Verstauchter Knöchel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Dezember 2016
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Fast jeder Sportler kennt es. Es passiert überall – beim Fußball, beim Basketball oder auch beim Joggen: Plötzlich knickt der Fuß weg, schlägt um oder bleibt hängen. Als nächstes kommt der Schmerz und kurz darauf verwandelt sich der Knöchel in einen einzigen blau-violetten Bluterguss. Eine Verstauchung tritt in der Regel durch eine unwillkürliche und „falsche“ Bewegung auf, in der Mehrheit der Fälle beim Sport. Und auch wenn sie meist harmloser Natur ist und sich das Gelenk mit etwas Schonung und Kühlung von selbst regeneriert: In einigen Fällen liegt eine ernsthafte Verletzung vor, welche manchmal sogar chirurgischer Maßnahmen bedarf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein verstauchter Knöchel?

Eine Verstauchung bezeichnet eine Gelenkverletzung – wird der normale Bewegungsradius des Fußgelenks durch eine Verdrehung oder durch ein Umknicken überschritten, kommt es zur Distorsion, was der Volksmund oftmals als „verstauchten Knöchel“ bezeichnet.

Durch die äußere Krafteinwirkung werden die Gelenkflächen kurzzeitig aus ihrer Position ausgehebelt, jedoch nicht ausgerenkt. Hierbei werden meist sowohl die Bänder als auch die Muskeln, welche das Gelenk umgeben, überdehnt bzw. gezerrt; selbst kleinere Gewebsrisse können im Rahmen einer Verstauchung auftreten.

Ein Umknicken des Knöchels (Sprunggelenk) kann zu Verletzungen am Bandapparat führen.

Ursachen

Eine Verstauchung des Fußgelenks entsteht durch eine meist kurzzeitige und intensive Krafteinwirkung auf das jeweilige Gelenk – in der Regel handelt es sich hierbei um eine unbeabsichtigte Bewegung, durch welche der Bewegungsradius des Gelenks überschritten wird. Je nach Stärke der ursächlichen Krafteinwirkung werden Gelenkkapsel und Bänder entsprechend geschädigt.

Ist der Bewegungsspielraum des Gelenks nur leicht überschritten worden, kommt es in der Regel zu einer leichten Verstauchung mit einer unwesentlichen Überdehnung der Gewebestrukturen. Stärkere Krafteinwirkungen führen jedoch oftmals zu schweren Schädigungen an Band- und Kapselapparat; in besonders schweren Fällen können die Bänder sogar gänzlich einreißen.

Typischerweise tritt eine Verstauchung des Fußgelenks im Rahmen eines Sportunfalls auf. Je nach Art und Ausübungsort sind Sportler besonders gefährdet, innerhalb einer Laufbewegung oder beim Springen mit dem Fuß umzuknicken, zu stürzen oder diesen gar zu verdrehen.

Besonders häufig entstehen Distorsionen im Fußbereich bei entsprechenden Sportarten, welche hauptsächlich mit Bein oder Fuß ausgeübt werden. Hierzu gehört allen voran der Fußball. Nicht nur der oftmals leicht unebene und eventuell durch Regen aufgeweichte Rasen birgt in dieser Hinsicht für die Spieler Gefahren, auch beim Ball- oder Gegnerkontakt kommt es schnell zu einem Umknicken oder einer Verdrehung.

Symptome und Verlauf

Schmerzen, Schwellungen und Hämatome sind typisch bei einem verstauchten Knöchel.

Typische Symptome:

Meist treten bei einer Verstauchung unmittelbar danach starke Schmerzen auf; insbesondere bei Bewegung schmerzt das verletzte Gelenk. Im weiteren Verlauf bilden sich im betroffenen Areal meist starke Schwellungen, oftmals kommt es ebenfalls zur Bildung eines Hämatoms. Zwar ist das verletzte Gelenk weiterhin stabil, dennoch schränken sowohl die Schwellung als auch die Schmerzen es in seiner Funktionsfähigkeit stark ein, so dass die meisten Betroffenen von einer Belastung des Gelenks absehen.

