Typ-II-Allergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Oktober 2015
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Bei der Typ-II-Allergie handelt es sich um eine durch Antikörper vermittelte zellschädigende und zellzerstörende Reaktion des Körpers auf Antigene. Folgeerkrankungen sind Hämolysen, das Goodpasture-Syndrom oder Autoimmunerkrankungen wie der Morbus Basedow.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Typ-II-Allergie?

Unter dem allgemeinen Begriff der Allergie versteht man eine unangemessene und überschießende Abwehrreaktion des Körpers auf normalerweise harmlose Stoffe aus der Umwelt. Die Stoffe, auf die der Körper im Fall einer Allergie reagiert, werden als Allergene bezeichnet. Die Allergie vom Typ II ist auch als Allergie vom zytotoxischen Typ oder als Antikörper-mediierte Allergie bekannt.

Ursachen

Bei der Typ-II-Allergie lassen sich zwei Formen unterscheiden. Bei dem Reaktionstyp IIa bildet der Körper nach Kontakt mit dem Allergen sogenannte IgG- oder IgM-Antikörper gegen körperzellgebundene Antigene. Man spricht auch von Autoantikörpern, da sich die Antikörper gegen die eigenen Körperzellen richten. Häufige Allergene bei Allergien vom Typ II sind Medikamente oder transfundiertes Blut. Da diese im Blut zirkulieren und sich zum Teil auch an die roten Blutkörperchen binden, sind die eigenen Blutzellen Ziel der Antikörper. Die betroffenen Zellen werden dann von den Zellen des Immunsystems zerstört.

Bei der Immunreaktion vom Typ IIa findet sich ein ähnlicher Vorgang. Allerdings führt die Bindung der Antikörper hier nicht zur Zerstörung von Körperzellen. Die Antikörper binden sich an bestimmte Rezeptoren und aktivieren so verschiedene Zellfunktionen. Das Antigen ist also in dem Fall der Rezeptor einer Zelle, der Autoantikörper fungiert als Botenstoff. Diese Form der Typ-II-Allergie findet sich vor allem im endokrinen System. Ein charakteristisches Beispiel für diesen Allergietyp ist der Morbus Basedow.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Typ-II-Allergie:

Allergien vom Typ IIa münden meistens in eine Hämolyse. Bei einer Thrombopenie liegt ein Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut vor. Bei einer erniedrigten Anzahl an Thrombozyten kommt es zu einer erhöhten Blutungsneigung. Spontanblutungen wie Nasenbluten, blaue Flecke, punktförmige Hauteinblutungen (Petechien) Hirnblutungen oder Magen-Darm-Blutungen können die Folge sein.

Von einer hämolytischen Anämie spricht man, wenn die roten Blutkörperchen zerstört werden. Die Betroffenen leiden unter Leistungsminderung, Schwäche, Konzentrationsstörungen, Schwindel und Blässe. Durch den vermehrten Abbau der Erythrozyten fällt im Körperkreislauf mehr Bilirubin an. Dadurch können sich Haut und Lederhaut gelb färben. Urin und Stuhl können eine dunkle Farbe aufweisen. Fallen alle weißen Blutkörperchen aus, handelt es sich um eine Agranulozytose. Diese beginnt mit einem gestörten Allgemeinbefinden und Fieber. Später folgen Geschwüre der Schleimhaut, Mandelentzündungen, Hautnekrosen und Lymphome.

Auch die Hashimoto-Thyreoditis ist Folge einer Immunreaktion vom Typ IIa. Hier richten sich die Antikörper vor allem gegen die Zellen der Schilddrüse und führen zu deren Zerstörung. Anfänglich zeigt sich die Hashimoto-Thyreoditis oft in Form einer Schilddrüsenüberfunktion mit Symptomen wie Nervosität, Schlafstörungen, Schwitzen oder Durchfall. Langfristig mündet die Erkrankung aber in eine Schilddrüsenunterfunktion. Typische Symptome sind hier Wassereinlagerungen, eine heisere Stimme, erhöhte Kälteempfindlichkeit und Antriebslosigkeit.

Beim Morbus Basedow ist ebenfalls die Schilddrüse von der Allergiereaktion betroffen. Allerdings handelt es sich hier wie schon beschrieben um eine Immunreaktion vom Typ II. Die vom Körper gebildeten Antikörper fungieren als Botenstoffe. Ziel dieser Antikörper sind die TSH-Rezeptoren der Schilddrüse. Die Antikörper binden sich an diese Rezeptoren. Dadurch wird die Schilddrüse ständig zur Bildung und Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen angeregt und handelt unabhängig vom eigentlichen hormonellen Regelkreis. Die Folge ist auch hier eine Schilddrüsenüberfunktion.

Diagnose

Erste Hinweise auf eine Typ-II-Allergie liefert meist schon das klinische Bild. Aufschluss bringt aber in der Regel erst eine Laboruntersuchung des Blutes. Hier finden sich je nach Erkrankung erniedrigte Zahlen der weißen Blutkörperchen, der roten Blutkörperchen oder der Thrombozyten. Auch die Autoantikörper können so nachgewiesen werden. Vor allem bei medikamenteninduzierten Allergien muss nachgeforscht werden, welche Medikamente der Patient in der letzten Zeit eingenommen hat und welche dieser Medikamente tatsächlich ursächlich für eine Typ-II-Allergie sein können.

Behandlung und Therapie

Die Therapie der Typ-II-Allergie ist abhängig von der Erkrankung, die sie verursacht. Sind Medikamente die Ursache der allergischen Reaktion, so müssen diese, vorausgesetzt sie sind nicht lebensnotwendig, sofort abgesetzt oder ersetzt werden. Bei der Thrombozytopenie müssen bei Unterschreitung von 10.000/µl Thrombozyten-Konzentrate verabreicht werden. Dadurch normalisiert sich die Blutgerinnung wieder.

Bei der Agranulozytose erfolgt in der Regel eine Infektionsprophylaxe. Zudem kann die Produktion der weißen Blutkörperchen durch die Gabe von Granulozyten-Wachstumsfaktoren angeregt werden. Da die exakte Ursache der Hashimoto-Thyreoditis nicht bekannt ist, ist die Erkrankung derzeit noch nicht heilbar. Die Behandlung erfolgt also rein symptomatisch durch orale Einnahme von Schilddrüsenhormonen.

Auch der Morbus Basedow wird anfangs medikamentös behandelt. Hier kommen Thyreostatika zum Einsatz. Aufgrund der schweren potenziellen Nebenwirkungen sollte diese Therapie nicht länger als ein Jahr durchgeführt werden. Nach der medikamentösen Therapie folgt die Radiojodtherapie oder die operative Entfernung der Schilddrüse.

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Vorbeugung

Der Allergie vom Typ II lässt sich nur sehr schwer vorbeugen. Insbesondere Typ IIb kann nicht verhindert werden, da die auslösenden Mechanismen bisher noch nicht bekannt sind. Allergien vom Typ IIa lassen sich auch nur bedingt verhindern. Es gibt zwar Medikamente, bei denen Typ-II-Allergien häufiger auftreten als bei anderen, insgesamt sind diese Reaktionen aber eher selten. Vor der Therapie sollte also stets eine Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen.

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