Venenschwäche (Venenleiden)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. März 2015
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Venenschwäche (Venenleiden) ist eine weit verbreitete Zivilisations-Krankheit. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung Deutschlands leidet unter schweren Beinen, wie die Krankheit im Volksmund auch genannt wird. Die Veneninsuffizienz hat schwerwiegende Folgen und kann unbehandelt zu Krampfadern, Venenentzündungen, Thrombosen und Embolien führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Venenschwäche (Venenleiden)?

Bei der Venenschwäche bzw. Venenleiden erschlaffen die Venenwände. Dadurch erweitern sich die Venen und die Venenklappen schließen nicht mehr richtig. Infolgedessen kann das Blut in die Beine zurückfließen und das Blut wird langsamer zum Herzen transportiert.

Durch den Rückfluss des Blutes kommt es zum Blutstau, der Druck in den Venen erhöht sich und die bereits geschwächten Venenwände reagieren mit einer erneuten Erweiterung. Das sauerstoffarme Blut wird nicht schnell genug aus den geschwächten Venen abtransportiert und sauerstoffreiches Blut kann nicht schnell genug nachfließen. Das Gewebe in den Beinen kann dadurch nicht ausreichend mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zu chronischer Veneninsuffizienz, Krampfadern und Venenentzündungen.

Ursachen

Im gesunden Zustand ermöglichen die Ventilklappen der Venen dem Blut nur eine Fließrichtung: von den Beinen Richtung Herz. Um das Blut entgegen der Schwerkraft zum Herzen zu pumpen, pressen die Beinmuskeln bei jedem Schritt die zwischen den Beinmuskeln liegenden Beinvenen zusammen und ermöglichen dadurch den Transport des sauerstoffarmen Blutes zum Herzen.

Gesunde Venenklappen verschließen die Vene und verhindern einen Rückfluss des Blutes. Bei einer überwiegenden sitzenden oder stehenden Tätigkeit sowie einem generellen Bewegungsmangel fällt die Beinmuskelpumpe aus. Das Blut staut sich in den Beinen, der Druck auf die Venenwände erhöht sich und die Venen dehnen sich aus, um dem Druck standzuhalten.

Durch den erweiterten Querschnitt der Venen schließen die Ventilklappen nicht mehr vollständig und es kommt zum teilweisen Rückstau des Blutes. Neben dem Bewegungsmangel spielen auch eine genetische Veranlagung, eine angeborene oder mit dem Alter erworbene Bindegewebsschwäche sowie hormonelle Faktoren eine Rolle. In der Schwangerschaft lockert sich das Gewebe hormonell bedingt auf, was sich auch in der abnehmenden Elastizität der Venen bemerkbar macht. Übergewicht, Rauchen und das häufige Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen sind weitere Ursachen für das Venenleiden.

Symptome und Verlauf

Die Venenschwäche entwickelt sich meist unbemerkt über mehrere Jahre. Zu den ersten Symptomen zählen Schmerzen in den Waden und ein allgemeines Schwere- und Spannungsgefühl in den Beinen. Schwellungen der Waden und rund um den Fußknöchel, ein ständiges Kribbeln und Juckreiz in den Beinen sowie nächtliche Wadenkrämpfe sind meist die ersten wahrnehmbaren Anzeichen eines Venenleidens. Äußere sichtbare Anzeichen sind Besenreiser und im späteren Verlauf auch Krampfadern. Schreitet das Venenleiden ohne Behandlung fort, kommt es zu Ödemen (Wassereinlagerungen) in den Beinen, Verhärtungen und Hautverfärbungen.

Diagnose

Beim Verdacht auf ein Venenleiden untersucht der Arzt die Beine zunächst auf sichtbare Ödeme, Besenreiser, Krampfadern oder andere Gewebeauffälligkeiten. Ödeme kann man auch ganz einfach selbst feststellen. Drückt man mit einem Finger in das geschwollene Gewebe und es bleibt eine Delle zurück, die sich nur langsam zurückbildet, handelt es sich um eine Wasseransammlung im Gewebe.

Per Ultraschall wird der Arzt anschließend die Funktionsfähigkeit der Venenklappen untersuchen und mit einem speziellen Sonographiegerät den Blutfluss in den Venen bestimmen. Mit diesen Untersuchungen kann der Arzt auch feststellen, wie weit die Venenschwäche bereits fortgeschritten ist und die Schwachstellen der Venen genau lokalisieren.

Behandlung und Therapie

Liegt eine beginnende Venenschwäche vor, wird der Arzt viel Bewegung und spezielle Venengymnastik verordnen, die die Muskelpumpe aktiviert, die Gefäßwände stärkt und den Blutfluss ankurbelt. Zusätzlich hilft Rosskastanienextrakt, den man als Kapseln einnehmen oder als Salbe äußerlich anwenden kann. Rosskastanie wirkt abschwellend und entzündungshemmend, dichtet die Venen ab und erhöht deren Elastizität.

Ist das Venenleiden bereits fortgeschritten, wird der Arzt Kompressionsstrümpfe verordnen, die die Beine zusammendrücken, die Funktion der geschwächten Venen unterstützen und den Blutabfluss zum Herzen erleichtern. Kompressionsstrümpfe sind in unterschiedlichen Kompressionsklassen erhältlich und werden vor allem bei langer stehender Tätigkeit empfohlen.

Krampfadern, die sich durch eine Venenschwäche gebildet haben, können verödet oder operativ entfernt werden. Die Verödung wird hauptsächlich bei kleinen Krampfadern und Besenreisern eingesetzt.

Die operative Entfernung, das Venenstripping, kommt bei Krampfadern an den Stammvenen zur Anwendung. Das anschließende Tragen von Kompressionsstrümpfen unterstützt den Heilungsprozess.

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Vorbeugung

Eine besonders wichtige prophylaktische Maßnahme zur Vermeidung von Venenentzündung ist regelmäßige Bewegung. Eine ausreichende und regelmäßige sportliche Betätigung wie Radfahren, Schwimmen, Gymnastik und Joggen aktiviert die Beinpumpe und verhindert das Entstehen eines Venenleidens. Die Hochlagerung der Beine und Füße im Sitzen und Liegen unterstützt den Blutrückfluss zum Herzen.

Wenig Alkohol (wirkt gefäßerweiternd), die Vermeidung von Übergewicht und eine gesunde, ballaststoff- und vitaminreiche Ernährung beugen ebenfalls der Entstehung einer Venenschwäche vor. Bei vorwiegend sitzender oder stehender Tätigkeit empfiehlt sich die regelmäßige aktive Bewegung der Füße, um die Beinmuskeln anzuspannen und die Venentätigkeit zu unterstützen.

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