Triathlon

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. November 2014
Gesundpedia.deSportarten Triathlon

Der Triathlon ist eine Ausdauersportart. Der Triathlon besteht aus einem Mehrkampf in den verschiedenen Disziplinen Schwimmen, Radfahren sowie Laufen. Ein besonderes Merkmal des Triathlons ist das unmittelbare Aufeinanderfolgen der drei unterschiedlichen Disziplinen. Insbesondere die Wechsel zwischen den Disziplinen sind bedeutend. Diese zu gestaltenden Übergänge zwischen den einzelnen Disziplinen sollten in diesem Zusammenhang so kurz wie möglich gehalten sein, damit der Körper so schnell wie möglich auf die neue Belastung eingestellt wird.

Inhaltsverzeichnis

Wechsel im Triathlon

Aus der Sicht der drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren sowie Laufen wird deutlich, dass nur eine optimale leistungsstrukturelle Beziehung der drei Teildisziplinen ein hohes Gesamtresultat ermöglicht. Die Kombination der Disziplinen mit den entsprechenden Wechseln innerhalb des Wettbewerbs, wirft eine Reihe von Problemen in Bezug auf die Leistungsstruktur auf.

Dies begründet sich in der Gegebenheit, dass während des Triathlonwettbewerbs jeweils dreimal psychisch sowie physisch auf die verschiedenen Anforderungen und Aufgaben der Disziplinen Schwimmen, Radfahren sowie Laufen umgestellt werden muss.

Die Wechsel zwischen den Teildisziplinen gewinnen mehr und mehr an Bedeutung und werden schon als vierte Disziplin angesehen. Ursache ist die zunehmende Leistungsdichte bei nationalen sowie internationalen Wettkämpfen. Dies ist besonders nach dem Schwimmen zu verzeichnen. Bis zu 40 Prozent aller Starter halten sich mitunter zeitgleich in der Wechselzone auf und gehen zum Radfahren über. Für den schnellen und automatisierten Handlungsablauf in der Wechselzone gewinnt das Wechsel- und Kopplungstraining einen immer stärker werdenden Einfluss.

Ebenso gewinnt die Renntaktik im Triathlon zunehmend an Geltung. Die besseren Läufer werden nach vorn gefahren, auch bilden sich Zweckgemeinschaften schon vor dem Rennen. Voraussetzung für die Umsetzung dieser taktischen Inhalte bildet eine entsprechend hohe Schwimm- und Radleistung, um im vorderen Feld mitfahren zu können und sich somit in den Wechselphasen Vorteile zu verschaffen.

Schwimmen

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Die erste Teildisziplin ist das Schwimmen. Es ist zwar die kürzeste Disziplin im Wettkampf, jedoch für das Gesamtergebnis sehr wichtig. Eine Position im vorderen Feld nach dem Schwimmen ist nicht nur motivierend, sondern bietet auch eine bessere Gestaltung für den weiteren Triathlon.

Weiter ist zu bedenken, dass der Organismus durch die meist niedrigen Wassertemperaturen und der höheren Wärmeleitfähigkeit des Wassers viel Wärmeenergie abgeben muss. Die Gefahr einer Unterkühlung ist bei langsamen Schwimmern damit eher gegeben und würde sich nachteilig auf die weiteren Aufgaben auswirken.

Muskelzittern ist keine seltene Erscheinung einer zuvor im Wasser erlittenen Unterkühlung. Ferner wird das Schwimmen vom triathlonspezifischen Freiwasserschwimmen geprägt und unterscheidet sich vom Schwimmen im Sportbecken wesentlich.

Die Triathlonschwimmwettbewerbe finden zumeist im offenen Gewässer statt und somit ohne exakte Orientierung. Des Weiteren wird die erste Disziplin oft von niedrigen Temperaturen Salzwasser und Wellengang begleitet. Ebenfalls wird mit dem Finden einer optimalen Startposition, dem hohen Starttempo, den Positionswechseln am Start und auf der Strecke sowie dem effektiven Umschwimmen der Bojen diese erste Aufgabe geprägt.

Durch die Bedeutung eines guten Wettkampfergebnisses hat das Schwimmen als Fortbewegung in einem anderen Medium positive Wirkung auf den gesamten Organismus. Das spezifische Körpergewicht ist im Wasser geringer als auf dem Land, so dass das Schwimmen das passive Bewegungssystem, wie Knochen, Gelenke, Bänder sowie Sehnen, schont und nach einem beschwerlichem und anstrengenden Rad- oder Lauftraining kompensatorisch wirkt.

