Trockener Mund (Mundtrockenheit, Xerostomie)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 24. März 2015
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Ein trockener Mund oder Mundtrockenheit (Xerostomie) entsteht durch eine Unterversorgung der Mundschleimhaut mit Speichel. Im Alltag kann es häufiger dazu kommen, dass ein trockener Mund auftritt. Dieser Zustand kann gelegentlich oder nur vorübergehend bestehen und lässt sich durch ausreichend Flüssigkeit schnell wieder beheben. Mundtrockenheit kann aber auch als Nebenwirkung eines Medikaments oder als Symptom verschiedener Krankheiten auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Mundtrockenheit (Xerostomie)?

Ein trockener Mund (Mundtrockenheit) ist sowohl in der Schulmedizin als auch in der Alternativmedizin als sogenannte Xerostomie bekannt und kann auf verschiedene Krankheitsbilder hindeuten. Der Speichel besitzt eine wichtige und Abwehr- Reinigungsfunktion (Enzyme) und schützt so vor verschiedensten Erregern (Bakterien).

Insbesondere eine chronische und langanhaltende Speichelunterproduktion kann zu weiteren Beschwerden führen. Mundtrockenheit bezieht sich ausschließlich auf eine trockene Mundhöhle und beinhaltet nicht die Lippen. Oftmals wird ein trockener Mund als eine subjektive Wahrnehmung der Betroffenen bezeichnet und tritt zunächst nicht durch eindeutige, äußerlich sichtbare Beschwerden zutage.

Ursachen

Ein trockener Mund (Mundtrockenheit) kann ganz unterschiedliche Auslöser haben, die nicht in jedem Falle in der allgemeinen Befindlichkeit und der körperlichen Konstitution der Patientinnen oder Patientinnen liegen. Auch äußere Einflüsse tragen dazu bei, dass sich ein Trockener Mund ausprägen kann.

Als hervorstechende Gründe kommen verschiedene Medikamente und eine zu geringe Produktion von Speichel in Frage, wodurch eine Xerostomie entstehen kann. Natürlich ist eine unzureichende Zufuhr von Flüssigkeit eine Ursache, wodurch ein trockener Mund eine ganz normale Folge sein kann. Gerade bei älteren Menschen, bei denen das Durstempfinden stark eingeschränkt ist, kann meist ein trockener Mund beobachtet werden.

Mundtrockenheit kann in Folge einer Unterfunktion der Speicheldrüsen, von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, verschiedener Tumore und einer HIV-Infektion sowie AIDS und Störungen des Hormonhaushaltes auftreten. Erkrankungen wie Rheuma und der Psyche sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden, wenn ein trockener Mund dauerhaft auftritt.

In starken Stresssituationen, die vor dem Hintergrund einer psychischen Erkrankung stattfinden, entwickelt sich ebenfalls eine Xerostomie. Für zahlreiche Medikamente, zu denen vorrangig Antidepressiva verschiedener Arten, harntreibende Medikamente sowie Schmerzmittel und Asthma- und Inhalaltionsmedikamente gehören, ist Mundtrockenheit eine typische Begleiterscheinung.

Als Resultat von medizinischen Behandlungen wie Chemo- oder Bestrahlungsverfahren sowie nach einer Blutwäsche (Dialyse) ist ein trockener Mund oft beständig zu beobachten.

Diagnose und Verlauf

Mundtrockenheit wird zunächst von den Betroffenen selbst als unangenehmes und belastendes Gefühl geäußert. Ständig anhaltendes Durstgefühl und eine verringerte Ruhespeichelfließrate gilt als diagnostischer Hinweis. Um dies festzustellen, führt der Arzt neben umfangreichen körperlichen Untersuchungen und Labortests einen sogenannten Speichelfließtest durch. Relevante Untersuchungen sind ebenfalls die Prüfungen der Sekretionsfähigkeit einzelner Drüsen. Mundtrockenheit kann durch eine erweiternde Begutachtung der Mundhöhle, der Nase und der Augen zusätzlich diagnostiziert werden.

Behandlung und Therapie

Ein trockener Mund muss kein Dauerzustand bleiben. Sobald die ursächlichen Auslöser gefunden und eindeutig diagnostiziert worden sind, kann ein trockener Mund erfolgreich behandelt werden.

Eine Xerostomie kann in zweifacher Hinsicht therapiert werden. Ist die Ursache für einen trockenen Mund eine andere Vor- oder Begleiterkrankung, wird diese zunächst therapeutisch angegangen. Handelt es sich um Medikamente, deren Nebenwirkung ein trockener Mund ist, kann möglicherweise ein Wechsel auf eine andere Wirkstoffkomponente erfolgen.

Mundtrockenheit kann auch durch eigenes Zutun der Betroffenen gelindert werden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr zuckerarmer Getränke und eine Reduzierung salzarmer Speisen können hilfreich sein. Durch ein stetiges Anfeuchten des Mundes oder das Lutschen von Bonbons kann ein trockener Mund weniger belastend sein. Um den Speichelfluss anzuregen, empfehlen die Mediziner und Pflegekräfte die Anwendung von Zitronen- oder Lemonstäbchen, soweit dies möglich ist. Zitronensäure regt die Produktion des Speichels an.

Verschiedene Arzneimittel wie Carboxylmethylcellulose und Hydroxyethylcellulose werden als sogenannte synthetische Speichel eingesetzt. Eine Xerostomie kann ebenfalls sehr gut mit gelartigen, flüssigen oder gasförmigen Arzneistoffen behandelt werden, welche direkt in die Mundhöhle eingebracht werden. Als Wirkstoffe in diesen Erzeugnissen gehören spezielle Eiweißstoffe, die als Enzyme bekannt sind und in Form von Lactoferrin eingesetzt werden können. Diese Substanzen wirken zudem nachhaltig.

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Vorbeugung

Die unangenehmen Erscheinungen und die Folgen, die ein trockener Mund mit sich bringen kann, sind relativ einfach vermeidbar, wenn schon einfache Lebensgewohnheiten umgestellt werden. Durch das Reduzieren eines übermäßigen Koffein- und Tabakgenusses kann einem dauerhaft trockenen Mund vorgebeugt werden.

Durch einen Verzicht auf Medikamente oder therapeutische Verfahren, die durch einen Mundtrockenheit gekennzeichnet sind, kann in einem gewissen Umfang eine Vorbeugung erfolgen. Dies hängt jedoch immer von der Notwendigkeit und vom Bestehen alternativer Therapieverfahren ab.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ein schneller Ersatz von verlorengegangener Flüssigkeit zum Beispiel bei starkem Schwitzen oder Fieber ist ebenfalls grundlegend.

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