand, auf Äckern und Lichtungen. Also überall dort, wo sie einen guten Boden vorfindet und Platz zum Winden hat.

Anwendung und Wirkung

Die Zaunwinde ist allerdings auch eine Heilpflanze, schon im Mittelalter wussten die Leute um ihre abführende Wirkung. In der Naturheilkunde werden die Wurzeln und die Blüten verwendet, sie werden von Juni bis September gesammelt. Dann werden die Pflanzenteile zerkleinert und getrocknet. Allerdings kennen sich nur Kräuterkundige mit der Zaunwinde aus, denn diese Pflanze ist leicht giftig und die Dosierung kann nur von wenigen Experten exakt bestimmt werden.

Inhaltsstoffe sind Tannine, Schleimstoffe, Alkaloide, Gerbstoffe, Mineralsalze und Herzglykoside. Die Pflanze wirkt abführend und der Gallenfluss wird angeregt. Sie senkt das Fieber, ist harntreibend und schweißtreibend. Darüber hinaus werden Menstruationsbeschwerden gelindert und sie entwickelt eine antiangiogene Wirkung. Das wiederum bewirkt, dass sich Tumor-Gefäße bilden somit kann diese Schlingpflanze das Wachstum der Tumore reduzieren. Aus den Pflanzenextrakten wird ein Tee zubereitet, der gegen diese Beschwerden hilft. Ein Teelöffel genügt hier schon und der Tee muss 10 Minuten ziehen.

Aus den Blüten wird eine Tinktur hergestellt, die Entzündungen an den Füßen verhindert und auch gegen Geschwüre und offene Beine hilft die Zaunwinde. Bei Magen-Darm-Beschwerden wirkt sich der Pflanzensaft ebenfalls sehr positiv aus und Schmerzen bei schlecht heilenden Wunden kann sie verhindern. Auch Beschwerden nach Spinnenbissen werden gelindert, allerdings ist die Wirkung der Herz-Glykodside bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

Die Pflanzenteile sind leicht giftig, von einer inneren Anwendung ist daher abzuraten. Manche Experten halten jedoch die Blüten für essbar, man sollte aber trotzdem auf andere Kräuter zurückgreifen. Die Zaunwinde spielt aber weder in der Naturheilkunde, noch in der Homöopathie eine Rolle, sie ist also weder in Kräutermischungen. Salben, Tabletten oder Globuli zu finden.

Wogegen hilft die Zaunwinde?

Bedeutung für die Gesundheit

Obwohl die Zaunwinde als Heilpflanze bekannt ist, ist von der Verwendung abzuraten. Alle Pflanzenteile sind giftig und ohne Kräuterkenntnisse kann die Dosierung nicht genau bestimmt werden. Die Naturheilkunde greift mittlerweile auf ungefährliche und sinnvolle Heilpflanzen zurück. Die Zaunwinde hat eine leicht halluzinogene Wirkung, sie wird auch als „Rauschpflanze“ geführt. Bei einer Überdosierung kann es also zu rauschähnlichen Zuständen kommen.

In der Homöopathie wird diese Heilpflanze gar nicht angewendet, es gibt andere Pflanzen, die die gleiche Wirkung erzielen. Über die psychotische Wirkung ist nur sehr wenig bekannt, die Zaunwinde gehört zu den eher unbekannten Pflanzenarten mit psychotischer Wirkung. Wie gesagt, in der Medizin und der Naturheilkunde wird sie nicht verwendet, obwohl die Zaunwinde als Heilpflanze gilt.


 

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