Technik Schwimmen

Schwimmtechnisch gibt es nur unwesentliche Unterschiede zum Schwimmen im Becken. Hierzu zählt sicherlich die geringere Beinarbeit auf den langen Schwimmstrecken und die Gegebenheit, dass der Rhythmus und die Atmung den oft wechselnden Bedingungen im offenen Wasser anzupassen sind. Die Kraultechnik ist die schnellste Schwimmtechnik und für den Triathlon der klar favorisierte Schwimmstil in diesem Wettbewerb. Eine ökonomische Technik, gekoppelt mit guter Beweglichkeit sind Voraussetzungen für ein effektives Ausdauertraining.

Taktik Schwimmen

Im taktischen Bereich ergeben sich jedoch wesentliche Unterschiede. Da es im Triathlon zu Massen- und Gruppenstarts kommt, muss beim hineinlaufen oder herauslaufen aus dem Wasser mit Behinderung gerechnet werden. Weiterhin ist es deutlich schwerer, bei der Vielzahl der Teilnehmer, seinen eigenen Schwimmrhythmus zu finden. Indem der äußere Rand des Teilnehmerfeldes gesucht wird, kann das Problem verringert werden.

Ein guter Schwimmer kann sich durch einen Startsprint vom Hauptfeld absetzen und ebenfalls das Problem minimieren. Ein konsequenter Kampf, um nach den Schwimmen die erste Radgruppe zu erreichen ist enorm wichtig, da abgeschlagene Fahrer gegen die Gruppe nahezu chancenlos sind.

Radfahren

Die nächste Teildisziplin ist das Radfahren. Diese hat sich nach der Windschattenfreigabe vom Einzelzeitfahren in Richtung eines Radwettkampfs gewandelt. Demzufolge haben sich auch die Anforderungen an das Rennrad gewandelt. Der Triathlet muss sich demnach verstärkt auf die Entwicklung der Schnelligkeits- und Kraftausdauerfähigkeit konzentrieren. Die Entwicklung motorischer Fähigkeiten, wie die Befähigung einer hohen Trittfrequenz sowie die Entwicklung koordinativer Fähigkeiten, wie das Fahren im Feld oder die Positionskämpfe, sind wichtige Voraussetzungen.

Die Teildisziplin Radfahren nimmt in etwa die Hälfte der allgemeinen Wettkampfzeit in Anspruch. Aus diesem Grund schlagen sich natürlich gute Radfahrleistungen überproportional im Wettkampfergebnis nieder. Die sportliche Leistung muss, anders als beim Schwimmen oder Laufen, auf einem technisch anspruchsvollen Sportgerät erbracht werden. Dies bedeutet auch, dass das Triathlonrad der Leistungsstruktur und dem Körperbau des Sportlers angepasst werden muss. Das Ziel dabei ist, ein optimales Verhältnis zwischen Größe des Luftwiderstandes und der Kraftentfaltung einerseits sowie einer entspannten, bequemen Haltung andererseits zu erreichen.

Im Training erfordert das Radrenntraining den größten zeitlichen Aufwand. In der Summierung der Trainingszeiten ist das Radfahren mindestens so groß wie das Schwimmen und Laufen zusammen. Je nach Streckenlänge ergeben sich charakteristische psychologische Beanspruchungen, die durch ein hinreichendes Training vorzubereiten sind. Während auf kurzen Etappen die Energie zu etwa 80 Prozent auf aerobem Wege verfügbar ist, erhöht sich der Anteil auf annährend 100 Prozent auf Langstreckendistanzen.

Die Radleistung wird bestimmt durch eine gute konditionelle Fähigkeit in Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit sowie Beweglichkeit. Wie viel Trainingseinheiten anteilig für die Entwicklung der Ausdauer, Kraftausdauer, Schnelligkeit sowie des Stehvermögens benötigt werden, hängt von den angestrebten Zielen und speziellen Anforderungen ab.

Technik des Radfahrens

Eine optimale Fahrtechnik und eine bestmögliche Sitzposition sind Voraussetzungen für gute Dauerleistungen. Je höher die Fahrgeschwindigkeit ansteigt, desto bedeutsamer werden die aerodynamischen Maßnahmen zur Verkleinerung des Luftwiderstandes, da der Widerstand in der Luft nicht linear, sondern quadratisch zur Geschwindigkeit ansteigt.

