Weißer Germer

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Oktober 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Weißer Germer

Der Weiße Germer ähnelt dem Gelben Enzian, er ist eine sehr imposante Erscheinung, aber er ist giftig. Sehr giftig sogar, er hat also nur in medizinisch geschulten Händen etwas zu suchen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Der Weiße Germer ist giftig! Lediglich Extrakte oder homöopathische Dosierungen der Pflanze werden gegen Hautausschlag, Krätze und Schuppenflechten eingesetzt.

Er wächst im Hochgebirge, bis zu 2.000 Metern. In alter Zeit behandelte der bekannte Arzt Hippokrates schon die Cholera mit dieser Pflanze, andere Zeitgenossen setzten ihn jedoch zur Schädlingsbekämpfung ein. Der Weiße Germer ist auch als Nieswurz oder Lauskraut bekannt, er gehört zur Pflanzen-Familie der Germer-Gewächse und sein botanischer Name ist Veratrum album. Der Weiße Germer kann bis zu 1,50 Meter groß werden, ist ein sehr krautiges Gewächs und mehrjährig. Es ist bei dieser Pflanze Vorsicht geboten, denn der Weiße Germer ist giftig, die Alkaloiden befinden sich verstärkt in der weißen Wurzel,doch alle Teile sind giftig und dürfen keinesfalls verzehrt werden. Je höher der Weiße Germer angesiedelt ist, umso niedriger ist die Konzentration der Alkaloiden, im Tal angesiedelte Pflanzen sind weitaus giftiger.

Vorkommen und Anbau

Diese Giftpflanzen haben Laubblätter, die in sich gewunden und wechselständig angeordnet sind. Die unteren Blätter haben eine ovale Form und werden ca. 20 Zentimeter lang. Die weiter oben angesiedelten Blätter erinnern mehr an eine Lanzette. Bei allen Blättern verlaufen die Nerven parallel, sie haben eine tiefe Furche und umfassen den vollständigen Stängel. Zum ersten Mal blüht der Weiße Germer einige Jahre nach dem Austreiben. Der Weiße Germer blüht von Juni bis August, er trägt ca. 50 cm lange Blütenrispen. An ihnen befinden sich weiße Blüten mit grünen Nerven.

Der Weiße Gerber verströmt einen sehr unangenehmen Geruch, der bei Sonnenschein erheblich verstärkt wird. Der Weiße Gerber ist in den Alpen, im Alpenvorland und in Hochlandfluren sehr häufig zu finden, wächst aber auch auf Feuchtwiesen und Mooren. Besonders häufig kommt er in Österreich vor und Kälber oder Schafe werden oft vergiftet. Landwirte graben oder reißen sie oft aus. Außerhalb der Blütezeit ähnelt diese Pflanze dem Gelben Enzian, es kommt oft zu einer Verwechslung mit schlimmen Folgen.

Anwendung und Wirkung

Der Weiße Gerber ist ein Nervengift und seine Inhaltsstoffe sind Germerin, Protoverin, Protoveratrin A und B, Jervin, Rubijervin, Veratrenon und Veratramin. Die Wurzel dieser Pflanze ist noch viel giftiger als die oberirdischen Pflanzenteile, schon ein bis zwei Gramm dieser pulverisierten Wurzel kann zum Tode führen. Trotzdem wurde sie früher zu Heilzwecken eingesetzt, sie sollte den Kreislauf stabilisieren. Die Wurzeln der Pflanze wurden auch eingesetzt, um Niesreiz zu lindern. Sehr geschätzt wurde der Weiße Gerber auch, wegen seiner schleimlösenden, schmerzstillenden, nervenberuhigenden und blutdrucksenkenden Wirkung, aber eine versehentliche Überdosierung führte zu schweren Schäden und oft genug zum Tode.

Die Vergiftung kann schnell bemerkt werden, Niesreiz, Übelkeit und Erbrechen, sowie Kribbeln im Mund und erhöhter Speichelfluss sind die ersten Anzeichen. In schweren Fällen macht sich Atemnot bemerkbar und das Herzversagen führt meist zum Tod. Auch in der heutigen Medizin wird die Wurzel verwendet, allerdings wird Weißer Gerber in sehr geringen Dosen verabreicht. Sollte eine Vergiftung eintreten, muss der Betreffende sofort in ein Krankenhaus gebracht werden, der Patient kann innerhalb der ersten zwölf Stunden noch gerettet werden.

Er erhält Magenspülungen und der Kreislauf wird stabilisiert, eine künstliche Beatmung ist meist ebenfalls notwendig. Aktivkohle kann den Durchfall stoppen und die Schmerzmittel helfen gegen Krämpfe und das allgemeine Unwohlsein. Außerdem sind diese Patienten schön warm zu halten. Selbst früher wurde der Weiße Gerber meist äußerlich angewendet, er hilft bei Schuppenflechte, Krätze oder Ausschläge verschiedenster Art. Damit wurden auch Kopfschuppen beseitigt und die Haarwurzel gekräftigt. Heute wird der Weiße Gerber nur in Fertig-Präparaten und in der Homöopathie eingesetzt.

Wogegen hilft der Weiße Germer?

Bedeutung für die Gesundheit

In der Antike war der weiße Gerber als Heilmittel sehr beliebt, es wurde oft als Brechmittel eingesetzt und gegen Herzbeschwerden und Bluthochdruck soll es auch geholfen haben. Es kam sogar im Schnupftabak vor, allerdings in sehr geringer Dosis. Heute spielt die Wurzel nur noch in der Homöopathie eine Rolle, das Gift wird so stark verdünnt, dass es keinen Schaden mehr anrichten kann. Im Gegenteil, die sonst sehr giftigen Substanzen werden zu einem sehr wirkungsvollem Heilmittel. Meist wird es bei einer Neigung zur Ohnmacht eingesetzt und zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck kann der Weiße Gerber bekämpfen.

Weiterhin wird Ischias, Bronchitis, Depressionen, Verstopfung und Lebensmittelvergiftung damit behandelt und bei Migräne kann es helfen. Bei Hauterkrankungen hilft der Weiße Gerber ebenfalls, Schuppenflechte oder Ausschläge können erfolgreich behandelt werden. Weiterhin hilft der Weiße Gerber bei Muskelerkrankungen, bei einer Darmgrippe und selbst bei Menstruationsbeschwerden. Auch zur allgemeinen Stärkung wird der Weiße Germer gerne hergenommen.

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