Unterschenkelbruch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Dezember 2016
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Bei einem Unterschenkelbruch handelt es sich um eine Fraktur der beiden Unterschenkelknochen. Er ist oft die Folge von Verkehrsunfällen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Unterschenkelbruch?

Als Unterschenkelbruch gilt eine Fraktur in der Unterschenkelregion, zu der das Schienbein (Tibia) und das Wadenbein (Fibula) gehören. Er entsteht durch starke indirekte Krafteinwirkung. Die Form der Gewalteinwirkung führt zu einer Stauchungs-, Biegungs-, Segment- oder Torsionsfraktur. Ärzte differenzieren bei einem Bruch des Unterschenkels zwischen einer geschlossenen und einer offenen Fraktur. Je nach Lage des Bruches wird zudem zwischen einer proximalen und distalen Fraktur sowie einem distalen Schien- oder Wadenbeinbruch unterschieden. Diese Formen können auch miteinander vermischt sein.

Ursachen

Hervorgerufen wird ein Unterschenkelbruch in den meisten Fällen durch das Einwirken von erheblichen Kräften auf den Unterschenkelknochen. Diese führen schließlich zum Brechen des Röhrenknochens. Dabei gilt es zu unterscheiden, ob es sich um eine frontale, direkte oder eine indirekte Einwirkung handelt. Im Falle von Sportverletzungen liegt oftmals die indirekte Form vor. Dabei kommt es zu Beinbewegungen, die sich beugend oder rotierend auf den Knochen auswirken.

Besonders betroffen von dieser Art Verletzung sind Skifahrer, Snowboarder und Fußballspieler. Zu einem direkten Trauma kommt es dagegen zumeist bei einem Verkehrsunfall. Häufig tritt die Verletzung bei Motorradfahrern auf, weil diese schlechter vor einem Unfall geschützt sind. Von einer Fraktur des Schienbeinkopfes sind nicht selten Personen betroffen, die unter Osteoporose (Knochenschwund) leiden. Dabei besteht eine Schwächung der Knochenstruktur, wodurch schon leichte Verletzungen zu einem Bruch des Schienbeins führen können.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Unterschenkelbruchs:

Zu den typischen Symptomen einer Unterschenkelfraktur gehören starke Schmerzen. Je nach Form des Bruches fallen die Schmerzen aber unterschiedlich intensiv aus. Darüber hinaus leiden die Betroffenen unter Bewegungseinschränkungen und sind nicht in der Lage, das verletzte Bein zu belasten. Ein weiteres typisches Anzeichen eines Unterschenkelbruches stellt ein Bluterguss dar. Er kommt durch einen Riss angrenzender Blutgefäße zustande. Verbunden ist der Bluterguss mit dem Auftreten einer Schwellung. Nicht selten zeigen sich außerdem Gefühlsstörungen am Fuß.

Mediziner teilen die Symptome bei einer offenen Fraktur des Unterschenkels in vier Schweregrade ein. Von Grad I ist die Rede, wenn ein Knochenfragment von der Innenseite auf die Außenseite emporragt. Beim Gewebe sind nur geringfügige Schäden zu verzeichnen. Bei Grad II liegt eine Durchtrennung der Haut aufgrund der Gewalteinwirkung vor. Außerdem sind partielle Schäden an den benachbarten Strukturen vorhanden.

Ferner muss von einem Befall mit Bakterien ausgegangen werden. Im Falle von Grad III leidet der Betroffene unter starken Verletzungen. Es besteht eine Beteiligung von Blutgefäßen und Nerven. Außerdem liegt eine Zertrümmerung des Knochens vor. Bei Schweregrad IV sind die Verletzungen derart ausgeprägt, dass sich die Blutversorgung des Beines nicht mehr gewährleisten lässt, was häufig eine Amputation nötig macht.

In den meisten Fällen nimmt eine Unterschenkelfraktur einen positiven Verlauf. Ab wann sich das betroffene Bein wieder komplett belasten lässt, richtet sich nach dem Schweregrad der Verletzung. So verläuft die Heilung bei einem offenen Bruch oft deutlich langsamer als bei einer geschlossenen Fraktur. Ist ein operativer Eingriff nötig, besteht das Risiko von Komplikationen wie dauerhaften Instabilitäten des Gelenks oder Fehlstellungen.

Diagnose

Bei Verdacht auf einen Bruch des Unterschenkels erfolgt eine ärztliche Untersuchung. Zur Absicherung der Diagnose führt der behandelnde Arzt eine Röntgenuntersuchung durch. So lassen sich mithilfe der dabei gemachten Aufnahmen der Schweregrad und die Art der Verletzung bestimmen. Zum Ausschluss von weiteren Verletzungen wie Gefäßschäden findet eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) statt. Ferner können auch spezielle Bewegungstests durchgeführt werden.

Behandlung und Therapie

Bei den meisten Patienten muss bei einer Unterschenkelfraktur ein operativer Eingriff stattfinden. Auf eine konservative Behandlung wird heutzutage meist verzichtet, weil die Gefahr von Komplikationen zu groß ist. So kann es dadurch zu einer Unbeweglichkeit der Gelenke, Fehlstellungen oder Thrombosen kommen. Welche Operationsmethode bei der Versorgung des Bruches durchgeführt wird, hängt von seiner Position ab. Bei einer Fraktur in Kniegelenknähe erfolgt eine Plattenosteosynthese. Dabei bringt der Chirurg die Knochenfragmente wieder in ihre ursprüngliche Position und verschraubt sie mit einer Platte, die dem Knochen angepasst wird.

Handelt es sich um einen Bruch in Nähe des Sprunggelenks, werden Marknägel verwendet. Dabei handelt es sich um schmale Stifte aus Metall, die der Operateur durch den Knochen schiebt. Auf diese Weise wird Stabilität erreicht. Außerdem lässt sich das Bein nach dem Eingriff schneller wieder belasten. Liegt eine Trümmerfraktur mit zahlreichen Knochensplittern vor, erhält der Patient ein Fixateur externe, mit dem der Knochen von außen ruhiggestellt wird.

Damit es aufgrund der mangelnden Bewegung nicht zu einem gefährlichen Blutgerinnsel (Thrombose) kommt, wird dem Patienten blutverdünnendes Heparin verabreicht. An die Operation schließt sich die Rehabilitation an. Deren Dauer richtet sich nach der Schwere des Unterschenkelbruches.



Vorbeugung

Direkte Möglichkeiten zur Vorbeugung eines Unterschenkelbruches sind nicht bekannt. So entsteht die Fraktur in der Regel durch äußere Gewalteinwirkung. Um das Risiko für eine Sportverletzung zu begrenzen, wird das Tragen von schützender Motorradkleidung oder Sportausrüstung empfohlen.

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