Anhand der Symptome allein lässt sich jedoch die Schwere der Distorsion nicht bestimmen. Handelt es sich um eine einfache Verstauchung, also um eine Dehnung oder Zerrung, kann diese zwar kurzzeitig sehr schmerzhafte Symptome auslösen, jedoch innerhalb von ein bis zwei Wochen komplikationslos von alleine abheilen. Oftmals tritt die Distorsion jedoch nicht alleine, sondern in Kombination mit anderen Verletzungen auf, insbesondere wenn es sich um eine Sportverletzung handelt. Sind hier beispielsweise zusätzlich Kapselbänder gerissen, müssen diese eventuell chirurgisch wieder zusammengesetzt werden, da sie sonst im ungünstigsten Fall narbig verwachsen und damit die Funktionstätigkeit des Fußgelenks beeinträchtigen.

Diagnose

In der Regel lässt sich eine Verstauchung des Knöchels bereits anhand der typischen Symptome diagnostizieren: Das jeweilige Gelenk schmerzt, verfärbt sich blau-violett und schwillt stark an. Ebenso ist für den behandelnden Arzt die Beschreibung des Unfallhergangs hilfreich und wichtig. Anhand einer Tastuntersuchung kann der Arzt meist feststellen, ob es sich um eine Überdehnung oder eine Zerrung handelt, den Schweregrad der Distorsion einschätzen und die entsprechende Therapie einleiten. Handelt es sich um eine schwere Gelenkverletzung, müssen eventuell weitere diagnostische Maßnahmen wie Röntgenaufnahmen, eine Computertomographie oder auch eine Magnetresonanztomographie zum Einsatz kommen.

Behandlung und Therapie

Erste Behandlungsmethode bei einer Verletzung des Sprunggelenks sollte das Anwenden der sogenannten PECH-Regel sein:

P=Pause

E=Eis

C=Compression

H=Hochlagern

Bei einer Verstauchung des Knöchels richtet sich die Therapie im Wesentlichen nach dem jeweiligen Schweregrad der Verletzung sowie dem Alter des Patienten. In der Regel kann eine Distorsion konservativ behandelt werden, eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig.

In erster Linie sollte das betroffene Gelenk möglichst unmittelbar nach der Verstauchung hoch gelagert und dabei gekühlt werden. Darüber hinaus wird der Arzt dieses mit Hilfe einer elastischen Binde oder eines Tape-Verbandes stabilisieren und damit das Gelenk ruhigstellen. Handelt es sich nicht um eine Dehnung, sondern eine Zerrung, ist hier statt eines einfachen Verbandes die Verwendung einer Schiene angeraten, da diese das Gelenk stabilisiert und schützt und somit die Heilung deutlich begünstigt. Liegt eine starke Schwellung vor, sollte zusätzlich eine kühlende und abschwellende Salbe verwendet werden, um durch die Stabilisierung nicht unnötig Druck auf das Gelenk auszuüben.

Handelt es sich bei der Verstauchung um eine Kombinationsverletzung, ist jedoch meist eine umfassendere Behandlung notwendig. Selbiges gilt bei einer schwerwiegenden Distorsion, bei welcher das Gelenk stark geschädigt oder sogar instabil ist. Eventuell ist hier ein chirurgischer Eingriff unumgänglich, bei welchem der Kapsel-Band-Apparat stabilisiert bzw. wiederhergestellt werden kann. In diesem Fall sollte im Anschluss an die Operation eine entsprechende Reha durchgeführt werden, bei welcher der Patient das betroffene Gelenk langsam wieder mobilisiert und schrittweise belastet.



Vorbeugung

Tatsächlich lässt sich einer Distorsion nicht effektiv vorbeugen. Dennoch ist es möglich, das Risiko einer Verstauchung durch entsprechende Maßnahmen zu minimieren; hierzu gehören beispielsweise das Aufwärmtraining vor jeglicher sportlichen Aktivität sowie die entsprechende Ausrüstung wie geeignete Sportschuhe etc.

Besonders bewährt haben sich hierbei Schuhe, welche über den Knöchel reichen, da sie somit das Fußgelenk stabilisieren und vor einer Verstauchung durch Umknicken etc. bewahren. Ebenfalls sehr wichtig ist die Abkühlphase im Anschluss an eine sportliche Betätigung. Für Jogger gilt außerdem: Ideal eignet sich für den täglichen Trainingslauf ebenes und „ungefährliches“ Gelände; steinige Gebirgspfade oder holprige Waldwege bergen ein gewisses Risiko.

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