Volvulus (Darmverschlingung)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. November 2015
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Als Volvulus (Darmverschlingung) wird eine Verdrehung eines Abschnittes des Darms um seine eigene Achse bezeichnet. Die Verschlingung kann einerseits zu Verstopfungen und andererseits zu einem Darmverschluss führen. In schlimmen Fällen kann auch das Absterben eines Darmteils (Darmgangän) die Folge sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Volvulus (Darmverschlingung)?

Bei einem Volvulus (Darmverschlingung) verknoten oder verschlingen sich verschiedene Abschnitte des Darmes miteinander. Je nach Fall kann die Erkrankung tödlich enden. Bei manchen Menschen sind Verschlingungen angeboren, was mit der Entwicklung des Kindes im Mutterleib zusammenhängt. Dabei hat der Darm die notwendigen Drehungen vor der Geburt nicht oder falsch ausgeführt und sich um den Gekrösestiel gedreht. Da dieser die zuführenden oder abführenden Blutgefäße trägt, kann es zu einem partiellen oder vollständigen Verschluss des Darmrohres kommen.

Die Darmverschlingung kann sich in zwei Formen äußern. Die Invagination bezeichnet die Einstülpung eines Darmteils in einen anderen, was zu Blutstau und Schwellungen führen kann. Bei der Achsendrehung hingegen kommt es zur Drehung einer Darmschlinge. Diese verdrehte Schlinge kann sich um eine andere legen und die Blutzufuhr so unterbrechen. Beide Formen können im Darmverschluss enden, der lebensbedrohlich sein kann. Es kommt dabei zur Unterversorgung lebenswichtiger Organe.

Ursachen

Wie bereits aufgegriffen ist einer der Gründe für eine Darmverschlingung eine falsche Darmdrehung des Dünn- und Dickdarm vor der Geburt. Betroffene Kinder erleiden häufig einen Volvulus. Dieser ist als Notfall einzustufen und muss umgehend behandelt werden. Andere Ursachen sind Darmentzündungen. Diese können sowohl bakteriell als auch chemisch bedingt sein. Daneben können auch Bestrahlungen oder allergische Reaktionen sowie Immunreaktionen Darmentzündungen auslösen. Eine weitere ursächliche Option sind Tumoren im Bereich des Darms.

Außerdem kommt es bei manchen Menschen zu Strängen aus Bindegewebe zwischen Darmabschnitten. Diese Verwachsungen sind auf Fremdkörper, Operationen oder ehemalige Entzündungen zurückzuführen, wobei Operationen selbst ebenfalls zu Darmverschlingungen führen können. Besonders häufig treten Darmverschlingungen bei Säuglingen und Kleinkindern auf. Komplikationen im Sinne eines Gangräns (Darmunterganges) treten vor allem bei Neugeborenen auf, die noch keinen Monat alt sind. Die am häufigsten betroffenen Orte sind das Caecum und das Sigmoid. Der Bereich des Dünndarms ist in den meisten Fällen aufgrund von vorgeburtlichen Malrotationen betroffen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Volvulus (Darmverschlingung):

Betroffene eines Volvulus klagen zumeist über verschiedene Symptome, die in einigen Fällen auch auf andere Magen-Darm-Erkrankungen zurückgeführt werden können. Dazu zählen beispielsweise Bauchschmerzen und Erbrechen. Außerdem kann es zu Blähungen und damit verbundenen Druckschmerzen kommen. Je nach Art und Schwere der Verschlingung sind Verstopfungen keine Seltenheit. Dem entgegen gesetzt leiden viele Betroffene unter durchfallartigem Blutstuhl. Dies ist vor allem bei einer akuten Darmverschlingung der Fall.

Der Oberbauch ist hierbei besonders druckempfindlich, während der Unterbauch eingefallen sein kann. Typischere Symptome, die auf eine Verschlingung hindeuten können, sind unspezifische Laborparameter und Bauchfellentzündungen. Daneben kann es auch zu einem Kreislaufschock kommen. Bei einer chronisch-rezidivierenden Darmverschlingung sind eine Malabsorption und immer wiederkehrende Verstopfungen die Folge. Wird die Verschlingung nicht behandelt, kann ein lebensbedrohlicher Darmverschluss auftreten. Da der Darm für die Verteilung der Nährstoffe im Körper verantwortlich ist, ist zudem oftmals eine Unterversorgung des Körpers mit lebenswichtigen Stoffen die Folge.

