Weber-A-Fraktur

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Juni 2016
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Die Weber-A-Fraktur ist eine Sprunggelenksfraktur. Man unterteilt diese nach einem von Weber erstellten System in A-, B- und C-Frakturen. Als Weber-A-Fraktur wird ein Bruch unterhalb der so genannten Syndesmose bezeichnet. Die Weber-A-Fraktur ist eine der häufigsten Bruchverletzungen am Fuß.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Weber-A-Fraktur?

Als Weber-A-Fraktur wird ein Bruch des oberen Sprunggelenks im Fuß klassifiziert, der oberhalb eines unechten Gelenks namens Syndesmose eintritt. Damit unterscheidet sich die Weber-A-Fraktur von den Weber-B- und C-Frakturen durch die Höhe der Bruchstelle. Bei der Weber-A-Fraktur bleibt die Syndesmose selbst unverletzt.

Neben der Weber-A-Fraktur unterscheidet die Medizin weitere Sprunggelenksfrakturen nach Weber:

Sprunggelenksfraktur nach Weber-Typ-A

Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen einer Weber-A-Fraktur gehören glatteisbedingte Stürze, Unfallverletzungen oder Sportverletzungen. Insbesondere das Umknicken kann zu Malleolenfrakturen vom Typ Weber A führen. Außerdem gehört die Weber-A-Fraktur zu den typischen Verletzungen von Skifahrern, die eine unbedachte Drehbewegung des Sprunggelenks vollführt haben.

Auch bei Sprüngen aus größerer Höhe - beispielsweise von einer Mauer - kann es zu einer Weber-A-Fraktur kommen. Bei direkter Gewalteinwirkung auf das Sprunggelenk, beispielsweise durch einen Autounfall oder einen Schlag mit einem Hockeyschläger während des Spiels, kann eine Weber-A-Fraktur eintreten. Rollerblader, Schlittschuhläufer oder Skateboardfahrer sind häufiger betroffen.

Es genügt für eine Weber-A-Fraktur, eine Treppe im Haushalt hinunter zu stolpern. Unter Alkoholeinfluss werden Glatteis oder unebene Wegstrecken häufig unterschätzt und führen durch einen Sturz zu einer Weber-A-Fraktur. Eine Weber-A-Fraktur kann auch als begleitende Verletzung nach einem Bruch des Unterschenkels auftreten.

Symptome und Verlauf

Die Symptome und der Verlauf der Weber-A-Fraktur sind klassisch. Man spürt einen mehr oder weniger starken Schmerz und eine veränderte Beweglichkeit des Sprunggelenks. Es kann schnell anschwellen und der Fuß kann beim Auftreten und erst recht beim Abrollen behindert sein. Oft verfärbt sich bei einer Weber-A-Fraktur die Haut rund um das Sprunggelenk ins Bläuliche.

Häufig kommt es bei der Weber-A-Fraktur zu einer auffallenden Stellungsveränderung des betroffenen Fußes, der in einem unnatürlichen Winkel abgeknickt wirkt. In schweren Fällen kann die Weber-A-Fraktur auch als ein offener Bruch vorliegen. In diesem Fall sind an der Bruchstelle des Sprunggelenks aus dem Gewebe ragende Knochenteile zu sehen. In solchen Fällen ist die Weber-A-Fraktur so gravierend, dass der Fuß nicht mehr bewegungsfähig ist.

Die Schocksymptome können dafür sorgen, dass der typische Schmerz, den man bei einer Weber-A-Fraktur spürt, zunächst nicht wahrgenommen wird. Im Verlauf wird der Schmerz der unbehandelten Weber-A-Fraktur stärker und eine medizinische Behandlung ist unumgänglich.

Diagnose

Die genaue Diagnose einer Weber-A-Fraktur kann nur ein Arzt stellen. Meist sind dazu Röntgenaufnahmen erforderlich. Das typische klinische Bild einer Weber-A-Fraktur liegt vor, wenn die Syndesmose intakt ist und die Bruchstelle unterhalb derselben liegt. Der Arzt wird bei diagnostischer Unklarheit auch die Durchblutung durch manuelle Untersuchungsmethoden prüfen und die Beweglichkeit oder Empfindlichkeit bestimmter Fußareale rund um die Bruchstelle abklären.

