Varizen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2016
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Von Varizen, die auch als Krampfadern bezeichnet werden, sind viele Menschen betroffen. Nahezu 90 % aller Deutschen beobachten Veränderungen ihrer Venen mit den Jahren. Nicht immer entwickeln sich diese Veränderungen jedoch zu knotenförmigen Varizen, die dann ein Venenleiden darstellen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Varizen?

Mit dem Begriff Varizen werden Krampfadern bezeichnet, die in Teilen knotenförmig erweitert sind. Häufig stellen sie sich auch in Form von geschlängelten Venen dar. Wenn sich viele Varizen bilden, wird dies Krampfaderleiden, Venenleiden oder Varikose genannt.

In ihnen fließt das Blut mit einer langsameren Geschwindigkeit als in gesunden Venen, wodurch ein Rückstau verursacht wird. Meist entwickeln sich Varizen an den Beinen. Je nachdem welche Venen betroffen sind, wird von Stammvarizen, Besenreiser und retikulären Varizen sowie Seitenastvarizen gesprochen.

Ursachen

Die Gründe für die Ausbildung von Varizen sind vielfältig. Fast alle Varizen entstehen aus nicht vollständig geklärten Ursachen und werden durch eine angeborene Bindegewebsschwäche begünstigt.

Die Bindegewebsschwäche wiederum führt zu einer Erschlaffung der Venenwände mit der Zeit, wodurch die Venenklappen nicht mehr dicht schließen können. Das Blut versackt förmlich in den oberflächlichen Venen, aus denen es eigentlich in die tieferen Venen abfließen soll.

Aufgrund der Überfüllung mit Blut erweitern sich die Blutleiter und beginnen sich zu verformen. Dieser Prozess kann sich im fortschreitenden Stadium auf weiter tiefer liegende Venen ausbreiten.

Einige Faktoren provozieren die Varizen, wozu ein Bewegungsmangel und ein ständiges Stehen bzw. ein häufiges Herunterhängen der Beine gehört. Auch eine eng anliegende Kleidung kann den venösen Blutstrom behindern. Schwangere haben durch die Umstellung der Hormone im Körper ebenfalls ein erhöhtes Risiko Varizen auszubilden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome bei Varizen:

  • bläulich-schimmernde, hervorgetretende, schlängelförmige Venen
  • Druck- und Spannungsempfinden in den Beinen
  • Schweregefühl in den Beinen
  • längeres Sitzen und Stehen können Beschwerden verschlimmern

Klassische Symptome für Varizen sind knotig verdickte, bläuliche Venen, die deutlich durch die Haut gesehen werden können. Meist entwickeln sich die ersten Krankheitsanzeichen bereits im frühen Erwachsenenalter. Obgleich sie häufig nur ein kosmetisches Problem darstellen, können sie gelegentlich Beschwerden verursachen. Wenn sich viele Varizen bilden, kann sich ein Schweregefühl in den Beinen entwickeln. Dieses spüren die Betroffenen nicht nur im Stehen, sondern auch im Sitzen und Liegen. Im Laufe des Tages können die Beine anschwellen, wovon insbesondere der Knöchelbereich betroffen ist.

Einige Patienten berichten zudem über einen Juckreiz sowie ein Druckgefühl in den Zonen über den Varizen. Wenn die Varizen behandelt werden, besteht eine gute Prognose für die Reduzierung der Beschwerden.

Diagnose

Für die Diagnose von Varizen ist im ersten Schritt eine körperliche Untersuchung der oberflächlichen Venen erforderlich. Des Weiteren durchführt der Arzt eine Anamnese und setzt weitere diagnostische Maßnahmen ein, um das Ausmaß der Veränderungen der Venen zu erkennen. Dafür kommen vor allem bildgebende Verfahren zum Einsatz, zu denen die Duplexuntersuchung gehört.

Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Sonografie und einer farblichen Darstellung der Varizen. Mithilfe einer Sonde wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes gemessen. Gelegentlich wird die Phlebografie angewendet, bei der ein jodhaltiges Kontrastmittel in die Venen gespritzt wird.

Im Anschluss wird das Bein geröntgt. Insbesondere in der Vergangenheit sind zur Untersuchung der Varizen der Trendelenburg-Test, der Perthes-Test und der Pratt-Test eingesetzt worden.

Behandlung

Welche Behandlung sich für Varizen anbietet, richtet sich nach dem Krankheitsbild, möglichen Begleitumständen und Wünschen des Patienten. Eine physikalische Therapie kann die Beschwerden lindern. Dafür werden eine Beinmassage, Kneippanwendungen, Wassertreten und einen Venengymnastik eingesetzt.

Bei der Verödung der Krampfadern (Sklerotherapie) werden Venenmittel in die winzigen Äderchen gespritzt.

Als Begleittherapie bietet sich ferner eine medikamentöse Behandlung an, bei der Gels, Salben und Sprays auf die Varizen aufgetragen werden. Insbesondere im fortgeschrittenen Stadium kann ein konsequentes Tragen von Kompressionsstrümpfen das Krankheitsbild verbessern. Dank der Kompression werden die Muskelpumpen und Venenklappen bei ihrer Arbeit unterstützt.

Letztendlich können optisch störende Varizen allerdings nur durch invasive Maßnahmen beseitigt werden. Gern wird zu einer Sklerotherapie geraten, bei der die Venen verödet werden.

Außerdem werden thermische Verfahren wie die Lasertherapie angewendet, die jedoch bei einem nicht sehr ausgeprägten Krankheitsbild zum Einsatz kommt. Ebenso können Radiowellen die Varizen verschließen.

Eine teilweise oder gar komplette Beseitigung von Varizen ist mit einer Operation möglich. Dieser chirurgische Eingriff wird nur mit kleinen Schnitten durchgeführt. Sie hat zum Ziel, die Funktion der gesunden Venen zu erhalten bzw. zu schützen.

Je nach Schweregrad des Krankheitsbildes und dem Gesundheitszustand des Patienten erfolgt die Operation ambulant oder stationär. Bei einer sorgsamen Nachsorge sind die Risiken dieses Eingriffes zur Behandlung der Varizen verhältnismäßig gering.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Varizen bieten sich verschiedene Maßnahmen an. Es sollte ein Übergewicht vermieden werden und für hinreichend Bewegung gesorgt werden. Außerdem sollten gelegentlich die Beine hochgelegt werden und ein kaltes Fußbad genommen werden, da dadurch das Venensystem unterstützt wird. Auch das Tragen von lockerer Kleidung an den Beinen bietet sich an, um eine Störung des Blutflusses und damit Varizen zu vermeiden.

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