Vestibulardrüse

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. November 2015
Gesundpedia.deAnatomie Vestibulardrüse

Die Vestibulardrüse zählt zum weiblichen Genital und ist wichtig für den Schutz bzw. die Befeuchtung der Vulva-Schleimhäute. Treten in diesem Bereich Entzündungen auf, so kommt es zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Vestibulardrüse (glandula vestibularis major) ist nach dem Anatomen Caspar Bartholin benannt. Aus diesem Grund wird sie auch als Bartholinische-Drüse oder Bartholin-Drüse bezeichnet. Die Vestibulardrüse gehört zu den "akzessorischen Geschlechtsdrüsen". Dabei handelt es sich um Drüsen, die neben den so genannten Fortpflanzungs-Keimdrüsen vorkommen.

Zu diesen Drüsen zählen auch die kleinen Vorhofdrüsen bzw. die Paraurethraldrüse oder Skene-Drüse. Mit Hilfe der akzessorischen Geschlechtsdrüsen werden Sekrete abgesondert und erzeugt. Die Vestibulärdrüse hat die Aufgabe, die Scheidenöffnung zu befeuchten und spielt auch eine wesentliche Rolle beim Geschlechtsverkehr.

Anatomie

Die Vestibulardrüsen sind etwa bohnengroß und befinden sich beidseitig der Scheidenöffnung unterhalb der großen Schamlippen. Die Ausgänge der Drüsen sind in die Vulva-Schwellkörper eingebettet und nur als ganz kleine Öffnungen erkennbar.

Die Drüsenkörper sind im Normalzustand weder tast- noch sichtbar. Erst durch eine Entzündung können die Drüsen hervortreten. Die Drüsengänge haben eine Länge von etwa 2 bis 2,5cm und leiten das Sekret zum Ausgang der Drüsen. Über dem Scheideneingang sind die Skene-Drüsen bzw. der Harnröhrenausgang zu finden.

Funktion

Die Vestibulardrüsen befeuchten den Scheidenvorhof bzw. den Scheideneingang. Besonders bei sexueller Erregung wird vermehrt Sekret abgesondert, das in weiterer Folge über die Drüsengänge zur Öffnung der Scheide gelangt. Dieser Vorgang wird als Lubrikation bezeichnet. Auf Grund der Befeuchtung ist es möglich, dass der Penis beim Geschlechtsverkehr schmerzlos in die Scheide eindringen kann.

Außerdem wird durch das Sekret die Schleimhaut der Vulva vor eventuellen Verletzungen oder Rissen geschützt. Da das Milieu des Sekrets sauer ist, können Pilze und Bakterien nur erschwert eindringen und sich vermehren, wodurch auch ein gewisser Infektschutz gegeben ist.

Die Produktion des Sekrets beginnt mit dem Einsetzen der Pubertät und lässt mit zunehmendem Alter wieder nach, wobei dafür die hormonelle Umstellung, die im weiblichen Körper stattfindet, verantwortlich ist. Insbesondere in den Wechseljahren wird viel weniger Bartholinisches Sekret produziert, wodurch manchmal auch sexuelle Probleme auftreten können.

Diese Schwierigkeiten können jedoch mit Hilfe von Gleitgels gelöst werden. Das männliche Pendant zur Vestibulärdrüse ist die so genannte Bulbourethdrüse, die erbsengroß ist und in die Harnröhre mündet. Das abgesonderte Drüsensekret kann die Scheide ebenfalls befeuchten und die Penetration erleichtern.

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Erkrankungen der Vestibulardrüse

Auf Grund von Infektionen mit Bakterien (zum Beispiel Staphylokokken, Chlamydien bzw. E. Coli-Bakterien) können Entzündungen der Vestibulardrüse auftreten, die als Bartholinitis bezeichnet werden. Die Bakterien gelangen über den Eingang der Scheide in die Vestibulardrüse und lösen dort die Entzündung aus.

Grundsätzlich können alle Bakterienarten eine Entzündung verursachen. So können beispielsweise auf Grund mangelnder Hygiene Bakterien zur Drüse gelangen, eine Übertragung durch Geschlechtsverkehr ist aber ebenfalls möglich. Des Weiteren kann auch eine übertriebene Hygiene der Auslöser für eine Bartholinitis sein. In diesem Fall wird durch die ständige Verwendung von Pflegematerial, das nicht ph-neutral ist, das saure Milieu, das in der Scheide vorherrscht, gestört.

Diese Erkrankung kommt vor allem bei jungen Frauen vor. Im Rahmen einer Bartholinitis entzünden sich meistens die Drüsengänge, eine Ausbreitung auf die Drüsen ist aber ebenfalls möglich. Als Folge davon kommt es zu Schwellungen und Rötungen in der Region der kleinen Schamlippen, in besonders schweren Fällen bilden sich auch eitrige Abszesse oder Zysten.

Eine akute Bartholinitis ist sehr schmerzhaft und die Drüsen, die normalerweise bohnengroß sind, können dann die Größe eines Tischtennisballes erreichen. Der Grund dafür ist, dass die Flüssigkeit, die die Drüsen bilden, durch die Schwellung an den Drüsenausgängen nicht abfließen kann.

Bei Abszessen handelt es sich um Eiteransammlungen, wobei sich hier Bakterien, die eingeschlossen sind, sehr leicht vermehren können. Dadurch verbleiben Erreger in den Drüsen und die Bartholinitis kann immer wieder ausbrechen. Daher ist es notwendig, eine Entzündung der Vestibulardrüse immer gynäkologisch abzuklären.

Milde Formen der Bartholinits können mit Hilfe von Sitzbädern gut behandelt werden. Im Normalfall werden aber Antibiotika verabreicht, bei der Bildung von Zysten ist manchmal auch ein chirurgischer Eingriff notwendig, um die Abflusswege öffnen zu können.

Bei einem chirurgischen Eingriff wird der Abszess aufgeschnitten und die Wände mit der Umgebung vernäht. Die Abszesshöhle bleibt dabei offen und kann austrocknen. Diese Form der Behandlung wird auch als Marsupialisation bezeichnet. Je nach Keim sollte aber auch der Partner mit Antibiotika behandelt werden.

Treten bei älteren Frauen Knoten im Bereich der Bartholinischen Drüse auf, sollte außerdem abgeklärt werden, ob es sich nicht um einen Tumor handelt.

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