Wichtig für die Diagnose und Therapie ist, wo die Bruchlinie liegt und wie stark das Gelenk betroffen ist. Die Untersuchung umfasst die Gelenk bildenden Knochen, die Außen- und Innenknöchel samt Wadenbein und Fibula, den Knöchelfortsatz und die Gelenkflächen zwischen Schienbein und Sprungbein. Meist wird das von einer Weber-A-Fraktur betroffene Sprunggelenk röntgenologisch in zwei Dimensionen untersucht und dargestellt. Es geht darum, dass möglicherweise in Folge der Weber-A-Fraktur eingetretene Begleitschäden ausgeschlossen oder erkannt werden. Es kann in Folge der Weber-A-Fraktur beispielsweise zu zusätzlichen Bänderrissen, weiteren Frakturen, zu Verdrehungen oder einer Luxation von Sehnen kommen.

Behandlung und Therapie

Die konservative Behandlung einer Weber-A-Fraktur wurde früher mit einem Unterschenkelgips vorgenommen. Er verblieb am Bein, bis der Bruch geheilt war. Heutzutage kommt man aber immer öfter davon ab. Man verwendet diese Therapie - nach der zuvor oft notwendigen Operation - nur noch bei glatten Frakturen und wenn eine Operation nicht möglich ist.

Die operative Versorgung ist heutzutage das übliche Behandlungsverfahren bei einer Weber-A-Fraktur. Die Knochenzurichtung bzw. Dislokation des Knochens muss wegen der schnell eintretenden Schwellung und möglicher weiterer Verletzungen möglichst schnell nach einem Unfall beseitigt werden. Sie geschieht bei einer Weber-A-Fraktur meist ohne Narkose, aber unter Schmerzmitteln.

Bei der Operation einer Weber-A-Fraktur kann es nötig werden, den gebrochenen Knochen vorübergehend oder dauerhaft mit Stahlplatten und Schrauben zusammenzufügen.

Bei optimaler Behandlung einer Weber-A-Fraktur erfolgt nach kurzer Ruhepause eine möglichst früh einsetzende Nachbehandlung mit Physiotherapie und Bewegungsübungen. Erfolgt die Wiederherstellung des Gelenks sachgerecht, ist keine Arthrose als Spätfolge einer Weber-A-Fraktur zu befürchten.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen eine Weber-A-Fraktur ist nur bedingt möglich. Man kann riskante Sportarten und plötzliche Manöver beim Skifahren verhindern, nicht aber altersbedingtes Stolpern, Glatteis oder vermooste Gehwegplatten, die bei Regen und Schnee eine erhöhte Rutschgefahr darstellen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Babsi41 kommentierte am 12.06.2015 um 08:45 Uhr

Habe eine Weber-A-Fraktur, die nicht mit einer Operation behandelt wurde. Welche Physiotherapie wird empfohlen? Die Fraktur besteht seit 10 Tagen. Ich liege ausschließlich, belaste nicht und mir wurde der halbe Unterschenkel eingegipst.

piju 38 j. kommentierte am 19.06.2015 um 04:01 Uhr

Ich bin am 30.06.15 umgeknickt. Mein Fuß wurde sofort dick und schmerzte. Ich dachte mir schon das da was gebrochen ist. Natürlich bin ich direkt zum Arzt und er bestätigte mir einen Kapselriss und eine Weber A Fraktur. Ich hätte dann einen aircast-Stiefel bekommen sollen, doch der Bruch heilte nicht. So beschlossen meine Ärzte am 08.06.15 doch zu operieren. Ich habe eine Platte mit 3 Schrauben rein bekommen und mir wurde von der Verse ein Stück Knochen herausgestanzt und zwischen dem Bruch gesetzt. Ich habe die OP ambulant machen lassen, das war zum Glück möglich. Jetzt heißt es erst mal wieder 6 Wochen ohne Belastung. Gestern habe ich die Fäden gezogen bekommen und der Arzt ist ganz zufrieden. Am 16.07.15 muss ich wieder hin und ich hoffe das ich dann diesen Stiefel los werde und meinen Fuß wieder belasten kann. Das sagte mir mein Arzt zumindest gestern. Am 16.07.15 darf ich wahrscheinlich wieder laufen. Bei mir ist es leider ein langsamer Heilungsprozess. Einfach nur Pech!