Diagnose

Nicht immer ist ein Volvulus leicht zu diagnostizieren, da die Symptome auch auf verschiedene andere Erkrankungen zutreffen können. In aller Regel erfolgt die Diagnose erst nach einer gründlichen körperlichen Untersuchung, die vor allem aus bildgebenden Verfahren besteht. Manchmal können Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen die Verschlingung aufdecken. So kann bei Verschlingung des hinteren Dickdarmabschnittes auf Röntgenbildern die Kontur einer Kaffeebohne zu erkennen sein. Der Darmteil ist überbläht und nimmt die entsprechende Form an. In anderen Fällen wird die Diagnose erst während einer Operation gestellt.

Behandlung und Therapie

Eine chronische Darmverschlingung kann nur über eine Operation behandelt werden. Dabei wird der behandelnde Chirurg versuchen, den betroffenen Abschnitt des Darms zu fixieren. Die Prognose hängt hierbei vom Arzt und der Art der Verschlingung ab. Bei einem akuten Volvulus muss der Darmabschnitt schnellstmöglich wieder an die richtige Stelle gebracht werden. Auch hierfür erfolgt eine Operation, die möglichst zügig durchgeführt werden muss, um lebenslange Folgen zu verhindern.

Eine Unterversorgung kann zu einem Untergang des Darmabschnittes führen. Je nach Fall wird auch hier der betroffene Darmabschnitt fixiert. Bei starker Beschädigung des Gewebes muss das Stück entfernt werden. Unter Umständen wird ein Arzt vorübergehend ein Enterostoma anlegen. Bei schnellem Handeln steht die Prognose gut. Andernfalls ist ein Untergang mehrerer Darmteile möglich. Es kann zum Kurzdarmsyndrom kommen.

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Vorbeugung

Die einzige Möglichkeit, einem Volvulus vorzubeugen, ist, für eine ausgeglichene Darmgesundheit zu sorgen. Hierzu gehört eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse, um dem Körper ausreichend Ballaststoffe zuzuführen. Dabei sollte grundsätzlich auf die Darmflora geachtet und im Zweifelsfall nach Entzündungen eine Darmreinigung mit anschließendem Wiederaufbau durchgeführt werden. Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Getränke sollten möglichst wenig Zucker enthalten.

Mit Sport kann die Darmtätigkeit angeregt werden. Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um den Körper gesund zu halten. Zudem sollten schwer verdauliche Speisen gemieden werden, da der Darm Schwierigkeiten hat, sie entsprechend zu verarbeiten. Der Darmdurchgang dauert außerdem länger, womit das Risiko einer Verschlingung ansteigt. Es ist sinnvoll, den Säure-Basen-Haushalt ausgewogen zu halten, um eine Übersäuerung zu verhindern.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Iris50 kommentierte am 22.04.2016 um 15:20 Uhr

Ich habe seit einer Krebsoperation, einer Gebärmütter-Totaloperation und einer Rezitiv-OP Platteneptilkarzinom riesige Probleme mit Verschlingungen und Verwachsungen. In mal kürzeren oder mal längeren Abständen kollabiert mein Körper dermaßen, dass ich immer ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. 7-12 Tage benötigt mein Körper dann unter zu Hilfenahme von einer Schmerzmittelsonde über Rückenmark und Ernährung über Sonde um sich von den Krämpfen zu erholen. Laut der Ärzte muss ich operiert werden, ohne Operation geht es nicht . Habe aber Angst da es bestimmt zu einem künstlichen Darmausgang kommt. Durch die Entfernung der Gebärmutter hatte sich ja alles gesenkt und ist jetzt total verwachsen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass ein Rezitiv-Krebs-Tumor nicht entfernt wurde, sondern durch Chemotherapie und Bestrahlung am wachsen gestört wurde bzw. hat dieser sich verkapselt und dieser Tumor liegt jetzt irgendwo ganz unten in Blasennähe unter den Verwachsungen und Darmschlingen. Wer hat gleiche Erfahrungen wie ich und wer kennt eine Klinik bzw. einen Darmspezialist für besonders schlimme Fälle? Ich bin erst 49 Jahre und kämpfe seit 10 Jahren.