Tränensäcke

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. März 2015
Gesundpedia.deSymptome Tränensäcke

Tränensäcke sind eine sichtbare Erschlaffung oder Anschwellung des Bereiches unter den beiden Augenlidern. Bei manchen Personen begründen sie sich in schlechten Lebensgewohnheiten. Sie können sich jedoch auch im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses bilden, auf Krankheiten hinweisen oder erblich bedingt sein. Die Therapie richtet sich nach Art der Ursache. Oft hilft bereits eine Kühlung der betroffenen Augenpartie z.B. mit einem gekühlten Teebeutel oder Teelöffel.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Tränensäcke?

Erschlaffungen und Schwellungen beider Unterliedbereiche des Auges werden als Tränensäcke bezeichnet. Häufig ziehen sich diese Schwellkörper bis zum Jochbeinansatz hin und lassen auch das Oberlid erschlaffen.

In sehr ausgeprägten Fällen entsteht am unteren Rand der Schwellung aufgrund der Erschlaffung eine Hautumschlagsfalte. Das gesamte Unterlid wird mit nach unten gezogen, wodurch zudem der rötliche innere Lidrand deutlich erkennbar wird.

Im Volksglauben hält sich noch immer der Irrtum, dass sich in Tränensäcken ungeweinte Tränen sammeln würden. Die Hautaustülpungen mögen dem Betroffenen einen traurigen Ausdruck verleihen, doch mit Depressionen hat dies nichts zu tun. Die Gründe für Tränensäcke sind so vielfältig wie die Ausprägungsformen.

Ursachen

Die Gründe für die Entstehung von Tränensäcken sind vielfältig und richten sich nach Erscheinungsform des Krankheitsbildes. Tritt die charakteristische Schwellung nur temporär auf, handelt es sich wahrscheinlich um eine morgendliche Unterliedschwellung.

Diese entsteht dadurch, dass im liegenden Zustand der hydrostatische Druck auf die Lider hoch ist. Dies kann zu Wassereinlagerungen im Gewebe führen, welches im Anschluss die markanten Anschwellungen zeigt.

Nach dem Aufstehen und dem Genuss einer Tasse Kaffee ist schnell eine Besserung zu sehen. Sind die Tränensäcke permanent, begründen sie sich häufig durch eine erbliche Disposition, entzündliche Hautkrankheiten oder schlechte Lebensgewohnheiten. So kann die Unterlidschwellung zu der Gruppe von Bindegewebserkrankungen gehören, welche vererbt werden oder in Folge einer Dermatochalasis entstehen.

Gelegentlich entwickeln sich Tränensäcke im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses. Faktoren, welche unter die Ursache - schlechten Lebensgewohnheiten gehören - sind zu wenig Schlaf, Drogenkonsum, Alkoholkonsum, Nikotingenuss und zu viel Stress. Diese Faktoren können ebenfalls das Erscheinungsbild permanente Tränensäcke hervorrufen.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose von Tränensäcken stellt sich nicht schwer dar, da sie deutlich zu erkennen sind. Deutlich schwieriger gestaltet sich hingegen die Entdeckung der individuellen Gründe für diese Anschwellung beider Unterlider. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn die Tränensäcke plötzlich auftreten und diese sich bei Berührung, wie eine pralle Ansammlung von Wasser anfühlen. Dies ist insbesondere von Bedeutung, wenn sich Gründe wie exzessives Weinen, Schlafmangel, Bindehautentzündung und Augentrockenheit ausschließen lassen.

Achtung ist auch geboten, wenn die Schwellungen nicht selbstständig verschwinden und weitere Schwellungen an anderen Körperteilen auftreten. Ein Arzt wird im Anschluss diagnostizieren, ob hinter den Tränensäcken eine unbekannte Nieren- oder Herzschwäche steckt. Während des Diagnoseverfahrens tastet der Arzt die Schwellung ab und hinterfragt die Krankengeschichte des Betroffenen sowie die Dauer des Erscheinungsbildes. Entwickelten sich die Tränensäcke über einen langen Zeitraum hinweg und fühlen sich schlaff an, wird der Arzt vermutlich eine Schwächung des Bindegewebes diagnostizieren.

Behandlung und Therapie

Meist setzen sich Tränensäcke aus einer Anschwellung und einer Fettansammlung zusammen. Die Anschwellung kann mit einigen Hilfsmitteln bekämpft werden. Für die Beseitigung der Fettansammlung ist eine Operation notwendig. So gibt es erste Maßnahmen zur Behandlung, welche sich relativ unkompliziert gestalten. Dazu gehören die Auflagen von kühlen Teebeuteln mit grünem oder schwarzem Tee und Kühlkissen.

Auch das klassische Auflegen von gekühlten Gurkenscheiben oder Teelöffeln kann sich als hilfreich erweisen. Hierzu legen sie die Gurkenscheiben bzw. den Teelöffel einfach einige Minuten in das Kühlfach ihres Kühlschanks und anschließend auf die betroffene Augenpartie.

Ferner sollten die schlechten Lebensgewohnheiten eliminiert werden und beim Schlafen eine Hochlagerung des Körpers erfolgen.

Werden vom Arzt entwässernde Maßnahmen empfohlen, müssen diese von einem Internisten begleitet werden. Ferner gibt es einige Salben, welche der Abschwellung dienen. Diese enthalten meist Kortison, was bei langer Anwendung zu einer Verdünnung der Unterlidhaut führen kann.

Begründen sich die Tränensäcke in einer internistischen Erkrankung, verschwinden sie meist bei Behandlung der Grunderkrankung. Eine operative Entfernung kommt in Betracht, wenn der Hauptgrund in den anatomischen Verhältnissen liegt. Im Rahmen dieses Eingriffes werden die Tränensäcke entfernt und die Unterlider gestrafft.

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Vorbeugung

Für manche Formen der Tränensäcke gibt es keine Vorbeugungsmaßnahmen. Dies trifft zu, wenn sie sich in Erkrankungen oder durch erbliche Faktoren begründen. Liegen die Ursachen für diese Anschwellungen jedoch im schlechten Lebenswandel, sollte auf den Konsum von Alkohol und Zigaretten verzichtet werden.

Durch eine gesunde Ernährung kann sogar den erblich bedingten Tränensäcken vorgebeugt werden. Ihre Entstehung wird dadurch hinausgezögert. Ferner kann eine spezielle Hautpflege vor der Unterlidanschwellung bewahren. Diese Pflegeprodukte machen die Haut elastischer, geschmeidiger und versorgen sie mit mehr Feuchtigkeit.

Einige Ärzte raten in diesem Zusammenhang zu Salben, welche in schwachen Konzentrationen Harnstoff enthalten. Durch die regelmäßige Anwendung verändert sich das Hautbild unter den Lidern nachhaltig und die Neigung zu Tränensäcken nimmt ab.

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