Traubensilberkerze

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. September 2016
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Als Traubensilberkerze wird eine nordamerikanische Heilpflanze bezeichnet. Sie eignet sich zur Behandlung von Wechseljahres- und Menstruationsbeschwerden.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Die Heilpflanze Traubensilberkerze hilft u.a. bei PMS, Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden.

Die Traubensilberkerze (Actaea racemosa) ist Bestandteil der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und gehört der Gattung Actaea an. Außerdem trägt sie verschiedene andere Bezeichnungen wie Frauenwurzel, Amerikanisches Christophskraut, Wanzenkraut, Klapperschlangenkraut, Wilde Schlangenwurzel, Traubenförmige Schwarzwurz oder Schwindsuchtwurzel. Die Traubensilberkerze wurde bereits von den amerikanischen Ureinwohnern zu therapeutischen Zwecken genutzt. Auch hierzulande wird sie geschätzt, weil sie sich positiv auf Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden auswirkt. Aber auch gegen andere Beschwerden lässt sie sich einsetzen. Die Bezeichnung Traubensilberkerze ist dem Blütenstand der Pflanze zu verdanken, der einer Kerze ähnelt.

Vorkommen und Anbau

Die Heimat der Traubensilberkerze liegt im Osten von Kanada und der Vereinigten Staaten von Amerika. Darüber hinaus ist sie im Norden von Asien sowie auf dem europäischen Kontinent zu finden. Dabei gedeiht die Pflanze am liebsten an Stellen, die reichlich Schatten spenden, wie Wälder. Die Wuchshöhe der Traubensilberkerze liegt bei maximal 2,50 Meter. Von der Pflanze wird eine buschige, kräftig ausgeprägte Staude gebildet.

Die Traubensilberkerze zählt zu den mehrjährigen Pflanzen und ist mit einem zylinderförmigen schwarzen Wurzelstock ausgestattet, der über eine starke Verzweigung verfügt. Im Frühling gehen aus dem Wurzelstock Blätter hervor, die doppelt gefiedert sind. Die Blütezeit der Traubensilberkerze setzt im Juni ein und endet im September. Die Blüten weisen eine silbrig weißliche Färbung auf und verströmen einen Geruch aus, der abschreckend auf Wanzen wirkt.

Anwendung und Wirkung

Bei den therapeutisch wichtigen Inhaltsstoffen der Traubensilberkerze handelt es sich um unterschiedliche Triterpenglykoside wie Cimicifugosid und Actein. Außerdem befinden sich in der Pflanze Cimicifugasäure F, Isoflavone, Phenolcarbonsäuren sowie Fukinolsäure. Medizinisch verwendet wird vor allem die Wurzel der Traubensilberkerze. Diese lässt sich in Form von Tee oder als Tinktur darreichen, um diverse Beschwerden zu behandeln.

Zur Zubereitung eines Traubensilberkerzen-Tees werden 1 bis 2 Teelöffel mit der Wurzel mit einer Tasse heißem Wasser übergossen. Die empfohlene Ziehdauer des Tees beträgt 15 Minuten. Nach dem Abseihen lässt sich der Tee in kleinen Schlucken einnehmen. Nach einer Anwendung von sechs Wochen empfiehlt es sich allerdings, eine Therapiepause einzulegen. Im Anschluss an diesen Zeitraum ist eine erneute Behandlung möglich. Grund für die Pause ist, negative Langzeitwirkungen zu verhindern. Außerdem wird auf diese Weise die weitere Wirksamkeit der Heilpflanze gewährleistet.

Auch eine Traubensilberkerzen-Tinktur kann selbst hergestellt werden. Zu diesem Zweck wird ein Schraubdeckelglas mit der Wurzel der Traubensilberkerze gefüllt. Anschließend erfolgt das Übergießen der Wurzelteile mit Weingeist oder Doppelkorn. Nach einer Ruhezeit von zwei bis sechs Wochen findet das Abseihen der Mischung in eine dunkle Flasche statt. Die Dosis für die Traubensilberkerzen-Tinktur beträgt drei Mal am Tag 10 bis 50 Tropfen. Dabei ist auch eine Verdünnung der Traubensilberkerze mit Wasser möglich. Bis sich durch die Einnahme der Traubensilberkerze positive Wirkungen zeigen, können bis zu sechs Wochen vergehen.

Wogegen hilft die Traubensilberkerze?

Bedeutung für die Gesundheit

Medizinisch eingesetzt wird die Traubensilberkerze bevorzugt gegen Frauenleiden wie Menstruationsbeschwerden und prämenstruelle Beschwerden sowie bei Wechseljahresproblemen. So gilt die Traubensilberkerze als Phytohormon, das Ähnlichkeiten mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen aufweist. Obwohl die Traubensilberkerze aus chemischer Sicht eine andere Wirkungsweise als Östrogen aufweist, besteht ein ähnlicher Effekt wie bei weiblichen Hormonen, wodurch eine lindernde Wirkung auf diverse Frauenleiden zustande kommt.

In der Medizin heißt diese Funktionsweise Phyto-SERM (Selektive Östrogen-Rezeptor Modulation. Diese ist durch eine Abdämpfung des LHRH-Pulsgenerators innerhalb des Hypothalamus gekennzeichnet. Auf diese Weise lassen sich überschießende Effekte beim Steuern der Körpertemperatur abmildern, was wiederum Hitzewallungen entgegenwirkt, die zu den häufigsten Beschwerden in den Wechseljahren gehören. Außerdem werden Gelenk- und Muskelschmerzen, trockene Haut sowie Schlafstörungen gelindert. Ferner verringert die Traubensilberkerze eine lästige Zunahme von Gewicht.

Die Traubensilberkerze kann aber ebenso zur Behandlung anderer Leiden eingesetzt werden. So dient sie außerdem zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden bei jüngeren Frauen sowie zur Erleichterung des Geburtsvorganges, indem sie die schmerzhaften Krämpfe abschwächt. Auch außerhalb von Frauenleiden ist die Traubensilberkerze verwendbar. So verfügt die Pflanze über schmerzstillende und krampflösende Eigenschaften. Zur Anwendung kommt die Traubensilberkerze u. a. gegen Fieber, Bronchitis, Eierstockentzündungen, Halsschmerzen, Darmkrämpfe, Herzrasen, Magenkrämpfe, Migräne, Rheuma, Reizbarkeit, Rückenschmerzen, Diabetes mellitus, Myalgie und nervöse Herzbeschwerden. Weitere Indikationen sind Östrogen-Dominanz, Knochenschwund (Osteoporose), Krampfhusten, Ischiasbeschwerden, Hexenschuss, Gallensteine, Epilepsie, Melancholie, Unruhe und Übergewicht.

Ob die Traubensilberkerze sich tatsächlich positiv auf Wechseljahresbeschwerden auswirkt, lässt sich nicht genau sagen. So fallen die Untersuchungsresultate der verschiedenen Studien überaus unterschiedlich aus. Von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wird die Einnahme der Pflanze nicht empfohlen. Bei Zweifeln sollte die Einnahme der Traubensilberkerze im Vorfeld mit dem Frauenarzt besprochen werden.

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