Verschleppte Gürtelrose

Letzte Aktualisierung am 30. Oktober 2017 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die verschleppte Gürtelrose ist eine Virusinfektion, bei der schwere Folgeschäden drohen. Eine Gürtelrose wird als Herpes Zoster bezeichnet und ist gekennzeichnet durch Hautveränderungen sowie starken Schmerzen. Eine Gürtelrose ist ansteckend für Menschen der näheren Umgebung. Wird die Erkrankung verschleppt, können irreparable Funktionsstörungen entstehen, die zu lebenslangen Beeinträchtigungen führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine verschleppte Gürtelrose?

Eine verschleppte Gürtelrose entsteht, wenn die Diagnose aus ganz unterschiedlichen Gründen sehr spät im Verlauf der Erkrankung gestellt werden konnte. Die Symptome entsprechen denen einer Gürtelrose. Neben Hautveränderungen, Abgeschlagenheit und Schmerzen drohen bei einer verschleppten Gürtelrose jedoch dauerhaften Funktionsstörungen. Die Viruserkrankung wird als Herpes Zoster bezeichnet und durch den Varicella-Zoster-Virus verursacht.

Sie ist ansteckend und kann in einigen Bereichen des Körpers einen ungünstigen Verlauf nehmen. Werden Hauptnerven, wie der Sehnerv oder wichtige motorische Nerven durch den Virus beschädigt, können dauerhafte Störungen entstehen. Die verschleppte Gürtelrose ist heilbar und kann bei einem geschwächten Immunsystem erneut ausbrechen. Vorbeugend kann eine Schutzimpfung helfen.

Ursachen

  Die Gürtelrose bricht aus, wenn das Immunsystem geschwächt ist und der Betroffene in den Kontakt mit dem Varicella-Zoster-Virus kommt. Insbesondere Menschen, die von der Kinderkrankheit Windpocken betroffen waren, gelten als besonders gefährdet. Bei einer verschleppten Gürtelrose sind die Symptome einer Gürtelrose bereits sehr fortgeschritten. Das Hautbild ist deutlich verändert, die eigene Energieniveau deutlich herabgesetzt und die Schmerzen sind im Normalfall stark.

Die Gürtelrose wächst ihrem Namen entsprechend wie ein Gürtel um den Oberkörper, den Hals oder die Beine. Wurde die Erkrankung verschleppt, können bereits andere Hauptnerven des Organismus von dem Virus befallen sein und Funktionsstörungen auslösen. Da die Beschwerden der Gürtelrose anfänglich einer allergischen Reaktion ähneln, kann die Ursache für eine späte Diagnose eine Fehleinschätzung der Situation des Betroffenen, aber auch des behandelnden Arztes sein. Insbesondere in stressigen sowie übermüdeten Lebensphasen und bei einer vorhandenen Allergie, kann es geschehen, dass die Gürtelrose spät erkannt und dadurch verschleppt wird.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer verschleppten Gürtelrose:

Die typischen Bläschen und Pusteln einer Gürtelrose sind meist örtlich begrenzt. Wird die Gürtelrose nicht auskuriert, breitet sich die Gürtelrose weiter aus.

Die verschleppte Gürtelrose bildet im Anfangsstadium Bläschen und Pusteln auf der Haut. Diese beginnen sich auszubreiten und befinden sich in den meisten Fällen am Oberkörper in Brusthöhe. Der Betroffene erlebt eine erhöhte Müdigkeit, leidet unter Empfindungsstörungen und einem schmerzenden Hautgefühl. Besondere Komplikationen können auftreten, wenn sich die Erkrankung am Hals und im Kopfbereich ausbildet. Gesichtslähmungen oder Funktionsstörungen der Augen oder Ohren sind möglich. Bei einer Behandlung wird der Virus bekämpft. Die Bläschen trocknen aus und die Haut regeneriert sich. Ohne eine medizinische Versorgung und insbesondere bei einem geschwächten Immunsystem breitet sich die Gürtelrose an der Wirbelsäule und entlang des Oberkörpers aus.

Wann zum Arzt?

Ein Arzt sollte bereits bei den ersten Anzeichen einer Gürtelrose aufgesucht werden. Bei ungewöhnlichen Hautveränderungen und zusätzlichen Schmerzen, die nicht durch einen Unfall oder Sturz erklärt werden können, ist ein Arztbesuch notwendig. Nehmen die Veränderungen des Hautbildes zu oder breiten sie sich am Körper aus, ist ein Arzt aufzusuchen. Kommt es zu einem Abfall des eigenen Leistungsniveaus und einem erhöhten Schlafbedarf, ist es ratsam, wenn ein Arzt nähere Untersuchungen durchführt. Bilden sich ohne einen ersichtlichen Grund Bläschen auf der Haut, ist eine Konsultation bei einem Arzt zu empfehlen. Plätzen die Bläschen oder werden sie aufgekratzt, ist eine sterile medizinische Versorgung notwendig.

