Weißer Ausfluss der Scheide

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. Oktober 2016
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Jede Frau kennt den weißen Ausfluss der Scheide, dieser ist völlig normal und an sich keine Erkrankung. Bestimmte Krankheiten wie Chlamydien oder hormonelle Schwankungen können jedoch zu einer Veränderung des Ausflusses führen, was in den meisten Fällen jedoch gut behandelt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist weißer Ausfluss der Scheide?

Weißer Ausfluss aus der Scheide, auch Weißfluss oder Fluor albus genannt, tritt bei jeder gesunden Frau auf. Der weiße Ausfluss ist hormonell gesteuert und tritt bei Mädchen meist einige Jahre vor dem Einsetzen der Menstruation zum ersten Mal auf und begleitet jede Frau bis zur Menopause. Der weiße Ausfluss der Scheide enthält viele Milchsäurebakterien, wodurch der pH-Wert der Scheide im Inneren leicht sauer gehalten wird, was Krankheitserregern das Eindringen erschwert.

Außerdem können abgestorbene Zellen und das Sekret der Gebärmutter auf diesem Weg ausgeschieden werden. Menge, Farbe, Geruch und Konsistenz von Weißfluss sind bei jeder Frau verschieden. Wie der Name schon vermuten lässt, hat der Ausfluss meist eine weiße Färbung. Bei gesunden Frauen sollte der Ausfluss beinahe geruchlos sein.

Ursachen

Das Austreten von weißem Ausfluss aus der Scheide ist grundsätzlich ein normaler Vorgang im Körper jeder gesunden Frau. Es gibt jedoch eine Reihe von Erkrankungen, welche die Farbe, Konsistenz, Menge bzw. Geruch des Ausflusses verändern. Sehr häufig ist eine Pilzinfektion für eine Veränderung des weißen Ausflusses verantwortlich. Dabei vermehrt sich der Pilz Candida albicans, welcher auch in einer gesunden Scheide vorkommt, krankhaft.

Dies führt zu Symptomen wie vermehrtem, meist klumpigen Ausfluss und Juckreiz im Genitalbereich. Einige Geschlechtskrankheiten führen ebenso zu einem veränderten Ausfluss aus der Scheide. Dazu zählen unter anderem Chlamydien und Gonorrhö. Nicht selten leiden Frauen während der Schwangerschaft unter starkem Weißfluss.

Dies kann zwar auf eine Erkrankung hindeuten, ist in vielen Fällen jedoch durch die hormonellen Veränderungen begründet und damit harmlos. In seltenen Fällen und meist bei Frauen, die ihre Wechseljahre bereits hinter sich haben, kann ein vermehrter, mitunter blutiger Ausfluss auf einen Tumor hindeuten.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Weibliches Geschlechtsorgan. Weißer Ausflusses der Scheide ist ein typisches Symptom einer Scheidenentzündung.

Die Konsistenz und Menge des vom Körper produzierten weißen Ausflusses der Scheide ist davon abhängig, wo im Monatszyklus sich eine Frau befindet. Während des Eisprungs ist das Sekret typischerweise sehr flüssig, dies erleichtert es Spermien einzudringen. Nach der Menstruation ist der weiße Ausfluss meist relativ zähflüssig; in dieser Zeit kann keine Befruchtung stattfinden. Dieser Verlauf ist vollkommen normal.

Verändert sich der weiße Ausfluss der Scheide jedoch unabhängig vom Monatszyklus, sollte ein Gynäkologe aufgesucht werden. Der Gynäkologe erhebt im Rahmen der Diagnosestellung zuerst eine Anamnese. Dabei fragt er nach der Farbe und dem Geruch des Ausflusses, nach der Einnahme von Arzneimitteln und nach bereits bekannten Erkrankungen.

Danach führt der Frauenarzt eine gynäkologische Untersuchung durch. Dabei kann er Veränderungen der Schleimhaut in der Scheide feststellen. Außerdem nimmt er einen Abstrich, damit wird dann im Labor der Krankheitserreger bestimmt. In den meisten Fällen ist die Ursache für weißen Ausfluss schnell gefunden und kann gut therapiert werden.

Behandlung

Die Behandlung des weißen Ausflusses der Scheide ist von der zugrundeliegenden Erkrankung abhängig. Der zyklusabhängige Weißfluss ist völlig harmlos und bedarf keinerlei Behandlung. Eine Infektion mit dem Hefepilz Candida albicans wird mit Antimykotika, also Antipilzmitteln, behandelt. Gynäkologen verschreiben dabei meist Vaginalzäpfchen, welche die entsprechenden Antimykotika enthalten.

Es gibt jedoch auch spezielle Salben, welche auf die Schamlippen aufgetragen werden. Liegt eine bakteriell bedingte Geschlechtskrankheit vor, verschreibt der behandelnde Gynäkologe Antibiotika. Viele Geschlechtskrankheiten, wie etwa Chlamydien, lassen sich durch die Gabe von Antibiotika gut behandeln. Beim Vorliegen einer Geschlechtskrankheit muss der Partner unbedingt mitbehandelt werden, auch wenn dieser keine Symptome aufweist. Auch bei einer Pilzinfektion ist es ratsam den Partner mitzubehandeln. Männer können sich zwar kaum bei ihrer Partnerin anstecken, allerdings können nach dem Geschlechtsverkehr Pilzspuren an ihrem Körper verbleiben, wodurch sich die Frau immer wieder infiziert.

Ein wichtiger Teil der Behandlung von weißem Ausfluss aus der Scheide ist die richtige Intimhygiene. Die Intimhygiene sollte weder vernachlässigt noch übertrieben werden. Besonders, wenn das Scheidenmilieu bereits aus dem Gleichgewicht geraten ist, sollte die Reinigung des Intimbereichs nur mit hautneutralen Seifen und Wasser erfolgen.



Vorbeugung

Weißer Ausfluss aus der Scheide lässt sich nicht vorbeugen, da es sich dabei um einen völlig normalen Prozess des weiblichen Körpers handelt. Es gibt jedoch eine Reihe von vorbeugenden Maßnahmen, um einen krankheitsbedingten Ausfluss aus der Scheide vorzubeugen. Dabei spielt die Intimhygiene eine große Rolle.

Grundsätzlich sollten Frauen keine aggressiven Waschlotionen verwenden, da diese den sauren pH-Wert des Scheidenmilieus aus dem Gleichgewicht bringen können. Darüber hinaus ist es ratsam die Vaginalflora nach einer Antibiotikatherapie wieder aufzubauen. Gut geeignet dafür sind Milchsäurekuren, welche rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Eine wichtige vorbeugende Maßnahme ist auch die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr.

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