Völlegefühl und Blähbauch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. Januar 2017
Gesundpedia.deSymptome Völlegefühl und Blähbauch

Völlegefühl und ein Blähbauch sind unangenehm, aber nur sehr selten auf eine ernste Erkrankung zurückzuführen. Es gibt viele Ursachen dafür. Die meisten davon sind auf eine ungewohnt ballaststoffreiche Ernährung zurückzuführen, denn daran muss sich der Körper erst gewöhnen. Häufig sind dann auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten als weitere Ursache zu nennen. Nur sehr selten ist der Grund eine ernst zu nehmende Erkrankung, aber auch das kann vorkommen. Auch ein lebensgefährlicher Darmverschluss kann sich nämlich zunächst durch Völlegefühl und einen Blähbauch bemerkbar machen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Völlegefühl und Blähbauch?

Wenn es nach dem Essen zu einem Völlegefühl und einem als unangenehm empfundenen Blähbauch oder gar zu Bauchschmerzen kommt, dann liegt es daran, dass sich zu viel Luft im Darm gebildet hat. Das kann jedem Menschen gelegentlich nach einem ungewohnten Essen passieren. Passiert das allerdings häufiger oder gar ständig, muss das eine Ursache haben. Es macht dann Sinn, nach der Ursache zu suchen. Unter Umständen ist es auch notwendig, deshalb einen Arzt aufzusuchen, damit der der Ursache für das Völlegefühl und den Blähbauch auf den Grund gehen kann und gegebenenfalls eine eventuell notwendige Behandlung anregen.

Ursachen

Die Ursachen für Völlegefühl und einen Blähbauch nach dem Essen können sehr vielfältig sein. Wer es nicht gewohnt ist, häufig viele ballaststoffreiche Lebensmittel zu essen, kann zum Beispiel dann Blähungen bekommen, wenn es doch einmal passiert. Zu den Nahrungsmitteln, die besonders leicht blähen, gehören alle Zwiebelgewächse wie Zwiebeln, Knoblauch oder Lauch, alle Arten von Kohl wie Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl, Grünkohl, Sauerkraut und mehr und auch sehr häufig Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen oder Bohnen.

Auch Produkte aus Vollkorngetreide und Obst oder Salate enthalten viele Ballaststoffe, werden aber im allgemeinen etwas besser vertragen als Zwiebelgewächse, Kohl oder Hülsenfrüchte. Liegt es nicht an diesen Nahrungsmitteln, dann können auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten der Grund für Völlegefühl und Blähbauch sein. Beispielsweise eine Fruktoseintoleranz, eine Laktoseintoleranz oder eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) sind oft der Grund für ständige Beschwerden mit Völlegefühl und einem Blähbauch nach dem Essen.

Auch Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit oder Xylit werden von manchen Menschen nicht vertragen. Es gibt auch Medikamente, die der Grund für einen Blähbauch sein können. Gelegentlich kommt es durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft auch zu Völlegefühl und einem Blähbauch. Andere Gründe können Stress, aber auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, eine Fehlbesiedlung des Dünndarms mit falschen Bakterienstämmen oder eine Infektion mit Giardien sein. Noch ernstere Gründe sind das Reizdarmsyndrom und sehr gefährlich sogar eine mögliche Magenlähmung oder Darmlähmung.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Wenn Völlegefühl und Blähbauch immer wieder auftreten, ist es ratsam, vom Arzt eine Diagnose stellen zu lassen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Der Arzt wird dann individuell untersuchen, woran es liegen kann. Abhorchen, Abtasten des Bauches, aber auch eine gründliche Untersuchung von Leber, Lunge und Herz sowie des Analkanals sowie Mastdarms können wichtig für die richtige Diagnose sein. Auch das Allgemeinbefinden, der Blutdruck, die Reflexe, die Muskeln oder der Zustand von Haut, Augen und Mundschleimhaut können Auskunft über mögliche Ursachen der Beschwerden geben.

Stoffwechseltests, Laboruntersuchungen des Blutes, ein EKG oder eine Sonografie können Klarheit bringen. In manchen Fällen ist es auch nötig, über eine Computertomographie und ähnliche Verfahren oder Gewebeproben wie beispielsweise aus der Leber herauszufinden, was die Beschwerden verursacht. Wie sich aus diesen Erklärungen leicht ablesen lässt, kann es schnell gehen, die Diagnose zu stellen, warum es immer wieder zu Völlegefühl und Blähbauch kommt, aber es kann auch sehr zeitaufwendig sein, über die richtige Diagnose den Grund für die Beschwerden zu finden.

Behandlung und Therapie

Bei der Behandlung und Therapie von Völlegefühl und einem Blähbauch kommt es auf die herausgefundene Ursache an, wie danach vorzugehen ist. Ist eine gefährliche Erkrankung wie eine Magenlähmung oder Darmlähmung der Grund, ist es notwendig, den Patienten sofort ins Krankenhaus zu bringen. Auch bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Fehlbesiedlung des Darms mit den falschen Bakterienstämmen wird sich das Problem nicht ohne ärztliche Hilfe lösen lassen.

Ist ein Medikament der Grund, muss ebenfalls mit dem Arzt beraten werden, was dann alternativ zu tun am besten ist. Liegen die Beschwerden an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, kann der Arzt erklären, wie genau eine entsprechende Diät auszusehen hat. Sollten die Beschwerden nur darauf zurückzuführen sein, dass ungewohnte stark blähende Nahrungsmittel gegessen worden sind, ist es wichtig, den Körper vorsichtig daran zu gewöhnen. Diese Nahrungsmittel sind im Prinzip gesund und werden, wenn sie häufig und vor allen Dingen regelmäßig auf dem Speiseplan stehen, dann auch in den meisten Fällen bald vertragen und führen nicht mehr zu Beschwerden.



Vorbeugung

Wenn keine ernsten krankheitsbedingten Gründe für Völlegefühl und Blähbauch vorliegen, ist es leicht, diesen Beschwerden vorzubeugen. Vollkornbrot, Hülsenfrüchte, Zwiebelgewächse oder Kohl sollten regelmäßig verzehrt werden. Das ist sehr gesund und trainiert den Darm, der dann auch nicht mehr mit zu viel Luftbildung reagiert, wenn diese Dinge ein fester Bestandteil in der Küche geworden sind. Es ist auch wichtig, sich beim Essen immer genug Zeit zu lassen und es zu genießen, um den Faktor Stress als Ursache für solche Beschwerden abzustellen.

Eine weitere Vorbeugungsmaßnahme kann sein, nicht zu oft Lebensmittel zu verzehren, die zu den sogenannten Light-Produkten gehören, denn diese Fertigprodukte enthalten oft Zusätze wie Fruchtzucker (Fruktose), Milchzucker oder Sorbit. Zu viel davon ist ungesund und bekommt niemand. Es ist deshalb immer besser, auf natürliche Nahrungsmittel zurückzugreifen, die viel besser vertragen werden. Obst beispielsweise enthält auch Fruktose, führt aber erfahrungsgemäß nicht dazu, dass es nach dem Verzehr zu Völlegefühl und einem Blähbauch kommt. Bei zu vielen mit Fruktose gesüßten Light-Getränken ist das anders. In dieser Form ist die darin enthaltene Fruktose oft nicht gut verträglich. Fenchel, Kümmel und Anis wirken krampflösend und können in der Küche als Hilfe eingesetzt werden.

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