Kat38 kommentierte am 31.07.2015 um 10:05 Uhr

Ich habe eine Weber A Fraktur, der Bruch war laut Röntgenbild nicht verschoben. Keine OP. Zunächst 1 Woche Gipsschale, dann eine Orthese von Ottobock bekommen. Da diese ständig verrutscht, bekomme ich jetzt eine Aircast-Schiene. Nach insgesamt 5 Wochen kompletter Ruhigstellung soll ich dann langsam anfangen den Fuß trotz Schmerz wieder zu belasten.

renien kommentierte am 30.08.2015 um 15:45 Uhr

Bei mir wurde zur Behandlung einer Weber-A-Fraktur nur eine Orthese angelegt. Ich habe sehr starke Schmerzen. Weiß jemand, warum nicht operiert wurde? Ist dies eine gängige Behandlungsmethode?

Frauke99 kommentierte am 13.11.2015 um 20:21 Uhr

Ich bin vor 12 Tagen im Urlaub umgeknickt und gestürzt. Gestern war ich (zum ersten Mal nach dem Unfall) beim Orthopäden. Diagnose: Weber A Fraktur! Ich bin aber bereits 12 Tage auf dem Fuß herumgehumpelt. Jetzt soll ich einen Airwalker bekommen. Da ich aber sehr kräftige Waden habe gibt es keinen passenden?! Daher soll ich jetzt ungeschient nur mit Gehhilfen laufen. Das erscheint mir etwas komisch, da ich den Fuß so natürlich weiter belaste. Hat jemand einen Tipp, was ich nun tun soll?

Tenorsaxofon kommentierte am 01.07.2016 um 20:01 Uhr

Wie ich heute dem Schreiben, welches ich für meine Krankenkasse bekommen habe, entnehmen konnte, habe auch ich eine Weber A Fraktur. Der Unfall passierte am 17.1.16. Auf dem Röntgenbild war nichts zu sehen. Die Schiene, die ich bekommen habe wurde noch nicht einmal angepasst, so dass ich an der Wade ein großes Hämatom bekommen habe. Inzwischen schreiben wir den 1.7.16 und die Fraktur, die bei einem CT festgestellt wurde, ist noch nicht verheilt. Am Innenknöchel springen die Sehnen, was zum Teil schmerzhaft ist. Nun bin ich gespannt ob die Krankenkasse diese Behandlung bezahlt. Wenn nicht, steht eine OP an.

siggi kommentierte am 19.08.2016 um 11:45 Uhr

Ich hatte vor 5 Wochen eine Weber A Fraktur erlitten, zuerst wurde mir im Krankenhaus ein Moonwalker verpasst und ich sollte nicht darauf laufen und dann nach zwei Wochen mit 10kg Belastung beginnen. Zum Glück sollte ich auch in der darauf folgenden Woche nochmal beim Unfallchirurgen zum Röntgen gehen. Es war nichts verschoben und der Unfallchirurg befreite mich von dem monströsen Moonwalker und ich bekam eine Aircast Schiene. Mit der durfte ich sofort laufen und auch den Fuß abrollen, denn das wichtigste war, dass ich nicht umknicke und das verhinderte die Aircast Schiene. Ich lagerte den Fuß viel hoch, da sich sehr viel Wasser einlagerte. Acht Tage nach dem Bruch fuhr ich in Urlaub nach Italien, mit meinem Rollator, den ich mitnahm, kam ich gut zurecht. In der zweiten Urlaubswoche konnte ich schon ohne Gehhilfe laufen und mich sogar im Pool abkühlen. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub war ich nochmal beim Röntgen und alles war okay, also nichts verschoben. Drei Wochen nach dem Bruch durfte ich auch Auto fahren. In einer Woche geht es zum letzten Röntgen und ich hoffe, dann ohne Schiene laufen zu dürfen. Das wichtigste ist, dass man die Schiene Tag und Nacht trägt und keinen Schritt ohne macht.