Das Techniktraining sollte schwerpunktmäßig im richtigen Bremsen sowie im richtigen Fahren am Berg gesetzt werden. Am Berg sollte das Rad nicht in Schlangenlinien, sondern immer in einer Linie hinauf bewegt werden, insbesondere das Vorderrad.

Grundlegende Fertigkeiten sind ebenfalls für eine gute Fahrtechnik Voraussetzung. Dazu gehört ein ökonomisches Pedalieren, eine Anpassung der Tretfrequenz und Übersetzung an das Streckenprofil durch ein rechtzeitiges und richtiges Schalten. Weiter ist eine auf den Kurvenradius abgestimmte Körperschwerpunktverlagerung sowie Pedalstellung unerlässlich. Eine aerodynamisch günstige Position auf dem Aerolenker bei hohen Geschwindigkeiten und in den Kurven sowie ein gekonntes Überspringen von Hindernissen sind ebenfalls wichtig.

Taktik des Radfahrens

Taktisch sollte nach dem zügigen Aufstieg auf das Rad ein schnelles Anfahren mit einer Leistungsabgabe oberhalb der Dauerleistungsgrenze erfolgen, um die erste Gruppe zu erreichen, zumindest aber mit dem Hauptfeld den Anschluss zu halten. Eine Orientierung im Feld sowie eine Abschätzung nach vorn und hinten ist ebenfalls vorteilhaft. Um unfallfrei und störungsarm wechseln zu können, sollte sich wenige Kilometer vor der Wechselzone eine günstige Ausgangsposition im vorderen Feld verschafft werden.

Laufen

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Das Laufen als letzte Disziplin im Triathlon hat einen Anteil von rund 30 Prozent zur Gesamtwettkampfzeit. Der Einfluss auf das Endergebnis ist allerdings bedeutend höher, als es in diesem Prozentwert zum Ausdruck gebracht wird.

Der Lauf hat für den Rennverlauf eine siegentscheidene Bedeutung erhalten. Der Rennverlauf ist in der Regel durch Tempoorientierung nach dem Wechsel vom Rad gekennzeichnet und konzentriert sich auf den Endspurt.

Die Entwicklung der Tempohärte stellt einen trainingsmethodischen Wesensgehalt dar. Die Tendenz der kürzeren Laufgeschwindigkeit über die 10 Kilometer Distanz wird vermutlich anhalten.

Die besonderen Tugenden, wie Willenkraft und Durchhaltevermögen zeigen sich hier nach den zuvor absolvierten Leistungen besonders. Nicht nur eine läuferische Leistung ist abzufordern, sondern auch eine hohe psychische Belastbarkeit ist unabdingbar, da das Laufen immer im Zustand relativ hoher Ermüdung stattfindet.

Wie viele Trainingseinheiten anteilig in die Entwicklung der Ausdauer zu investieren sind, hängt von der Laufstrecke im Wettkampf ab. Jedoch muss neben der aeroben Ausdauer je nach Wettkampfstrecke ein gewisses Potential an Kraftausdauer, Schnelligkeitsausdauer und Schnelligkeit vorhanden sein.

Während des Trainings sowie im Wettkampf sind den Belastungen angepasste Laufschuhe für gesundes und effektives Laufen elementar.

Technik des Laufens

Der Laufstil ist abhängig von den funktionell-anatomischen Voraussetzungen, die jeder einzelne Läufer mitbringt, sowie den vorausgegangenen Belastungen des Triathlon. Beeinflusst wird der Stil jedoch auch vom Gelände, den Bodenverhältnissen und dem Lauftempo.

Ein guter Laufstil äußert sich durch eine betonte Kreuzkoordination von Armen wie Beinen auch bei höherer Laufgeschwindigkeit sowie einer hohen Variabilität von Schrittfrequenz und Schrittlänge. Des Weiteren ist ein impulsstarker Abdruck bei aufgerichtetem Becken und einer stabilen Gesamtkörperhaltung auch bei steigender Ermüdung wichtig.

Laufen ist für viele Triathleten die härteste Disziplin beim Nonstopausdauerdreikampf. Hierbei schlägt für Triathleten, die Stunde der Wahrheit. Immer wieder entscheiden die läuferischen Qualitäten über eine Plazierung im vorderen Feld.

Taktik des Laufens

Taktisch sollte die überhöhte Anfangsgeschwindigkeit nach dem Wechsel gehalten werden. Ständige Orientierung im Feld und das Finden der individuell höchsten Laufgeschwindigkeit sind ebenso wichtig wie das Schaffen einer günstigen Ausgangsituation für den Endspurt. Dabei sollte sich eine richtige Taktik, ein kurzer Endsprint oder ein langer Spurt überlegt werden.

