Vergrößerte Mandeln

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
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Vergrößerte Mandeln treten insbesondere bei Kindern häufig auf. Während es sich meistens um einen harmlosen Infekt handelt, übernehmen die Mandeln im Rahmen des Immunsystems eine wichtige Aufgabe. Das zu frühe Entfernen der Organe kann zu Konsequenzen führen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind vergrößerte Mandeln?

Mandeln können im menschlichen Organismus an unterschiedlichen Stellen im Bereich von Rachen und Mundhöhle lokalisiert werden. Sie stellen ein Element im lympathischen System des Körpers dar und übernehmen vor allem bei der Erkennung von Krankheitserregern eine wichtige Funktion. Vergrößerte Mandeln treten normalerweise vermehrt in der Region der Rachenmandeln auf, aber auch Gaumenmandeln können von den Beschwerden betroffen sein.

Mandeln filtern die eingeatmete Luft und untersuchen sie auf eventuelle Viren oder Bakterien. Während die Rachenmandeln im gesunden Zustand nicht direkt ersichtlich sind, können sie bei einer Vergrößerung zum einen durch einen Blick in den Rachen wahrgenommen werden, zum anderen lassen sie sich äußerlich oft ertasten. Eine Vergrößerung erscheint insbesondere zwischen dem dritten und siebten Lebensjahr.

Ursachen

Vergrößerte Rachen- und Gaumenmandeln lassen sich häufig auf einen Infekt zurückführen. Wenn Krankheitserreger in die Mandeln eindringen, können sie dort eine Entzündung auslösen. Im weiteren Verlauf nimmt die Größe der Mandel zu, oft wird sie von eitrigen Stippen und Beschwerden beim Schlucken begleitet. Vergrößerte Mandeln werden irrtümlich häufig als Polypen bezeichnet. Dabei handelt es sich bei Polypen um Wucherungen der Schleimhaut.

Geschwollene Mandeln hingegen entstehen aufgrund von vermehrtem Drüsengewebe. Die Vergrößerung kann kurzfristig auftreten, wie in Form einer Erkrankung oder nach einer Operation. Gerade bei Kindern ist jedoch auch eine chronische Vergrößerung nicht auszuschließen. Diese ist jedoch ebenfalls oft lediglich ein Merkmal der Aktivität des Immunsystems.

Vor allem Kleinkinder haben oft mit Krankheitserregern zu kämpfen. Dabei muss die Erkrankung nicht zwingend auftreten, nur weil Erreger den Organismus erreicht haben. Stattdessen ist ein gesundes Immunsystem dazu in der Lage, die Viren oder Bakterien zu eliminieren. Auf diese Weise können die Mandeln ohne sichtbare Erkrankung vergrößert sein. Des Weiteren begünstigt eine chronische Mundatmung das Anschwellen der Organe.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Konnten vergrößerte Mandeln festgestellt werden, wird oft ein Arzt aufgesucht. Meistens hilft bereits die Blickdiagnose, um eine Schwellung zu diagnostizieren. Darüber hinaus werden weitere Untersuchungen angeordnet wie eine Nasen- und Ohrenspiegelung. Zum einen kann der Verdacht auf diese Weise bestätigt werden, zum anderen lassen sich so eventuelle organische Folgen feststellen. Für eine solche Untersuchung sind deswegen oft eine Tympanometrie und verschiedene Hörteste notwendig.

Der Verlauf der vergrößerten Mandeln hängt letztendlich von der zugrunde liegenden Ursache ab. Krankheitsbedingte Schwellungen verschwinden normalerweise nach Abklingen des Infekts. Bei chronisch wiederkehrenden Infekten müssen diese zunächst behandelt werden, damit die Vergrößerung gemildert wird. Sobald eine chronische Vergrößerung besteht, können sich weitere Komplikationen entwickeln.

So kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu einer Behinderung der Durchlüftung des Mittelohrs kommt. Grundlage ist hier die Verschiebung der Röhre zwischen Mittelohr und Mundhöhle aufgrund der geschwollenen Mandel. Auf dieser Basis lässt sich häufig ein gestörter Druck im Mittelohr diagnostizieren. Gleichzeitig wächst das Risiko für eindringende Bakterien und Viren, welche eine Entzündung im Ohr verursachen können. Der Verlauf vergrößerter Mandeln ist somit sehr unterschiedlich. Er hängt zum einen von der Ursache ab, zum anderen von der Dauer des Fortbestehens des geschwollenen Zustandes.

Behandlung und Therapie

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Dabei lässt sich die Behandlung in konventionelle und komplementäre Medizin differenzieren. Die konventionelle Medizin setzt zunächst auf Medikamente, insbesondere Antibiotika. Besteht keine chronisch wiederkehrende Entzündung, reicht eine einmalige Behandlung meistens.

Wenn der Infekt jedoch regelmäßig zurückkehrt, besteht die Möglichkeit einer Operation. Ein chirurgischer Eingriff mit dem Ziel der Entnahme der Mandeln wird jedoch erst bei Kindern vollzogen, die das dritte Lebensjahr vollendet haben. Nur so können gesundheitliche Konsequenzen vermieden werden, handelt es sich bei den Mandeln um ein Element des Immunsystems. Dabei ist die Funktion der Gaumenmandeln für die Abwehr von Krankheitserregern wichtiger als die Rachenmandeln. Dementsprechend werden insbesondere diese zunächst vermehrt medikamentös therapiert.

Erfolgt eine Operation, so lässt sich diese ambulant durchführen. Die komplementäre Medizin bei vergrößerten Mandeln kann aus unterschiedlichen Elementen bestehen. Zur ihr gehört beispielsweise die Homöopathie, aber auch eine Ernährungsumstellung. Um wiederkehrende Infektionen zu vermeiden, empfiehlt sich eine Ernährung ohne tierische Fette und Zucker.

Insbesondere Milchprodukte sollten gemieden werden. Im Rahmen der Phytotherapie können zudem bestimmte Teekuren zum Einsatz kommen. Diese enthalten Pflanze, welche sich positiv auf den Stoffwechsel auswirken und das Immunsystem stärken. Die komplementäre Medizin stellt jedoch keinen eigenständigen, abgeschlossenen Bereich dar. Sie kann ergänzend zur konventionellen angewendet werden.



Vorbeugung

Bei vergrößerten Mandeln kann nur bedingt eine Vorbeugung erfolgen. So muss das Immunsystem durch eine gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und frische Luft gestärkt werden. Auch das Spielen im Matsch und Wasser kann insbesondere bei Kindern zu Erfolgen führen. Vor allem in Herbst- und Wintermonaten ist eine geeignete Kleidung unausweichlich.

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