Typ-I-Allergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Dezember 2016
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Bei der Typ-I-Allergie handelt es sich um die Allergieform, die am häufigsten auftritt. Synonym zum Begriff Typ-I-Allergie wird auch die Bezeichnung Allergie vom Soforttyp verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Typ-I-Allergie?

Bei der Typ-I-Allergie treten die Symptome sehr schnell nach dem Allergenkontakt auf. Meistens zeigen sie sich innerhalb von Minuten oder gar Sekunden. Grund dafür ist, dass bei Typ-I-Allergien das Immunsystem auf das betreffende Allergen direkt eine Reaktion zeigt. Diese schnelle Reaktion spiegelt sich auch in der synonymen Bezeichnung "Allergie vom Soforttyp" wieder. Es kommt bei der Typ-I-Allergie also im Allgemeinen zu einer allergischen Sofortreaktion. Dadurch unterscheidet sich dieser Allergietyp von den drei weiteren Typen einer Allergie.

Damit überhaupt eine Typ-I-Allergie auftreten kann, muss die betreffende Person mindestens einmal Kontakt mit dem entsprechenden Allergen gehabt haben. Dieser Erstkontakt verläuft in der Regel gänzlich ohne Symptome und wird auch Sensibilisierung genannt. Der Allergenkontakt veranlasst die zur Immunabwehr zählenden TH2-Helferzellen dazu, Interleukin 4 auszuschütten. Interleukin 4 ist eine Botensubstanz, die B-Zellen aktivieren kann. Die aktivierten B-Zellen produzieren in der Folge Antikörper vom Typ IgE, welche spezifisch gegen das Allergen gerichtet sind. Indem die IgE-Antikörper an basophile Granulozyten sowie an Mastzellen binden, werden sie zu zellständigen Antikörpern. Kommt es im Anschluss zu einem zweiten Kontakt mit dem Allergen, so setzen die basophilen Granulozyten und die Mastzellen ihre Granula frei. Dieser Vorgang wird auch als Degranulation bezeichnet. Die Granula enthalten Stoffe, die eine Entzündungsreaktion vermitteln, darunter Histamin, Leukotriene und Prostaglandine. Sie binden an für sie spezifische Rezeptoren und lösen so für Allergien charakteristische Symptome aus.

Ursachen

Die Ursachen für das Auftreten von Typ-I-Allergien sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch einige Faktoren, die die Entwicklung einer Allergie begünstigen. Ein Faktor, der Allergien begünstigt, ist ein zu frühes Abstillen. Viele Kinder werden nicht ausreichend lange gestillt. Die Muttermilch hat jedoch einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Immunsystems. Fehlen ihre positiven Wirkungen, so treten gehäuft Allergien auf.

Weiterhin vermutet wird, dass übertriebene Hygienemaßnahmen das Auftreten von Allergien fördern. Es wird davon ausgegangen, dass das Immunsystem durch zu viel Sauberkeit vor allem in jungen Jahren nicht genügend aktiviert wird. Es ist somit regelrecht unterfordert. Klare Belege gibt es für die Bedeutung der genetischen Veranlagung zur Allergieentwicklung. Kinder, bei denen ein oder beide Elternteile Allergiker sind, haben ein signifikant erhöhtes Allergierisiko. Jedoch gibt es mehrere genetische Faktoren, die bei Allergien zusammenspielen. Diese wirken sich auch auf die Art der Krankheit aus, also ob zum Beispiel Asthma oder eine allergische Rhinokonjunktivitis entstehen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Typ-I-Allergie:

Symptomatisch werden kann eine Typ-I-Allergie auf ganz unterschiedliche Weisen. Eine häufig auftretende Typ-I-Allergie ist die allergische Rhinokonjunktivitis, die umgangssprachlich auch oft als Heuschnupfen bezeichnet wird. Sie äußert sich in klarem Schnupfen, Niesattacken und Augenjucken aufgrund einer allergiebedingten Bindehautentzündung. Diese Form einer Typ-I-Allergie geht nach einigen Jahren in vielen Fällen über in ein allergisches Asthma bronchiale. Dies ist eine chronische Atemwegserkrankung, welche sich durch anfallsweise auftretende Atemnot äußert.

Hinzu kommen ein starker Hustenreiz und ein schneller Herzschlag. Auch durch eine Urtikaria kann sich eine Typ-I-Allergie äußern. Sie wird in der Umgangssprache Nesselsucht genannt und zeigt sich durch Quaddelbildung und Rötung an einzelnen Körperstellen oder aber am gesamten Körper. Die Urtikaria geht mit starkem Juckreiz einher. Schließlich zählt noch das Quincke-Ödem oder Angioödem zu den Allergien vom Soforttyp. Es tritt sehr plötzlich in Form einer prallelastischen Schwellung mit Spannungsgefühl auf. Im Prinzip ist ein Auftreten an allen Stellen des Körpers möglich.

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Diagnostiziert werden kann eine Allergie auf drei Arten: durch Hauttests, andere Provokationstestverfahren sowie durch Blutuntersuchungen. Der meistangewendete Hauttest ist der Pricktest. Hierbei werden Allergenextrakte in die Haut eingebracht und dann eine Reaktion abgewartet. Bei den weiteren Hauttestverfahren ist die Vorgehensweise ähnlich. Für die anderen Provokationstestverfahren wird der Körper auf eine andere Weise mit dem Allergen in Kontakt gebracht, beispielsweise durch ein Nasenspray. Beim Bluttest werden allergenspezifische IgE-Antikörper im Blut nachgewiesen.

Behandlung und Therapie

Allergien werden meist symptomatisch mit Medikamenten behandelt, die die Vorgänge der allergischen Reaktion hemmen. Dies sind zum Beispiel Antihistaminika wie Loratadin oder Glukokortikoide wie Prednison. Gleichzeitig sollte aber auch der Allergenkontakt vermieden werden, da es ansonsten zu einer Sensibilisierung kommen kann, was bedeutet, dass sich die Symptome der Allergie weiter verschlimmern.

Als ursächliche Therapie kann eine Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie (SIT) genannt, versucht werden. Dabei werden in langsam ansteigender Dosierung in bestimmten zeitlichen Abständen Allergene verabreicht. Insgesamt muss diese Therapie über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt werden, damit dauerhafte Erfolge möglich sind.



Vorbeugung

Vorbeugen lässt sich einer Allergie kaum. Zwar kann man bei Kindern darauf achten, es nicht mit der Hygiene zu übertreiben und sie ausreichend lange zu stillen, jedoch ist die genetische Vorbelastung ebenfalls ein entscheidender Faktor. Sollte bereits eine Allergie vorliegen, so ist auf strikte Allergenvermeidung zu achten, damit sie sich nicht verschlimmert.

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