Periodisierung des Trainings

Das Training ist darauf ausgerichtet, die höchste individuelle Leistungsfähigkeit zu erreichen. Um die Herausbildung der gemäßen sportartspezifischen Leistung zu garantieren, wird das Trainingsjahr in unterschiedlich lange Zyklen eingeteilt. In diesem Zusammenhang müssen die Trainingsprinzipien immer beachtet werden.

Die Zeit vom Oktober bis zum Mai wird als Vorbereitungsperiode bezeichnet, die aus drei Perioden bestehen kann. Der Abschnitt von Juni bis September benennt sich als Wettkampfperiode. Jede Periode sollte in Mesozyklen geplant sein, in denen, bei paralleler Entwicklung leistungsbestimmender Faktoren, die essentiellen, grundlegenden Leistungsvoraussetzungen, die Grundlagenausdauer sowie die wettkampfspezifische Ausdauer trainiert werden.

Die Übergangsperiode (ÜP) nach dem letzten Wettkampf dient der psychophysischen Erholung. Hauptinhalt sollte dabei ein moderates Training in einer anderen Sportart sein, um notwendige Rehabilitationsmaßnahmen zu gewährleisten.

Vorbereitungsperiode 1

Die Vorbereitungsperiode 1 (VP 1) ist der erste Abschnitt. Dieser wird hauptsächlich für die Entwicklung grundlegender, allgemeiner Leistungsvoraussetzungen genutzt. Neben dem Erreichen eines neuen Niveaus der Grundlagenausdauer steht die Besserung der allgemeinen Ausdauer, der Kraft und der generellen Motorik im Vordergrund. Dazu kommen weitere Übungen für die Verbesserung der Beweglichkeit und der Dehnfähigkeit sowie Entspannungsfähigkeit der Muskulatur. Die sportartunspezifischen Trainingsmittel , wie Skilanglauf oder Crosslauf, dominieren.

Vorbereitungsperiode 2

In der Vorbereitungsperiode 2 (VP 2) erfolgt zunehmend, auf der Basis der aeroben Leistungsfähigkeit, der Einsatz sportartspezifischer und semispezifischer Trainingsmittel. Die Grundlagen- und Kraftausdauer steht dabei im Mittelpunkt des Trainings, dies allerdings bei höheren Geschwindigkeiten. Diese werden durch den erhöhten Anteil aerober sowie anaerober Übergangsbereiche gefördert. Dabei könnten unterstützend Klima- und Höhentraining miteinbezogen werden. Vereinzelte Wettkämpfe im Schwimmen oder Radfahren sind in dieser Periode möglich.

Vorbereitungsperiode 3

Die höchste Trainingsbelastung des Trainingsjahres wird in der Vorbereitungsperiode 3 (VP 3) erreicht. Der akzentuierte Einsatz des wettkampfspezifischen Ausdauertrainings fördert verstärkt und gezielt die Anforderungen des Wettkampfs. Dabei ist das Kopplungstraining allgegenwärtig, der Anteil der allgemeinen Trainingsmittel nimmt hingegen ab.

Wettkampfperiode 1

In der Wettkampfperiode 1 (WP 1) liegt der Schwerpunkt bei der Ausprägung der wettkampfspezifischen Ausdauer. Einzelne Aufbauwettkämpfe können für die gesteckten Ziele bestritten werden. In diesem Zeitraum sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass harte und lockere Trainingswochen einander abwechseln.

Wettkampfperiode 2

Die Wettkampfperiode 2 (WP 2) wird vom Wettkampfhöhepunkt bestimmt. Der Jahresleistungshöhepunkt wird mittels des besonderen Aufbaus einer unmittelbaren Wettkampfvorbereitung gestaltet. Zur individuellen Ausprägung der komplexen Wettkampfleistung sollten bewährte Trainingsstandards und Entlastungsphasen eingebaut werden.

Die Belastung im Wettkampfspezifischen Training sollte gegenüber dem Trainingsjahr stark ansteigen. Nur wenn in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung, die einen Zeitraum von 4-6 Wochen umfasst, die höchste individuelle Belastung realisiert wird, kann das Leistungsziel am sichersten erreicht werden.

Fazit: Triathlon ist eine hochanspruchvolle Sportart, der nicht jeder gewachsen ist. Eine Menge Training und Vorbereitung ist nötig, um überhaupt eine Chance bei den verschiedenen Wettkämpfen zu haben.

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