Trichomoniasis (Trichomonaden-Infektion)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Dezember 2016
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Die Trichomoniasis (Trichomonaden-Infektion) ist eine sexuell übertragbare Infektionskrankheit, die von Trichomonaden verursacht wird. Die Erreger rufen in der Scheide und der männlichen Harnröhre eine Entzündung hervor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Trichomoniasis (Trichomonaden-Infektion)?

Die Trichomoniasis (Trichomonaden-Infektion) gehört zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen, auch sexually transmitted diseases genannt (STD). Die Trichomoniasis ist weltweit betrachtet die häufigste sexuell übertragbare Infektion (STI). Verursacht wird die Erkrankung durch Trichomonas vaginalis. Der Erreger gehört zu den Trichomonaden. Trichomonaden sind Protozoen, also kleine Urtierchen. Sie nisten sich bei Männern bevorzugt in der Prostata, der Harnröhre und unter der Penisvorhaut ein. Bei Frauen befallen sie meist die Harnröhre, die Harnblase oder die Gebärmutter.

Ursachen

In der Regel werden Trichomonaden durch Vaginalsex, das heißt durch Eindringen des Penis in die Scheide, übertragen. Eine Infektion entsteht aber meist nur, wenn der Verkehr ungeschützt, also ohne Kondom, erfolgt. Eine Trichomonaden-Infektion kann auch über ungeschützten Analsex oder die gemeinsame Nutzung von Sexspielzeug ohne Kondom erfolgen.

Ebenso ist eine Infektion über gemeinsam genutzte Handtücher oder beim Petting denkbar. Außerhalb ihres Lebensraumes sind Trichomonaden allerdings nicht lange lebensfähig. Sie sterben an der Luft relativ schnell ab. In seltenen Fällen können die Protozoen auch während der Geburt übertragen werden. Diese Übertragungsart ist mit einer Übertragungsrate von 2 bis 15 Prozent aber eher selten. Östrogenmangel in der Scheide, eine beeinträchtigte Vaginalflora oder eine bakterielle Infektion der Scheide verdoppeln das Risiko an Trichomoniasis zu erkranken.

Auch Erkrankungen, die mit einer Supprimierung des Immunsystems einhergehen, stellen einen Risikofaktor dar. Zu diesen Erkrankungen gehören zum Beispiel Diabetes mellitus, eine HIV-Infektion oder Krebserkrankungen. Statistisch betrachtet sind Infektionen mit Trichomonaden bei Personen mit niedrigem sozioökonomischen Status und häufig wechselnden Geschlechtspartnern vermehrt zu finden. Zudem spielt mangelnde Hygiene eine Rolle.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Trichomoniasis (Trichomonaden-Infektion):

In vielen Fällen, vor allem bei Männern, zeigt die Trichomoniasis keine Symptome. Bis zu 85 % aller infizierten Person bleiben symptomfrei. Bei den anderen 15 % kommt es zwei Tage bis drei Wochen nach der Übertragung zu den ersten Beschwerden. Da die Trichomonaden gerne in der Harnröhre oder der Blase sitzen, gehört Brennen beim Wasserlassen zu den Kardinalsymptomen. Männer bleiben in der Regel symptomlos, in wenigen Fällen lässt sich eine entzündete Eichel beobachten.

Bei Frauen erscheint zudem ein dünnflüssiger, gelblicher Schleim. Dieser ist sehr übelriechend, da sich in dem Sekret neben den Erregern auch Bakterien und Eiterzellen finden. Zusammen mit dem Ausfluss tritt oft auch ein quälender Juckreiz auf. Durch die Entzündung kann es zu einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit (Infertilität) kommen. Zu beachten ist, dass Frauen und Mädchen, die an einer Trichomoniasis leiden, ein erhöhtes Risiko haben sich mit HIV zu infizieren.

Die Trichomonaden bilden kleine Ausläufer, die sich in das Gewebe der Vaginaschleimhaut bohren. Es kommt zu kleinsten Zelluntergängen der Vaginalhaut. In Folge entstehen sehr kleine punktförmige Narben. Diese bilden eine Eintrittspforte für das HI-Virus. Das erhöhte Risiko einer HIV-Infektion bleibt auch nach Abheilen der Trichomoniasis bestehen. Eine unbehandelte Infektion kann bei Frauen vor allem in späteren Schwangerschaften Folgen haben. So kann es beispielsweise zu Fehlgeburten kommen.

Bei Verdacht auf eine Trichomonaden-Infektion sollten Frauen den Gynäkologen und Männer den Urologen aufsuchen. Dort werden zunächst die Geschlechtsteile und die Harnwege untersucht. Eventuell zeigen sich Rötungen, Schwellungen oder Eiterbildung. Bei Frauen werden die Scheide und der Muttermund zudem mit einem Mikroskop untersucht. Diese Untersuchung bezeichnet man auch als Kolposkopie. Bei bis zu 16 % der betroffenen Frauen ist der Befund jedoch unauffällig.

Um die Diagnose zu sichern bzw. um eine Infektion wirklich ausschließen zu können muss ein Vaginalabstrich durchgeführt werden. Das dabei entnommene Sekret wird unter dem Mikroskop untersucht. Beim Mann wird Harnröhrensekret oder Urin untersucht. Zur Diagnosesicherung können die Trichomonaden unter dem Mikroskop angefärbt werden. Alternativ kann mittels PCR die DNA der Protozoen nachgewiesen werden. Da Trichomonaden-Infektionen häufig mit anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen einhergehen, sollten auch diese Erkrankungen bei der Diagnostik mitbedacht werden.

Behandlung und Therapie

Therapie der Wahl bei einer Trichomoniasis ist die Gabe von Antibiotika. Häufig ist eine einmalige Gabe des Antibiotikums Metronidazol ausreichend. Bei schwereren oder wiederholten Infektionen wird die Antibiotikagabe entsprechend verlängert. Während der Behandlung ist Alkohol absolut kontraindiziert. Vorsicht ist in der Schwangerschaft geboten. Hier darf der Einsatz von Metronidazol nicht leichtfertig erfolgen.

Bei der Therapie sollte immer auch der Partner mitbehandelt werden. Erfolgt keine Therapie des Partners, kommt es zum sogenannten Ping-Pong-Effekt. Ist der Partner auch infiziert und wird nicht behandelt, wird beim ursprünglichen Patienten durch erneuten ungeschützten Geschlechtsverkehr nach der Therapie eine Reinfektion ausgelöst.

Häufig wird diese Reinfektion als Rezidiv fehlinterpretiert. Eine Untersuchung und gegebenenfalls eine Therapie des Partners sind also obligat. Auch frühere Geschlechtspartner sollten über die Trichomonaden-Infektion informiert werden. Sie könnten stiller Überträger, das bedeutet Krankheitsträger ohne Symptome, sein und andere Menschen so anstecken.



Vorbeugung

Wichtigster Schutz gegen Trichomonaden sind Kondome. Vaginal- und Analsex sollten immer nur geschützt erfolgen. Auch beim Teilen von Sexspielzeug sollten stets Kondome verwendet werden.

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