Trommelschlegelfinger

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Dezember 2016
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Zahlreiche Erkrankungen des Körpers zeigen sich durch äußerlich sichtbare Veränderungen der Beschaffenheit der Haut, Knochen oder Weichteile, beispielsweise die so genannten Trommelschlegelfinger, die sich durch rundliche Auftreibungen der Fingerendglieder zeigen. Die Ausbildung erfolgt meist auf der Grundlage von verschiedenen Erkrankungen, also sekundär.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Trommelschlegelfinger?

Bei Trommelschlegelfingern sind die Endglieder der Finger kolbenartig aufgetrieben und weisen eine Weichteilverdickung auf. Häufig sind auch die Fingernägel in der Längsrichtung übermäßig gebogen. Dies wird als "Uhrglasnägel" bezeichnet. Trommelschlegelfinger können auf einer, aber auch auf beiden Seiten auftreten. Bei manchen Betroffenen ist die Erkrankung aufgrund einer chronischen Sauerstoffmangelverorgung der peripheren Körperregionen bereits angeboren. Der Grund hierfür sind oftmals Lungen- oder Herzerkrankungen, wobei es auch weitere mögliche Ursachen gibt.

Ursachen

Die häufigsten Ursachen für Trommelschlegelfinger sind:

  • Lungenerkrankungen

Am häufigsten werden Trommelschlegelfinger mit Uhrglasnägeln beim Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) beobachtet. Weitere Auslöser sind beispielsweise Bronchiektasen (Ausweitungen der Bronchien), Emphysem (Überblähung der Lungenbläschen), Tuberkulose (bakterielle Lungeninfektion), Mukoviszidose (angeborene Stoffwechselstörung) etc.

  • Herzerkrankungen

Die Gründe für Trommelschlegelfinger sind oftmals auch eine Herzinsuffizienz (chronische Herzschwäche, verschiedene Herzfehler, eine Entzündung der Herzinnenhaut oder Herztumoren.

Weitere Ursachen für Trommelschlegelfinger können verschiedene Erkrankungen des Verdauungstraktes sein, beispielsweise Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmerkrankung), Colitis ulcerosa, Patienten mit vielen Polypen im Dickdarm, mit Darm- oder Lymphdrüsenkrebs im Bauchraum.

Trommelschlegelfinger können sich zudem bei einer Leberzirrhose entwickeln. Das Lebergewebe geht dabei allmählich zugrunde.

Weitere Ursachen für Trommelschlegelfinger: Trommelschlegelfinger entwickeln sich manchmal auch, nachdem die Schilddrüse operativ entfernt wurde. Weitere Auslöser sind zum Beispiel die Osteomyelitis mit Amyloidose (chronische Knochenentzündung mit einer Ablagerung der veränderten Eiweiße zwischen den Körperzellen) und Tumoren im Rachenbereich. Weitere mögliche Ursachen für einseitige Trommelschlegelfinger sind beispielsweise ein Aneurysma (Ausweitung der Arterienwand), eine Lymphangitis (entzündete Lymphbahnen) und ein Pancoast-Tumor (spezielle Lungenkrebsform).

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Trommelschlegelfingers

Zu den typischen Anzeichen und Symptomen bei Trommelschlegelfingern gehören angeschwollene und vergrößerte Finger und eine Weichteilverdickung der Endglieder. Aufgrund des Sauerstoffmangels im Blut und somit im Gewebe kommt es zu einer körperlichen Reaktion, die zu den Trommelschlegelfingern führt. Die Unterversorgung trägt zur Zunahme des Knochenvolumens bei, die durch eine zusätzliche Schwellung noch verstärkt wird.

Die Fingerspitzen gehören zu den Bereichen, in welchen das Gewebe permanent beansprucht wird. Um dem zu entsprechen, wird ein zusätzliches Knochengewebe aufgebaut, das sich durch die Trommelschlegelfinger darstellt. Zudem regt eine Hypoxie die Produktion der Wachstumssubstanz an. Dieser Stoff beschleunigt die Neuentstehung von Kapillargefäßen, was einer verbesserten Sauerstoffzufuhr zum Gewebe dient. Demzufolge entstehen die Trommelschlegelfinger durch mehr Kapillaren sowie einer Zunahme des kollagenen Bindegewebes an den Fingerspitzen.

Die Endglieder verdicken sich durch diese Prozesse und als begleitende Symptome können sich außerdem noch die Uhrglasnägel entwickeln. In zahlreichen Fällen sind die Trommelschlegelfinger mit einer Zyanose (bläuliche Verfärbung der Haut sowie der Schleimhäute) kombiniert.

Diagnose

Bei vermuteten Trommelschlegelfingern wird der Arzt zunächst einmal die Anamnese (Krankengeschichte) des Patienten erheben. Das heißt, er holt in einem ausführlichen Gespräch mit dem Betroffenen wichtige Hintergrundinformationen ein. Dabei lässt er sich beispielsweise sämtliche Symptome schildern, die aufgetreten sind. Auch frühere Erkrankungen, beispielsweise wiederholte Lungenentzündungen und der Konsum von Nikotin spielen eine Rolle.

Wenn sich Trommelschlegelfinger zeigen, ist grundsätzlich eine umfassende Diagnostik erforderlich, falls die Anamnese keine ausreichenden Erkenntnisse liefert. Die Untersuchungen beziehen sich bei Trommelschlegelfingern darauf, spezielle Laborwerte des Blutes sowie des Serums zu ermitteln, Röntgenaufnahmen und eine Echokardiografie (Ultraschall des Herzens) durchzuführen, die Lungenfunktion zu kontrollieren, die Bronchienfunktion zu prüfen, eine Sputumdiagnostik (Auswurf) vorzunehmen und den Verdauungstrakt zu untersuchen.

Eine Blutgasanalyse dient dem Ziel, den Sauerstoffmangel (Hypoxie) zu erfassen. Der Arzt hört zudem den Brustkorb ab, achtet hierbei auf Herz- und Rasselgeräusche, die bei dieser Erkrankung oftmals in der Lunge auftreten. Des Weiteren sucht er nach Anzeichen für eine Anämie (Blutarmut).

Behandlung und Therapie

Die Trommelschlegelfinger können nicht direkt behandelt werden, sondern in erster Linie richten sich die ärztlichen Maßnahmen darauf, dass die Ursache, die der Auslöser für die Erkrankung ist, behandelt wird. Wenn es dadurch wieder zur besseren Bereitstellung von Sauerstoff in den Geweben kommt, vergehen die Trommelschlegelfinger in der Regel von selber. Bei der Behandlung sind grundsätzlich eine schnelle Diagnose sowie eine zeitnahe, effiziente Behandlung der auslösenden Erkrankungen notwendig.



Vorbeugung

Um die Trommelschlegelfinger vorbeugen zu können, müssen die Grunderkrankungen unbedingt vermieden werden. Ansonsten können die Betroffenen keinen direkten Einfluss nehmen. Eine indirekte Vorbeugung kann in vielen Fällen eine Grippeschutzimpfung sein, um beispielsweise Lungen- oder Herzerkrankungen zu vermeiden, die teilweise aus einer Grippe resultieren.

Des Weiteren sollte bei einer Wahrscheinlichkeit, dass Trommelschlegelfinger und Uhrglasnägel entstehen könnten, auf einen Konsum von Nikotin verzichtet werden. Die eingeschränkte Verteilung des Sauerstoffs im Blut, die durch die Erkrankungen vorliegt, darf durch das Nikotin nicht noch zusätzlich strapaziert werden, denn dies kann die Entstehung von Trommelschlegelfingern verhindern.

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