Trockene Nase

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. Mai 2017
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Eine trockene Nase ist unangenehm und schmerzhaft, kann aber auch Indikator für eine ernsthafte Erkrankung sein. Wenn die Ursachen der Beschwerden gefunden sind, ist es möglich schnell Abheilung zu verschaffen. Beispielsweise durch Luftbefeuchter oder Salzlösungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine trockene Nase?

Eine trockene Nase bezeichnet die Austrocknung der Nasenschleimhäute, was zu Reizungen und Entzündungen führen kann. Die Nase und vorderen Atemwege sind bei einer Krankheit oder Infektion häufig als erstes betroffen. Die Nase ist eine leichte Eintrittsmöglichkeit für Bakterien oder andere Erreger, um in den Körper zu gelangen.

Eine gesunde Nasenschleimhaut hält solche Eindringlinge davon ab. Auch wenn eine trockene Nase selbst keine größere Bedrohung für die Gesundheit darstellt, gibt es eine Reihe von Erkrankungen, die durch eine trockene Nase entstehen können. Es ist daher wichtig auf die Symptome zu reagieren, und die Ursache für den Rückgang der Feuchtigkeit in der Nase zu finden.

Ursachen

Viele Faktoren können zu einer trockenen Nase führen. Dazu zählen die Reizstoffe aus der Umwelt (z.B. Feinstaub), eine Erkältung (Schnupfen), Nebenwirkungen einer Medikation, oder das „Empty Nose Syndrom“ (meist Folge einer operativen Entfernung von Gewebe der Nasenmuschel). Im Allgemeinen führt sehr trockenes oder feuchtes Wetter zur Austrocknung bestimmter Bereiche des Körpers (Augen, Hals, Nase).

Eine weitere Ursache für eine trockene Nase kann das Sjögren-Syndrom sein. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Autoimmunerkrankung, in deren Verlauf die Immunzellen gesunde Speichel- und Tränendrüsen angreifen. Das Syndrom tritt eher bei Frauen nach Eintritt der Wechseljahre auf.

Die Menopause führt auch zu einem Rückgang der Collagen Bildung, was zu Störungen im Feuchtigkeitshaushalt in Augen, Rachen und der Nase führt.

Neben einfachen Atemwegserkrankungen und seltenen Erkrankung wie dem Sjögren-Syndrom kann eine trockene Nase aber auch auf zu hohen Blutdruck oder andere gesundheitsgefährdende Beschwerden zurückzuführen sein. Bei dauerhafter trockener Nase sollte daher ein Arzt aufgesucht werden.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

In den meisten Fällen muss bei einer trockenen Nase kein Arzt aufgesucht werden. Oft ist der Patient selbst für das Symptom verantwortlich und kann es durch Selbstmaßnahmen relativ einfach beheben. Die trockene Nase tritt vor allem im Winter auf, wenn die Luft in der Wohnung oder in den Büroräumen warm und trocken ist. Hier hilft es, die Räume oft zu lüften, damit die Luft Feuchtigkeit von Außen aufnehmen kann. Ebenso helfen regelmäßige Nasenduschen mit Kochsalz oder Nasensprays aus der Apotheke.

Ein Arzt sollte dann aufgesucht werden, wenn die trockene Nase dauerhaft auftritt und auch im Sommer vorhanden ist. Ebenso ist die Behandlung durch den Arzt dann notwendig, wenn Nasensprays gegen die trockene Nase nicht helfen. Hier kann es sich um eine Infektion in der Nase handeln. Durch die trockene Nase ist das Immunsystem allgemein anfälliger auf Infekte und Entzündungen und sollte in diesem Fall besonders geschützt sein. Das Aufsuchen eines Arztes ist daher nur dann sinnvoll, wenn die Selbsthilfemaßnahmen nicht erfolgreich waren und das Symptom mit weiteren Beschwerden verbunden ist. Dazu gehört auch die verminderte Aufnahme von Luft, die zu Atembeschwerden führen kann.

Diagnose und Verlauf

Es gibt einige unangenehme Symptome, die während einer trockenen Nase eintreten können. Falls diese starken Nebenerscheinungen bereits eingetreten sind, sollte gegen die Austrocknung vorgegangen werden. Zu diesen Symptomen zählen:

  • kleine Verletzungen und Risse in den inneren Rändern der Nasenlöchern
  • Hautirritationen in und an der Nase
  • starkes Jucken in der Nase
  • Anschwellen der Nase
  • Trockenheit in Rachen und Mund
  • Sehstörungen ausgelöst durch Austrocknung der Augen
  • Verengung der Nasengänge.