Diagnose

Die Diagnose stellt ein Arzt auf der Basis der vorhanden Symptome und einer labortechnischen Untersuchung. Der Virus kann durch einen Hautabstrich oder eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Das Wachstum der Gürtelrose hat einen typischen Verlauf, so dass es dem behandelnden Arzt bereits durch Sichtkontakt möglich ist, die Erkrankung einzugrenzen. Die zusätzlichen Symptome wie Schmerzen, Fieber, Müdigkeit, Schwellungen sowie Rötungen der Haut stützen einen vorhandenen Verdacht. Dem Betroffenen ist es mit fortschreitender Erkrankung nicht mehr möglich, seine alltäglichen Aufgaben zu erfüllen. Seine Leistungsgrenze ist vermindert und die Kraftlosigkeit nimmt in einem hohen Tempo zu. Der Verdacht wird erhärtet, wenn in der Anamnese eine Windpockenerkrankung notiert ist.

Komplikationen

Bei einer verschleppten Gürtelrose können zahlreiche Komplikationen auftreten. Werden die Bläschen auf der Haut nicht medizinisch versorgt, können sie platzen. Die in ihnen enthaltene Flüssigkeit ist ansteckend und zusätzlich breitet sich die Gürtelrose durch sie am eigenen Körper aus. Befindet sich die Gürtelrose am Kopf, können die Nerven am Kopf vom Virus angegriffen werden. Bei einer Beschädigung des Sehnervs oder des Hörorgans entstehen unter Umständen dauerhafte Beeinträchtigungen der Sinnessysteme. Am gesamten Körper können verschiedene Funktionsstörungen auftreten, sobald die Hauptnerven durch den Virus stark beschädigt sind. Heilt die verschleppte Gürtelrose ab, können Narben auf der Haut zurückbleiben und zu einem optischen Makel werden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer verschleppten Gürtelrose erfolgt medikamentös. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verhinderung einer Ausbreitung der Symptome, die Eindämmung der vorhandenen Schmerzen und die Senkung des Fiebers. Darüber hinaus ist das geschwächte Immunsystem wieder zu stärken und zu stabilisieren.

Im Normalfall kommt es zu einer Gabe von Tabletten und die Hautveränderungen werden darüber hinaus gezielt mit Salben oder Cremes versorgt. Innerhalb einiger Tage kommt es bereits zu einer Besserung des Gesundheitszustandes und nach ungefähr vier Wochen gilt die Behandlung als abgeschlossen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Behandlung bei älteren Menschen und schwer Erkrankten eine längere Zeit in Anspruch nehmen kann.

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Aussicht und Prognose

Die Heilungschancen sind umso besser, je eher die Erkrankung diagnostiziert und behandelt wurde. Darüber hinaus ist ein stabiles Immunsystem für eine möglichst umfangreiche Genesung notwendig. Kommt es zu einer Beschädigung des Sehnervs, droht eine lebenslange verminderte Sehfähigkeit und in schweren Fällen eine Erblindung. Die Beeinträchtigung kann auch das Hörorgan betreffen. Bei Lähmungen ist die Heilung abhängig von den betroffenen Nerven. In den meisten Fällen kommt es zu dauerhaften Beschädigungen. In einigen Fällen können die Nerven im weiteren Verlauf repariert oder ausgetauscht werden. Bleiben Narben auf der Haut, können diese mit einer Laserstrahlentherapie behandelt werden.

Vorbeugung

Als vorbeugende Maßnahme kann eine Schutzimpfung gegen den Ausbruch einer Gürtelrose in Anspruch genommen werden. Den aktuellen Studienergebnissen folgend, reduziert die Impfung die Auftretenswahrscheinlichkeit um 50%. Sollte es dennoch zu einem Ausbruch kommen, sind die Symptome deutlich abgemildert und die Folgeschäden reduziert. Die Impfung kann für Menschen in jeder Altersstufe genutzt werden. Darüber hinaus ist der Kontakt mit an Gürtelrose Erkrankten zu meiden, da sie ein Ansteckungsrisiko hat. Lässt sich der Kontakt nicht umgehen, sind die Hände regelmäßig steril zu reinigen und die Kleidung sollte anschließend gewechselt werden. Bei den ersten Hautveränderungen ist ein Arzt aufzusuchen, damit eine Verschleppung ausgeschlossen werden kann.

Bücher über Gürtelrose

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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