Winterdepression

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. Juni 2015
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Als Winterdepression wird eine depressive Verstimmung während der Winterzeit bezeichnet. Sie tritt nur von Herbst bis Frühjahr auf und verschwindet danach fast gänzlich. Frauen sind dabei häufiger von einer Winterdepression betroffen als Männer.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Winterdepression?

Die Winterdepression zählt zu den saisonal abhängigen Depressionen (SAD) und tritt nur im Winter auf. Die Depression oder auch depressive Verstimmung ist ein geistiger Zustand, der von Gefühlen der Niedergeschlagenheit und Traurigkeit begleitet wird.

Kurzfristige Stimmungstiefs während der Winterzeit sind normal und treten bei vielen Menschen auf. Hält dieser Zustand allerdings über mehrere Wochen oder Monate an, spricht man von einer Depression. Die Winterdepression wird in der Regel als eine leichte bis mittelschwere Depression klassifiziert.

Ursachen

Als Ursachen für eine Winterdepression kommen verschiedene innere und äußere Faktoren in Frage. Während der Winterzeit sind die Tage kürzer, der Tag-Nacht-Rhythmus verändert sich. Dies führt dazu, dass Hormone und Botenstoffe aus dem Gleichgewicht geraten. Sogenannte Glückshormone, wie Dopamin oder Serotonin, werden häufig in zu geringen Mengen produziert.

Negative Stimmungen und Gefühle der Niedergeschlagenheit sind die Folge. Auch kann die Übertragung zwischen den Synapsen der Nervenzellen gestört sein und eine Winterdepression bedingen. Ausgelöst wird dies beispielsweise durch Lichtmangel.

Daneben können auch diverse äußere Faktoren eine Winterdepression verursachen. Dazu zählen Stress, Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung oder der Tod eines geliebten Menschen. Hinzu kommt auch eine genetische Komponente: die Neigung zu Depressionen oder depressiven Verstimmungen ist erwiesenermaßen erblich. Alkohol, Medikamente und Drogen können die Winterdepression zusätzlich verstärken.

Symptome und Verlauf

Die Symptome einer Winterdepression sind vielfältig. Der oder die Betroffene macht meist einen müden oder erschöpften Eindruck. Ein vermehrter Antriebsmangel und ein Interessenverlust an Arbeit, Familie oder Hobbys ist festzustellen. Gefühle wie Freudlosigkeit, Niedergeschlagenheit und eine gedrückte Stimmung herrschen vor. Depressive neigen dazu sich sozial zurückzuziehen. Oft verlassen sie nicht mehr das Haus und verbringen den Tag im Bett. Spricht man sie auf ihren veränderten Lebenswandel an, reagieren sie verstimmt oder aggressiv.

Charakteristisch für die Winterdepression sind auch Reizbarkeit, Nervösität, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen. Auch können körperliche Symptome ohne nachweisbare Ursachen auftreten. Die Winterdepression ist durch einen typischen Verlauf gekennzeichnet: sie beginnt im Herbst und setzt sich bis zum Frühjahr fort, wo sie dann schlagartig aufhört. Der Verlauf der Winterdepression über die Wintermonate ist nicht aufzuhalten, man kann ihn aber für die Betroffenen erträglicher gestalten.

Diagnose

Die Diagnose einer Winterdepression stellt der Arzt mithilfe einer Anamnese. Dabei befragt er den Patienten bezüglich seiner Krankheitsgeschichte und hinsichtlich der auftretenden Symptome. Weisen die Symptome auf eine Depression bzw. eine depressive Verstimmung hin und treten sie über einen längeren Zeitraum in den Wintermonaten auf, so handelt es sich um eine Winterdepression. Bei der Diagnose einer Winterdepression können auch die Erfahrungen vergangener Jahre und die Aussagen Angehöriger hilfreich sein.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Winterdepression richtet sich ganz nach den auftretenden Beschwerden. Bei leichten depressiven Verstimmungen mit mäßigen Beschwerden können ausgiebige Spaziergänge an der frischen Luft, Sport und eine kohlenhydratreiche Ernährung bereits ausreichend sein. Sind die Symptome schwerer ausgeprägt, sollte man unbedingt zum Arzt gehen.

Dieser verschreibt Antidepressiva oder andere Medikamente, die die Produktion der Botenstoffe und Hormone fördert. Sie sorgen dafür, dass wieder genügend Botenstoffe vom Körper produziert und eingesetzt werden. Infolgedessen funktioniert die Reizübertragung zwischen den Synapsen wieder und der Hormonhaushalt gerät ins Gleichgewicht. Dadurch wird die Stimmung positiv beeinflusst, der Betroffene fühlt sich besser. Ergänzend können eine Lichttherapie oder eine Behandlung mit Johanniskraut zum Einsatz kommen.

Diese Art der Behandlung sollte allerdings im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Bei einer Winterdepression ist es besonders wichtig, die Therapie so lange fortzuführen, bis der Gemütszutand des Betroffenen stabil ist und er sein inneres Gleichgewicht wiedererlangt hat. Nur dadurch kann Rückfällen effektiv vorgebeugt werden. Eine Winterdepression ist im Normalfall sehr gut medikamentös behandelbar und nahezu vollständig heilbar.

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Vorbeugung

Um nicht an einer Winterdepression zu erkranken, gibt es verschiedene Arten der Erkrankung vorzubeugen. So ist es ratsam, die körpereigene Produktion der Glückshormone Serotonin und Dopamin anzukurbeln. Dafür sorgen Spaziergänge an der frischen Luft und Sporteinheiten. Bewegung in jeder Form wirkt sich positiv auf den Körper und den Hormonhaushalt aus.

Man sollte darauf achten, täglich genügend Licht zu tanken und notfalls auf künstliche Lichtquellen zurückgreifen. So kann ein kurzer Besuch im Sonnenstudio wahre Wunder bewirken. Auch mit der Ernährung lässt sich der Hormonhaushalt beeinflussen. Viele Kohlenhydrate und eine ausreichende Menge der Aminosäure Tryptophan in der Nahrung helfen dabei, einer Winterdepression effektiv vorzubeugen.

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