Trommelfellverletzungen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Dezember 2016
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Trommelfellverletzungen fassen Verletzungen des Trommelfells im Mittelohr zusammen, die zu einer Schädigung des Gehörs oder zur vollständigen Taubheit gehören können. Untergliedern lassen sich Trommelfellverletzungen in mechanische und chemische oder krankheitsbedingte Verletzungen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Trommelfellverletzungen?

Als Trommelfellverletzungen werden Schädigungen des Trommelfells bezeichnet. Das Trommelfell ist Bestandteil des Mittelohrs und wird von den Gehörknöchelchen bewegt, um Schallwellen zu erzeugen, die vom Innenohr in Nervenreize umgewandelt und an das Gehirn übertragen werden. Bei Trommelfellverletzungen wird das Trommelfell punktiert, perforiert oder schlimmstenfalls gänzlich zerstört.

Um jedoch Schallwellen erzeugen und übertragen zu können, muss das Trommelfell ganz sein. Zu den Trommelfellverletzungen gehören das geplatzte Trommelfell, vorübergehende oder bleibende Schäden durch (Mittel-)Ohrentzündungen oder mechanische Trommelfellverletzungen durch falsche Anwendung von Wattestäbchen und ähnlichen Gegenständen. Sie sind manchmal reversibel und vorübergehend, schlimmstenfalls jedoch bleibend.

Ursachen

Das Trommelfell ist entscheidend für die Funktion des Gehörs, ist jedoch auch sehr fragil und leicht zu verletzen. Extrem laute Geräusche, etwa durch Explosion oder auch durch zu laute Musik, können zur Trommelfellverletzung durch Reißen oder Platzen führen. In diesen Fällen ist der Schaden oft nicht mehr rückgängig zu machen. Starke, plötzliche Druckschwankungen etwa im Flugzeug können ebenfalls zum Riss im Trommelfell führen.

Gefährlich sind auch lang anhaltende Mittelohrentzündungen. Beginnen diese zu eitern, können sie das Trommelfell mit der Zeit schädigen, anfälliger für Trommelfellverletzungen machen oder es selbst durch Verätzung schädigen. Teils heilen diese Schäden wieder ab, manchmal bleibt die Funktion des Gehörs aber auch leicht beeinträchtigt. Gut steuerbar sind mechanische Trommelfellverletzungen durch falsche Anwendung von Wattestäbchen zur Reinigung des Außenohrs. Diese dürfen niemals zu tief eingeführt werden, da sie andernfalls Trommelfellverletzungen hinterlassen können.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Trommelfellverletzungen:

Die Trommelfellverletzung äußert sich normalerweise durch Einschränkung oder totalen Verlust des Gehörs auf der betroffenen Seite. Es ist selten, dass beide Trommelfelle gleichzeitig im gleichen Umfang betroffen sind, kann aber je nach Ursache vorkommen. Meistens aber spürt der Betroffene die Trommelfellverletzungen hauptsächlich einseitig. Das Gehör ist spürbar gedämpft, Sprache kann nicht mehr klar wahrgenommen werden und Umgebungsgeräusche verschwimmen.

Im Laufe einer Mittelohrentzündung passiert das schleichend und kann vorübergehend sein, die Gehörschädigung ist außerdem nicht klar einer Trommelfellverletzung zuzuordnen - sie kann auch Symptom der Entzündung sein. Bei plötzlicher Trommelfellverletzung etwa durch Druck oder sehr laute Geräusche tritt der Gehörverlust sofort auf und verändert sich danach nicht mehr oder nur sehr geringfügig. Da Trommelfellverletzungen üblicherweise nicht mehr so schnell abheilen, gibt es nach dem erstmaligen Auftreten keinen Verlauf im Sinne einer Besserung der Erkrankung.

Diagnose

Bei Verdacht auf Trommelfellverletzungen erfragt der Arzt zunächst Auftreten, Verlauf und mögliche Ursachen der Verletzung. Anschließend führt er eine Untersuchung des Mittelohrs durch und kann bereits von außen erkennen, ob Risse, Punktionen oder schlimmere Verletzungen des Trommelfells vorliegen. Zum Einsatz kommt das Otoskop, mit dem der Arzt bis ins Mittelohr blicken kann, ohne das Gehör zu schädigen. Um den Grad der Schädigung herauszufinden, greift der Arzt auf Untersuchungen der Hörfunktion zurück.

Behandlung und Therapie

Trommelfellverletzungen sind deswegen so gefürchtet, da sie in vielen Fällen nicht reversibel sind und die Schädigung des Gehörs dauerhaft ist. Ob und wie gut Trommelfellverletzungen behandelbar sind, hängt vom Grad der Schädigung und des Gehörverlusts ab. Leichte Risse oder eingekrempelte Ränder einer Verletzung werden unter Sicht geglättet, durch das Auflegen einer Folie auf das Trommelfell wird es in seiner Selbstheilung unterstützt und das Gehör kann bis dahin gebessert werden.

Kleinste Trommelfellverletzungen heilen oft von alleine wieder ab und die Hörfunktion kann durch ohrenärztliches Eingreifen wiederhergestellt werden. Bei einer Mittelohrentzündung verschreibt der Arzt Antibiotika und der Patient muss das Ohr so trocken und sauber wie möglich halten. Es folgt eine Abschlussuntersuchung, um mögliche Trommelfellverletzungen zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln. Heilt die Trommelfellverletzung nicht binnen weniger Wochen von selbst ab, kommt ein operativer Verschluss in Frage.

Ist keine Heilung des Trommelfells möglich, da es zu schwer geschädigt ist, kommt eine Rekonstruktion in Frage. Auf diese Weise wird die Trommelfellverletzung operativ so weit wie möglich korrigiert, je nach Grad der Schädigung auch mit künstlichen Maßnahmen. Nach einer Rekonstruktion sollte das Gehör größtenteils wieder hergestellt sein, die Rückkehr zum normalen Hören dauert jedoch auch nach der OP noch Tage und Wochen.



Vorbeugung

Einer Trommelfellverletzung beugt man am besten durch Vorsicht bei der Ohrpflege sowie durch die Vermeidung lauter Geräuschquellen vor. Vor allem bei der Arbeit ist Gehörschutz in Form von Gehörschutzkapseln oder -stöpseln Pflicht. Diese schützen vor lauten Geräuschquellen und vor schleichender Schädigung des Gehörs.

Weiterhin sollten Patienten bei einer Mittelohrentzündung unverzüglich einen Arzt aufsuchen, der darüber entscheiden kann, ob zum Schutz vor Trommelfellverletzungen Antibiotika und weitere Behandlungsschritte erforderlich sind.

Bei diversen Sportarten wie dem Tauchen sollte in diesem Zusammenhang ebenfalls immer die richtige Schutzausrüstung angelegt werden, um Verletzungen des Mittelohrs zu verhindern.

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