Vergrößerte Lymphknoten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Mai 2017
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Vergrößerte Lymphknoten geben einen Hinweis auf eine erhöhte Aktivität des Immunsystems. Aus diesem Grund sind sie in den meisten Fällen ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem des menschlichen Organismus Krankheitskeime abwehrt. Die exakten Ursachen für die Vergrößerungen der Lymphknoten sind jedoch im Einzelfall unterschiedlich. Möglich sind beispielsweise bakterielle und virale Krankheiten oder Krebs.

Inhaltsverzeichnis

Was sind vergrößerte Lymphknoten?

Grundsätzlich sind die Lymphknoten bei Personen ohne gesundheitliche Beschwerden kaum fühlbar. Die meisten Menschen kennen vergrößerte Lymphknoten vor allem im Zusammenhang mit grippalen Infekten. Dabei treten die geschwollenen Lymphknoten vordergründig im Bereich des Halses auf. Prinzipiell sind jedoch sämtliche Lymphknoten des Körpers in der Lage, anzuschwellen.

Aufbau eines Lymphknoten.

Vergrößerte Lymphknoten sind so gut wie immer ein Indiz dafür, dass das Abwehrsystem gegen Krankheitserreger aktiv ist. Bei viralen Infektionskrankheiten sind die Lymphknoten dann meist leicht tastbar. In diesen Fällen bilden sich die Schwellungen an den Lymphknoten in der Regel mit dem Abklingen der Erkrankung wieder zurück. Jedoch sind die Lymphknoten in manchen Fällen dauerhaft vergrößert und geben den betroffenen Personen Grund zur Besorgnis. Denn wenn sich die vergrößerten Lymphknoten nicht zurückbilden, stecken unter Umständen bösartige Krankheiten dahinter.

Essenziell bei der Untersuchung von vergrößerten Lymphknoten ist deren Lage im Körper. Denn auf diese Weise sind bereits erste Hinweise auf eine potenzielle Erkrankung zu gewinnen. Grundsätzlich sind geschwollene Lymphknoten hauptsächlich dann spürbar, wenn sie sich nah unter der Hautoberfläche befinden. Dies gilt zum Beispiel für die zervikal gelegenen Lymphknoten nahe der Halsvenen sowie den axillären im Bereich der Achselhöhlen. Tendenziell schwierig zu tasten sind die abdominalen Lymphkoten an der vorderen Bauchseite.

Ursachen

Die potenziellen Ursachen für vergrößerte Lymphknoten erstrecken sich über ein breites Spektrum und reichen von harmlosen bis hin zu bösartigen Erkrankungen. Besonders häufig sind bakterielle Infektionskrankheiten der Auslöser für die Schwellungen der Lymphknoten. Zahlreiche Personen erkranken an einer Entzündung der Mandeln (medizinischer Fachbegriff Tonsillitis), die mit Halsschmerzen, Schwierigkeiten beim Schlucken und eitrigen Schleimhäuten einhergeht. Ein weiteres Beispiel für eine bakterielle Erkrankung ist die Diphtherie, die weitaus schwerwiegender verläuft.

Ein weiterer häufiger Faktor für vergrößerte Lymphknoten sind virale Infektionen. Das Pfeiffersche Drüsenfieber etwa betrifft vor allem jugendliche Personen, die sich mit infiziertem Speichel anstecken. Die Symptome reichen von Kopf- und Halsschmerzen über Mandelentzündung bis hin zu körperlicher Schwäche. Auch rheumatoide Krankheiten führen unter Umständen zu vergrößerten Lymphknoten. Bei der rheumatoiden Arthritis beispielsweise entstehen entzündliche Vorgänge in bestimmten Gelenken.

