Zöliakie (Glutenunverträglichkeit, Glutenallergie)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. Juni 2015
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Die Erkrankungen von Menschen, welche durch eine Unverträglichkeit gegenüber verschiedenen Substanzen ausgelöst werden, nehmen ständig zu. Dies gilt ebenso für die sogenannte Zöliakie (Glutenunverträglichkeit, Glutenallergie), für welche es eine ganze Reihe erfolgreicher Therapiekonzepte gibt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zöliakie (Glutenunverträglichkeit, Glutenallergie)?

Ein anderer Begriff, welcher ebenfalls für die Glutenunverträglichkeit verwendet wird, ist die Zöliakie. Die Glutenunverträglichkeit ist ein Erkrankungsbild, welches als sogenannte Enteropathie klassifiziert wird. Darüber hinaus werden bei der Glutenunverträglichkeit variierende Verläufe und Formen behandelt.

Außerdem ist es im Zusammenhang mit der Definition der Glutenunverträglichkeit relevant, dass diese nicht heilbar ist und das Leben zum Teil von der Geburt bis zum Tode bestimmt. Wissenswert ist innerhalb der Definition der Glutenunverträglichkeit ebenfalls, dass eine entsprechende diätetische Ernährungsweise unverzichtbar ist.

Ursachen

Die Ursache, welche zu einer Glutenunverträglichkeit führt, liegt in einem Bestandteil, welcher in speziellen Nahrungsmitteln vorhanden ist. Es geht bei einer Glutenunverträglichkeit um einen bestimmten Eiweißstoff, welcher in variierenden Getreidearten vorkommt. Eine zentrale Bedeutung bei der Glutenunverträglichkeit hat das Eiweiß Gliadin.

Wird Gliadin über die Nahrung zugeführt und nach einer Spaltung der Eiweiße in den Dünndarm transportiert, kommt es teilweise auch durch genetische Ursachen zu einem Durchlass des Eiweißstoffes. Verantwortlich dafür ist bei der Glutenunverträglichkeit die Schleimhaut des Dünndarms. Durch das sogenannte "Kleber-Eiweiß" kommt es im Körper zu einer natürlichen Abwehrreaktion, welches zum typischen Krankheitsbild der Glutenunverträglichkeit führt.

Zu den weiteren auslösenden Kriterien für eine Glutenunverträglichkeit gehören die bereits genannten genetischen Bedingungen sowie eine einesteils vorhandene allergieähnliche Überempfindlichkeit. Außerdem tragen Alkohol und verschiedene Stressoren dazu bei, dass eine Glutenunverträglichkeit forciert werden kann. In Verdacht, eine Glutenunverträglichkeit zu begünstigen, stehen ebenfalls der Pilz Candida albicans, ein Hefepilz, und einige Infektionskrankheiten.

Symptome und Verlauf

Die Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) zeigt sich schon recht früh und zeigt sich hauptsächlich durch gehäufte Durchfälle. Diese führen bei einer Glutenunverträglichkeit neben Störungen der Verdauungstätigkeit zu einem zu geringen Körpergewicht bzw. zu einer Gewichtsabnahme. Neben Durchfall ist fester Kot stark riechend und zäh. Häufiges Erbrechen, Appetitverlust und ein Aufblähen des Bauches sind weitere äußerliche Anzeichen für eine Glutenunverträglichkeit.

Untypische Symptome, welche den Verlauf einer Glutenunverträglichkeit begleiten, sind Mattigkeit, ein reduziertes Körpergewicht, Anämie, Knochenschmerzen oder ein gestörtes Wachstum der Zähne. Bei fortschreitenden, unerkannten und unbehandelten Verlauf der Glutenunverträglichkeit bleiben diese Beschwerden erhalten und nehmen zu. Hinzu kommen bei der Glutenunverträglichkeit gesundheitliche Beeinträchtigungen wie permanente Bauchschmerzen, Entzündungen der Gelenke, Knochenentzündungen und Zahnentzündungen, psychische Erkrankungen und eine extreme Anfälligkeit gegenüber Infektionen. Die Kinder sind zudem in ihrer Reifung und Entwicklung stark verzögert.

Diagnose

Die diagnostischen Varianten der Zöliakie basieren auf der Schilderung der gesundheitlichen Auffälligkeiten der Kinder durch die Eltern sowie auf fundierten labortechnischen Tests und Eingriffen in den Organismus. Neben den serologischen Untersuchungen auf vorliegende Antikörper gegen das Klebereiweiß werden ebenfalls Nachweise in Hinsicht auf das Vorliegen eines spezifischen Enzyms vorgenommen.

Die weitere Diagnostik der Glutenunverträglichkeit beruht auf der Bestimmung der sogenannten Anti-Tissue-Transaminase (ein Leberenzym) und einem Anti-Endomysium. Für das Anti-Endomysium werden Gewebsproben aus der Speiseröhre entnommen. Ergänzend dazu sind histologische Beurteilungen von Darmgewebe sowie eine umfangreiche Differentialdiagnose bei einer Glutenunverträglichkeit bedeutsam.

Behandlung und Therapie

Die Erkrankung Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) ist insbesondere in gut versorgten Industrieländern recht hoch. Unter diesen Umständen ist der einzig richtige Weg, eine Glutenunverträglichkeit zu behandeln, eine diätetische Ernährung. Diese wird bei der Glutenunverträglichkeit auch als glutenfreie Diät bezeichnet.

Die glutenfreie Diät beruht auf dem Weglassen aller Lebensmittel, in denen Gluten enthalten ist, welches zu den Symptomen einer Glutenunverträglichkeit führt. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, kann bei einer Glutenunverträglichkeit auf Getreide verzichtet und dieses durch verschiedene glutenfreie Obst- und Gemüsesorten ersetzt werden. Darüber hinaus wird der Speisezettel bei einer Glutenunverträglichkeit durch die Aufnahme von Nahrungsergänzungsstoffen wie Multivitamintabletten und Zusatzprodukten mit Mineralien ergänzt.

Damit die von einer Glutenunverträglichkeit Betroffenen nicht auf Brot und verschiedene Mehlspeisen verzichtet müssen, kommen heutzutage ganz außergewöhnliche Getreidesorten zur Verarbeitung. Diese enthalten Mehl ohne Gluten und eignen sich hervorragend für die Herstellung von Backwaren für Zöliäkiepatienten.

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Vorbeugung

Die Vorbeugung gegen eine Glutenunverträglichkeit ist bislang nicht realisierbar, zumal die Ursachen noch nicht vollständig bekannt und meist genetischen Ursprungs sind. Wichtig ist es, gesundheitsschädigenden Folgeerscheinungen der Glutenunverträglichkeit vorzubeugen. Die entsprechenden Maßnahmen liegen in der entsprechend glutenfreien Diät und den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen.

Für diese ganz spezifische Lebensweise liegen Unmengen von Rezepten vor, die eine ausgewogene Zusammenstellung der Mahlzeiten ermöglichen. Dadurch erzielen die unter einer Glutenunverträglichkeit leidenden Patientinnen und Patienten keine Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität und können durchaus aktiv teilnehmen. Durch diese diätetische Nahrungszusammenstellung bleiben die Risiken für Folgeerkrankungen einer Glutenunverträglichkeit begrenzbar. Wichtig sind bei der Behandlung der Glutenunverträglichkeit soziale Kontakte zu gleichartig Betroffenen.

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