Weinraute

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Oktober 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Weinraute

Die Weinraute, die zur Familie der Rautengwächse gehört, wird den Gewürzpflanzen sowie den mittelalterlichen Heilpflanzen zugeordnet. Zudem wird die Weinraute gern als Zierpflanze verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Der Name Weinraute leitet sich vom lateinischen Wort "Ruta" ab, das für ein „bitter schmeckendes Kraut“ steht. Graveolens wird mit schwer und oftmals auch übel riechend übersetzt. An Wein erinnert an der Pflanze, wie es der Name vermuten lässt, nichts. Die Weinraute, eine ausdauernde Staude, kann eine Höhe von 60 cm erreichen. Die gelben Blüten stehen im doldenartigen, dichten Blütenstand.

Weinraute hilft gegen Erkrankungen der Ohren, Augen und des Verdauungstraktes.

Die Spitzenblüte verfügt über fünf und die anderen Blüten meist über vier Kronblätter. Die wechselständigen Blätter sind leicht bläulich und zwei- bis dreifach gefiedert. Die kräftigen Stängel sind aufrecht stehend. Die Weinraute, die robuste, mehrjährige Pflanze, blüht von Juni bis Juli. Sie ist in zahlreichen Gärten zu finden, jedoch meist als Zier- und nicht als Heilpflanze oder Gewürzkraut. Die Weinraute wird gern als Beetabtrennung und als niedrige Hecke gepflanzt. Der stark aromatische Duft soll Schnecken und andere Tiere sehr zuverlässig fernhalten.

Vorkommen und Anbau

Die Weinraute stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, weshalb sie eher trockene, sandige Böden bevorzugt. Auch an warmen und vollsonnigen Standorten gedeiht sie sehr gut. Sie wächst verwildert auf Weinbergen, allerdings kommt sie nur selten vor. Zu den natürlichen Verbreitungsgebieten gehören der östliche Mittelmeerraum, Südeuropa, die Balkanhalbinsel sowie die Krim.

Wird ein richtiger Standort gewählt und ein passendes Pflanzsubstrat verwendet, kommt die Weinraute gewöhnlich ohne eine Pflege aus. Lediglich ein Schnitt im Frühjahr ist eine gute Empfehlung. Die Weinraute ist im Allgemeinen eine schöne Blühpflanze, die kaum Arbeit macht, in der Anschaffung günstig ist und vielseitig verwendet werden kann. Die Blätter der Weinraute sollten bei Sonnenschein mit Handschuhen geerntet werden, denn es sind sonst Hautreizungen möglich.

Anwendung und Wirkung

Die Weinraute gehörte im Mittelalter zu den wichtigsten Heilkräutern und wurde in allen Klostergärten angebaut. Dieses Kraut erlangte insbesondere während der Pestzeit eine große Berühmtheit, da vermutet wurde, dass sich die Menschen, welche sich mit dem Öl einreiben, weniger anstecken. Auch im Altertum war die Weinraute eine hochgeschätzte Heilpflanze, die bei Augenleiden, Ohrenschmerzen und Wurmbefall eingesetzt wurde.

Zudem galt sie als ein wirksames Gegenmittel gegen Gift. Die Weinraute war in der römischen Küche eines der wichtigsten Gewürze, das in vielen Speisen verwendet wurde. Das Gewürz wird heute beispielsweise genutzt, um Grappa zuzubereiten. Auch wird es in Essig eingelegt und kann dadurch aromatisierend wirken. Der Geschmack ist sehr intensiv, sodass meist nur geringe Mengen benötigt werden. Die Weinraute passt gut zu Fleisch, Fisch, Eier, Salate, Streichkäse, Kräuterbutter und vielem mehr.

Je länger sie jedoch erwärmt wird, desto mehr verstärkt sich der bittere Geschmack. Der Kreativität sind ansonsten keine Grenzen gesetzt, sodass sie nahezu jedem Gericht beigefügt werden kann. Als Tee hilft sie gegen Verkrampfungen sowie Reizungen aller Art sehr gut. Pro Tasse wird ein Teelöffel verwendet. Schwangere sollten jedoch auf einen Verzehr der Weinraute verzichten, da sie zu Wehen und im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt führen kann. Grundsätzlich sollte die Weinraute sehr sparsam verwendet werden, denn in hohen Dosierungen wirkt sie leicht toxisch.

Wogegen hilft die Weinraute?

Bedeutung für die Gesundheit

Die Weinraute hat viele positive Wirkungen auf die Gesundheit. Die Blätter entfalten, als Tee zubereitet, ihre Wirkung beispielsweise bei Verdauungsbeschwerden und Hitzewallungen. Des Weiteren soll der Tee die Nerven und das Herz stärken sowie die Verdauung und den Schlaf fördern. Es sollten pro Tag jedoch nicht mehr als drei Tassen getrunken werden. Die Weinraute hat zudem eine reinigende Wirkung auf die Leber, Nieren und Blase.

Sie löst zudem Verkrampfungen, fördert die Durchblutung und wirkt Menstruationsbeschwerden entgegen. Vor allem bei einer zu schwachen oder zu späten Periode ist die Weinraute hilfreich. Sie kann auch in den Wechseljahren wertvolle Dienste zum Lindern der typischen Beschwerden leisten. Sie wirkt zum Beispiel gegen Hitzewallungen und einem Blutandrang im Kopf. Die Weinraute ist harntreibend bei Nieren- und Blasenbeschwerden.

Sie hilft außerdem bei Blähungen, einem zu hohen Blutdruck und Kreislaufbeschwerden wie Schwindelanfällen oder einem Herzklopfen, bei Rheuma und Gicht, bei Magenkrämpfen, einem Reizmagen und -darm, Entzündungen und Knochenschmerzen. Bei leichten Verstopfungen, die aufgrund einer Fehlernährung auftreten, wirkt die Weinraute verdauungsfördernd. Auch gegen Wurmerkrankungen wird sie eingesetzt. Äußerlich kann die Weinraute auch bei Erkrankungen der Augen sowie zur Erhaltung der Sehkraft angewendet werden. Kompressen oder Augenbäder schaffen bei vielen Beschwerden eine schnelle Linderung.

Rezeptfreie Naturheilmittel und Homöopathie

 

Bücher über Heilpflanzen

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Weinraute?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?