Im Zusammenhang damit schwellen die Lymphknoten in der Nähe des erkrankten Gelenks an. Bei Lupus erythematodes handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit. Die typischen Beschwerden bestehen in Fieber, Müdigkeit, Leistungsschwäche und vergrößerten Lymphknoten. Schließlich gehen auch einige Krebserkrankungen mit Vergrößerungen der Lymphknoten einher. Maligne Lymphome im Rahmen von Krebs der Lymphdrüsen entwickeln sich meist bei Personen im fortgeschrittenen Alter. Die vergrößerten Lymphknoten zeigen sich im Achsel-, Hals- und Leistenbereich. Kennzeichnend ist, dass die Schwellungen nicht mit Schmerzen verbunden sind und die Patienten an diversen unspezifischen Symptomen wie Gewichtsabnahme leiden. Darüber hinaus existieren weitere Auslöser für vergrößerte Lymphknoten, zum Beispiel Lymphödeme oder eine Toxoplasmose.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Vergrößerte Lymphknoten am Hals stellen sich häufig in Verbindung mit einer Erkältungserkrankung ein. Der Betroffene sollte einen Arzt aufsuchen, da die auslösende Keime einer Erkältung sich häufig innerhalb weniger Stunden oder Tage ausbreiten und zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen. Fieber, Halsschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder Husten sind zusätzliche Hinweise für einen Infarkt oder eine Grippe.

Wird ein vergrößerter Lymphknoten ohne das Vorhandensein einer weiteren Erkrankung wahrgenommen, ist ein Arztbesuch notwendig. Das Lymphsystem ist erkrankt und muss untersucht werden. Nimmt der Lymphknoten weiter an Umfang zu, ist schnellst möglich ein Arztbesuch vorzunehmen. Kommt es zu weiteren vergrößerten Knoten der Lymphe, sind ebenfalls zusätzliche Untersuchungen notwendig. Bei vorhandenen Schluckbeschwerden ist ein Arztbesuch notwendig. Wird darüber hinaus die Einnahme von Nahrungsmitteln oder Flüssigkeiten stark vermindert, muss ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden. Es droht eine Unterversorgung oder Dehydration des Organismus, der zu immensen Schäden führen kann.

Bei Symptomen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Schwäche, Antriebslosigkeit oder einem verminderten Leistungsniveau, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Es können Autoimmunerkrankungen vorliegen, die diagnostiziert und behandelt werden müssen. Leidet der Betroffene unter zusätzlichen Schmerzen oder kommt es in der betroffenen Region zu weiteren Auffälligkeiten wie Hautveränderungen oder Beeinträchtigungen der Bewegungsabläufe, ist ein Arztbesuch notwendig.

Diagnose und Verlauf

Der Tastbefund am Hals kann dem Arzt wichtige Hinweise über die Lymphknotenschwellung geben.

Prinzipiell gilt, dass länger bestehende vergrößerte Lymphknoten ärztlich abzuklären sind. Dabei fragt der behandelnde Arzt in der Regel nach der Symptomatik und zurückliegenden Krankheiten in der nahen Vergangenheit. Außerdem erörtert er den Lebensstil der Person und klärt genetische Dispositionen ab. Wenn sich kein Zusammenhang zu kürzlich erfolgten bakteriellen oder viralen Erkrankungen ergibt, fragt der Arzt nach unspezifischen Symptomen wie Gewichtsabnahme, nächtlichem Schweiß oder verminderter Leistungsfähigkeit.

Bei der klinischen Untersuchung des betroffenen Patienten nimmt das Abtasten des vergrößerten Lymphknotens eine große Bedeutung ein. Der Arzt untersucht unter anderem die Konsistenz des Lymphknotens sowie die Struktur der Oberfläche. Dabei überprüft er auch, ob der betroffene Lymphknoten verschiebbar ist und fragt den Patienten dabei stets, ob er Schmerzen empfindet. Gutartige Vergrößerungen der Lymphknoten lassen sich in der Regel verschieben und deutlich vom umliegenden Gewebe unterscheiden. Auch Schmerzen beim Tasten sind meist ein gutes Zeichen und deuten auf benigne Ursachen hin. Anders verhält es sich bei schmerzlosen Schwellungen der Lymphknoten, die mit dem benachbarten Gewebe verwoben sind. Derartige Symptome deuten eher auf eine maligne Erkrankung hin.