Wenn der Betroffene deutliche Beschwerden und Schmerzen beim Schlucken oder Atmen bekommt, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird anschließend eine genaue Untersuchung der inneren Nasenbereiche vornehmen, um den Grad der Trockenheit zu bestimmen, und ob sich bereits Entzündungen gebildet haben. Falls neben der trockenen Nase noch andere Symptome auftreten, oder der Verdacht auf eine ernste verursachende Erkrankung besteht, folgen weitere Formen der Diagnostik. Hierzu zählen beispielsweise eine Analyse der Schleimhäute oder einer Blutprobe.

Komplikationen

Eine trockene Nase kann selbstverständlich auch verschiedene Komplikationen hervorrufen, die in der Regel von einem Arzt oder mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden sollten. Durch häufiges Nase putzen gelangen Bakterien sehr schnell in den menschlichen Körper, sodass es zu einem Infekt kommen kann. Die Folgen sind verschiedene Erkältungssymptome wie zum Beispiel Fieber, Schüttelfrost, allgemeines Unwohlsein oder auch Erbrechen. Wer diese Komplikationen ohne ärztliche Versorgung lässt, der geht ein großes Risiko ein. Die einzelnen Krankheitsbilder können sich unter Umständen immens verschlimmern, sodass es zu einem grippalen Infekt kommt. Ist es bereits so gekommen, so muss zwingend ein Arzt aufgesucht werden.

Eine trockene Nase kann außerdem auch eine Entzündung hervorrufen. Da die Nase ideale Bedingungen für Bakterien und Krankheitserreger bietet, besteht die Gefahr einer Entzündung. In einigen Fällen bildet sich sogar ein Abszess, der mit Eiter gefüllt ist. Bleibt diese Komplikation ohne jegliche Behandlung, so besteht sogar die Gefahr einer Blutvergiftung. Die Bakterien gelangen in den Blutkreislauf und verbreiten sich im gesamten Körper. Wer jedoch auf entsprechende Medikamente zurückgreift, der kann diese Komplikation frühzeitig bekämpfen und eindämmen. Aus diesem Grund sollte ein Arztbesuch nicht auf die lange Bank geschoben werden. Diverse Komplikationen können nämlich der richtigen Behandlung vermieden werden.

Behandlung und Therapie

Auch wenn eine trockene Nase keine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit darstellt, wollen die Betroffenen die unangenehmen Nebeneffekte schnell wieder los sein. Um die Schleimbildung in der Nase zu regenerieren, ist es wichtig, die Ursachen für die trockene Nase zu finden. Nur so kann eine passende Behandlung gefunden werden. Viele Betroffene benutzen beispielsweise auch ein Medikament (Nasenspray, Nasentropfen), das zur Austrocknung führt.

Es folgt eine Liste der Möglichkeiten, mit denen eine trockene Nase behandelt werden kann. Diese Mittel sind jedoch als additiv zu betrachten. Sie heilen nicht eine tieferliegende Erkrankung, auf die die trockene Nase zurückzuführen ist.

  • Luftbefeuchter – ein Luftbefeuchter kann eine gute Lösung sein, um ein gesundes Raumklima zu bilden, in dem sich die trockene Nase erholen kann.
  • Vaseline – eine geringe Menge Vaseline, aufgetragen im inneren Nasenbereich, kann zur Behandlung der trockenen Nase beitragen. Zudem hilft es bei der Heilung trockener Risse und Verletzungen.
  • Sesamöl oder Feuchtigkeitscreme – auch diese Präparate helfen bei der Heilung und Behandlung
  • Salzlösung – heilende Salzlösungen sind in Drogerien und Apotheken zu erhalten. Können aber auch selbst hergestellt werden: einfach einen Teelöffel Salz in einem Glas Wasser auflösen. Die Lösung anschließend mit einer Pipette in die Nase tropfen und vollständig wieder herauslaufen lassen.
  • Saunabäder – auch leichte Saunabäder mit regelmäßigen Aufgüssen haben einen heilenden Effekt, ähnlich wie ein Luftbefeuchter.



Vorbeugung

Um einer trockenen Nase vorzubeugen, ist es wichtig, dass der Körper immer mit genügend Flüssigkeit versorgt ist. Regelmäßiges und ausreichendes Trinken von Wasser, Tee oder verdünnten Fruchtsäften. Im Winter führt trockene Heizungsluft häufig zur Austrocknung der Schleimhäute. Regelmäßiges Lüften und die Installation eines Luftbefeuchters können hier effektiv und präventiv wirken. Anfällige Personen sollten eine Salzlösung in Sprayform bei sich führen, um die trockene Nase in Zeiträumen hoher Anfälligkeit zu bekämpfen.

Bücher über Nasenbeschwerden

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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