Vogelhalterlunge

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. November 2015
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Unter einer Vogelhalterlunge wird eine Form der exogenen allergischen Alveolitis verstanden. Dabei kommt es zu einer Entzündung der Lungenbläschen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Vogelhalterlunge?

Bei der Vogelhalterlunge handelt es sich um eine Form von exogener allergischer Alveolitis (EAA). Sie ist auch als Vogelzüchterlunge oder Taubenzüchterkrankheit bekannt, weil sie in erster Linie bei Vogelzüchtern oder Vogelbesitzern auftritt. Von einer Vogelhalterlunge ist die Rede, wenn sich die Lungenbläschen (Alveolen) entzünden, weil es zu einer allergischen Reaktion kommt.

Hervorgerufen wird die exogene allergische Alveolitis durch das Einatmen von Feinstaub. Dabei kann es sich um organischen Staub oder chemische Stoffe handeln. Ebenfalls zu den Formen der EAA zählen die Luftbefeuchterlunge, die Farmerlunge sowie die Chemiearbeiterlunge. Ihnen liegen jedoch andere Ursachen als der Vogelhalterlunge zugrunde.

Ursachen

Die Alveolen (Lungenbläschen) haben die Aufgabe, den Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut aufzunehmen. Außerdem geben sie das Kohlendioxid, das aus dem Blut stammt, in die Luft ab. Kommt es zu einer Entzündung der Lungenbläschen, sprechen Ärzte von einer Alveolitis. Ausgelöst wird die Entzündung durch allergische Reaktionen. Im Falle einer Vogelhalterlunge liegt eine Allergie gegen Vogeleiweiße oder Vogelkot vor, die von Vogelarten wie Hühnern, Tauben, Kanarienvögeln oder Wellensittichen stammen.

Die tierischen Proteine können auch in Staub, der von den Vögeln aufgewirbelt wird, enthalten sein. Zu den möglichen Auslösern gehören außerdem Federn aus Bettdecken oder Kopfkissen. Auslöser der Vogelhalterlunge ist eine Immunreaktion innerhalb der Lunge. Sie kommt durch das Einatmen von bestimmten Allergenen zustande. Diese sind wiederum im Staub oder in den Ausscheidungen der Vögel enthalten. Atmet der Betroffene den Staub ein, dringt er zusammen mit den tierischen Proteinen bis zur Lunge vor. Dort rufen diese eine Immunkomplexreaktion von Typ III hervor. Dadurch entsteht dann eine Entzündung des Lungengewebes.

Durch jeden Kontakt mit den tierischen Eiweißen kommt es erneut zu einer Entzündungsreaktion, die mit Veränderungen innerhalb des Lungengewebes verbunden ist. Wird die exogene allergische Alveolitis nicht behandelt, droht im Laufe der Jahre die Entstehung von Narbengewebe. Dieses wirkt sich negativ auf das Atmen aus. Außerdem kann auch das Herz dadurch beeinträchtigt werden.

Bei einer Typ-III-Immunkomplexreaktion erfolgt irrtümlicherweise das Aktivieren des Komplementsystems. Dieses ist Teil des menschlichen Abwehrsystems und schaltet Antigene wie Bakterien aus. Der Organismus nimmt an, dass der Lunge Gefahr droht und ruft eine Gewebeentzündung hervor, wodurch es zu Beschwerden kommt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Vogelhalterlunge:

Eine Vogelhalterlunge kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen. Bei einem akuten Fall zeigen sich die Symptome vier bis acht Stunden nach dem Allergenkontakt. Verläuft der Kontakt intensiv, weisen die Beschwerden oft Ähnlichkeit mit einer Lungenentzündung auf. Dabei kommt es zu stark ausgeprägtem Husten, der mit oder ohne Auswurf verlaufen kann, Frösteln, einem beschleunigtem Pulsschlag, Fieber und Atemproblemen.

Im Falle einer chronischen Vogelhalterlunge schreiten die Beschwerden langsam voran. Die Patienten fühlen sich krank wie bei einer Grippe, haben Muskelschmerzen in den Waden und sind physisch weniger belastbar. Außerdem büßen sie deutlich an Gewicht ein. Wird das Vorliegen der exogenen allergischen Alveolitis frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt, nimmt sie in den meisten Fällen einen positiven Verlauf. Erfolgt die Behandlung der Krankheit jedoch zu einem späteren Zeitpunkt, können die Beeinträchtigungen von Herz und Lunge beträchtlich sein. Mitunter lassen sie sich dann nicht mehr rückgängig machen.

Diagnose

Im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung gelten die Beschwerden, die Ähnlichkeit mit einer Lungenentzündung haben, als erstes Indiz für eine exogene allergische Alveolitis. Weitere Aufschlüsse liefert eine Röntgenuntersuchung der Lunge. Ebenso ist die Durchführung einer Computertomographie (CT) möglich. Auf den Aufnahmen sind die typischen Veränderungen, die bei einer Vogelhalterlunge auftreten, erkennbar. Dabei weisen sie auf die Beteiligung des Lungenzwischenzellgewebes hin.

So besteht dort ein vermehrter Fasergehalt. Bei einer Blutuntersuchung ist es zudem möglich, typische Eiweißkörper zu ermitteln, die durch den Körper gegen das Allergen entstehen. Nachweisbar ist außerdem eine Überempfindlichkeit der T-Lymphozyten, die zu den Blutzellen gehören. Dagegen liefert der Hauttest weniger Aufschlüsse.

Behandlung und Therapie

Die wichtigste Therapiemaßnahme bei einer exogenen allergischen Alveolitis stellt das strikte Meiden des Allergens dar. Im Falle einer Vogelhalterlunge darf der Patient nicht mehr mit dem Staub, der aus den Federn oder dem Kot von Vögeln stammt, in Kontakt geraten. In manchen Fällen kann dies sogar einen Berufswechsel zur Folge haben, denn wenn die betroffene Person nicht konsequent auf einen Kontakt mit dem Allergen verzichtet, lässt sich die Behandlung nicht erfolgreich durchführen. Die Patienten müssen ihre Vögel daher abschaffen. Das Gleiche gilt für Federbetten und Federkopfkissen.

Oftmals ist die Quelle der Allergene auch unklar. Führen die Entzündungen der Lungenbläschen daher zu einem Mangel an Sauerstoff, sollte die Therapie zunächst in einem Krankenhaus erfolgen. So muss der Patient dauerhaft überwacht werden und Kortison erhalten. Liegt bereits ein faseriger Lungenumbau vor, bedarf es weiterer Behandlungsmaßnahmen.

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Vorbeugung

Um einer Vogelhalterlunge vorzubeugen, gilt es, den Kontakt zu Vögeln komplett zu vermeiden. Darüber hinaus darf kein Vogelstaub eingeatmet werden.

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