Uveitis (Entzündung der Gefäßhaut)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. Oktober 2015
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Als Uveitis (Entzündung der Gefäßhaut) wird eine entzündliche Erkrankung der Augengefäßhaut bezeichnet. Dabei kommt es an den Augen zu Schmerzen und Rötungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Uveitis (Entzündung der Gefäßhaut)?

Von einer Uveitis (Entzündung der Gefäßhaut) ist die Rede, wenn an der mittleren Augenhaut oder Regenbogenhaut (Uvea) eine Entzündung auftritt. Die Betroffenen leiden unter Schmerzen und Rötungen am Auge. Die Krankheit kann sich in jedem Lebensalter zeigen. Damit keine permanenten Schäden zurückbleiben, wird eine umgehende Behandlung empfohlen. Mediziner unterteilen die Uveitis in mehrere Formen. So gibt es die vordere, die hintere sowie die intramediäre Uveitis. Die Erkrankung trägt auch die Bezeichnungen Regenbogenhautentzündung oder Irititis. Es ist sowohl ein akuter als auch ein chronischer Verlauf der Erkrankung möglich.

Ursachen

Verursacht wird eine Uveitis (Entzündung der Gefäßhaut) zumeist durch Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze. Als typische Auslöser gelten in erster Linie Varizellen und Herpesviren. Es ist aber ebenso möglich, dass die Regenbogenhautentzündung die Folge einer anderen Erkrankung ist. Dabei kann es sich um eine Borreliose oder Tuberkulose handeln. Ärzte sprechen dann von einer sekundären Uveitis.

Zu diesen Grunderkrankungen gehören auch eine chronische juvenile Arthritis oder Morbus Bechterew. Als Risikofaktoren für eine Uveitis gelten zudem bestimmte Krankheiten wie Lupus erythematodes, Morbus Reiter, eine Arthritis (Gelenkentzündung), Multiple Sklerose, entzündliche Erkrankungen der Nieren sowie entzündliche Darmkrankheiten wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

In manchen Fällen sind keine klaren Ursachen für den Ausbruch einer Uveitis erkennbar. Mediziner vermuten, dass die Erkrankung in solchen Fällen durch autoimmune Prozesse des Körpers entsteht. Dabei werden spezielle Eiweißstrukturen des Auges als körperfremd eingestuft und vom Immunsystem attackiert, indem es Antikörper gegen die mittlere Augenhaut herstellt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Uveitis (Entzündung der Gefäßhaut):

Die Symptome einer Uvea richten sich oft nach dem Entstehungsort der Erkrankung. Kommt es zu einer Entzündung des vorderen Uveabereiches, macht sich dies durch das Röten des Auges bemerkbar. Ist dagegen die hintere Region der mittleren Augenhaut betroffen, wird die Sehschärfe in Mitleidenschaft gezogen. Bei beiden Varianten treten außerdem Beschwerden wie Schmerzen, das Gefühl eines Fremdkörpers im Auge, Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit auf.

Nicht selten verwechseln die betroffenen Personen die Uveitis deshalb fälschlicherweise mit einer Bindehautentzündung. Im Falle einer chronischen Uveitis entwickelt sich die Gefäßhautentzündung langsamer, was mehr Zeit in Anspruch nimmt. Der Patient bemerkt die Erkrankung erst, wenn seine Sehkraft stark nachlässt. Außerdem kommt es zur Wahrnehmung von Blitzen, Schatten oder Flocken. Von einer chronischen Uveitis ist die Rede, wenn die Gefäßhautentzündung länger als drei Monate anhält. Diese Form gilt als bedenklich, da sie Komplikationen wie Grauen Star oder ein Glaukom (Grüner Star) zur Folge haben kann.

In manchen Fällen ist sogar eine Erblindung möglich. Wird die Uveitis jedoch rechtzeitig behandelt, erfolgt zumeist innerhalb von 5 bis 6 Wochen ihre Abheilung. Bei einer hinteren Uveitis ist das Zurückbleiben von Narben denkbar, durch die die Sehschärfe leidet. Bei einer chronischen Uveitis tritt die Erkrankung selbst nach erfolgreicher Therapie mitunter erneut auf.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Uveitis wird empfohlen, sich an einen Augenarzt zu wenden. Dieser befragt den Patienten zunächst danach, ob er schon einmal an einer Uveitis erkrankt war, ob in der Familie rheumatische Leiden oder Autoimmunkrankheiten bestehen und ob Darmkrämpfe oder Atemwegsprobleme vorliegen.

Anschließend nimmt er eine Untersuchung der Augen vor. Dabei verwendet er eine Speziallampe zur Betrachtung des Augenhintergrundes. Für eine optimale Darstellung verabreicht er dem Patienten zuvor Augentropfen, die eine pupillenerweiternde Wirkung haben. Zum Erkennen von weiteren Infektionen, die für die Uveitis verantwortlich sein können, lässt sich auch eine Blutuntersuchung vornehmen.

Behandlung und Therapie

Auf welche Weise eine Uveitis therapiert wird, hängt von der Ursache ab, die die Krankheit auslöst. Handelt es sich um bakterielle Auslöser, erhält der Patient Antibiotika. Sind hingegen Pilze für die Entzündung verantwortlich, werden Antimykotika verabreicht. Um sämtliche Erreger erfolgreich abzutöten, ist eine Dosis in ausreichender Menge erforderlich. Weiterhin kann eine kortisonhaltige Salbe zum Einsatz gelangen, die zum Bekämpfen der Entzündung dient. Kortison wird auch eingesetzt, wenn Beeinträchtigungen des Immunsystems vorliegen. Neben Augentropfen ist zudem eine Darreichung in Form von Tabletten oder als Injektion unter die Bindehaut möglich.

Darüber hinaus gilt es, Verklebungen zwischen der Regenbogenhaut und der Linse entgegenzuwirken. Zu diesem Zweck stellt der Augenarzt die Augenpupille mit speziellen Augentropfen weit. Sind eine entzündliche Erkrankung oder Rheuma der Auslöser für die Uveitis, muss zeitgleich eine Therapie dieser Erkrankungen erfolgen.

Im Falle einer Autoimmunkrankheit gibt der Augenarzt dem Patienten auch systemisch wirkende Immunsuppressiva wie Ciclosporin A oder Methotrexat. In den meisten Fällen lässt sich die Uveitis jedoch mithilfe der Kortisonpräparate erfolgreich behandeln. Führen diese Mittel nicht zu einer Besserung, besteht die Option eines chirurgischen Eingriffs am Glaskörper.

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Vorbeugung

Wirksame Vorbeugemaßnahmen gegen eine Uveitis sind nicht bekannt. Als Grund dafür gelten die vielfältigen Ursachen für die Augenerkrankung. Patienten, die unter chronischen Grunderkrankungen leiden, sollten bei Verdacht auf eine Uveitis umgehend einen Augenarzt aufsuchen.

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