Unerlässlich bei der Diagnose von vergrößerten Lymphknoten ist die Durchführung einer labortechnischen Blutanalyse. Die Untersuchung gibt Aufschluss über entzündliche Prozesse im Organismus, Antikörper auf bestimmte Viren oder sonstige Anomalien von Blutkörperchen. Darüber hinaus ist in manchen Fällen eine Biopsie des betroffenen Lymphknotens erforderlich. Auf diese Weise sind maligne Tumoren feststellbar. Wenn Krebs als Auslöser für die Schwellung der Lymphknoten verdächtigt wird, kommen Verfahren wie eine CT- oder MRT-Untersuchung zum Einsatz. Dadurch ist die Verbreitung von Tumoren im Organismus bildlich darstellbar.

Komplikationen

Normalerweise sind durch vergrößerte Lymphknoten keine Komplikationen zu befürchten. So handelt es sich bei diesem Symptom in der Regel um die Begleiterscheinung von harmlosen Entzündungen wie eine Mandelinfektion oder einen grippalen Infekt. Gehen diese Erkrankungen zurück, erreichen auch die angeschwollenen Lymphknoten wieder ihren herkömmlichen Umfang. Komplikationen durch vergrößerte Lymphknoten können allerdings auftreten, wenn keine Therapie der auslösenden Infektion stattfindet. Dadurch besteht die Gefahr, dass ernste Folgeerscheinungen wie eine Eitergeschwulst (Abszess) oder eine Sepsis (Blutvergiftung) einsetzen.

Bei einem Abszess handelt es sich um eine Ansammlung von Eiter, die abgegrenzt ist. Er bildet sich durch eine Infektion. Im Eiter sind Bakterien oder andere Keime, weiße Blutkörperchen, Flüssigkeit sowie totes Gewebe enthalten. Zur Behandlung ist das Ableiten des Eiters mit einer Drainage erforderlich. Mitunter werden auch Antibiotika verabreicht. Zeigt sich der Abszess an einem lebenswichtigen Organ, drohen schwere Schädigungen. Als weitere schwere Komplikation von vergrößerten Lymphknoten gilt die Sepsis, auch Blutvergiftung genannt. Sie entsteht, wenn eine große Anzahl an Bakterien ins Blut vordringt und sich über die Blutbahn über den gesamten Körper ausbreitet. Die Komplikation kommt allerdings nur selten vor und zeigt sich in erster Linie bei Patienten, die bereits unter schweren Grunderkrankungen leiden. Für die Behandlung der Sepsis ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, in dessen Rahmen Antibiotika unmittelbar ins Blut verabreicht werden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von vergrößerten Lymphknoten richtet sich nach den jeweiligen Ursachen für die Schwellung. Wenn die Vergrößerungen der Lymphknoten im Zusammenhang mit gutartigen bakteriellen oder viralen Infektionen auftreten, besteht in der Regel kein Handlungsbedarf. Das Abheilen der zu Grunde liegenden Krankheit wird je nach Einzelfall durch Medikamente unterstützt, etwa bei grippalen Infekten oder Mandelentzündungen. Nachdem die Grunderkrankung verschwunden ist, bilden sich im überwiegenden Teil der Fälle auch die vergrößerten Lymphknoten wieder zurück.

Stehen die Vergrößerungen der Lymphknoten allerdings mit bösartigen Erkrankungen wie Krebs in Verbindung, besteht dringender Therapiebedarf. In zahlreichen Fällen ist die Entfernung der erkrankten Lymphknoten im Rahmen operativer Eingriffe erforderlich. Dadurch wird verhindert, dass sich die Krankheit im Organismus ausbreitet.



Vorbeugung

Die Möglichkeiten zur Prävention von vergrößerten Lymphknoten hängen eng mit der jeweiligen Grunderkrankung zusammen. Während sich grippalen Infekten teilweise vorbeugen lässt, ist eine wirksame Vorbeugung bösartiger Erkrankungen wie zum Beispiel Krebs oft nur bedingt bis gar nicht möglich.

Bücher über das Lymphsystem

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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