Tränendrüsen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Tränendrüsen

Die Tränendrüse zählt zu den wichtigsten Drüsen, welche mehrere Aufgaben erfüllen muss. Denn während viele Menschen der Ansicht sind, dass die Tränendrüse nur für die Produktion der Tränenflüssigkeit (im Rahmen emotionaler Vorgänge) zuständig ist, sind es weitaus mehr Aufgaben, welche die Drüse erfüllen muss.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Tränendrüse liegt am äußeren Lidrand, besteht - wie der Name schon sagt - aus einer Drüse sowie Kanälen. Im Bereich der Augenhöhle wird die Tränenflüssigkeit gebildet; die Abflüsse des Tränenkanals liegen hingegen im inneren Augenwinkel. Die Tränendrüse produziert ständig Flüssigkeit. Jene kommt etwa beim Weinen zum Vorschein, hält aber auch das Auge die gesamte Zeit feucht, sodass die Hornhaut nicht austrocknet.

Die Flüssigkeit wird durch den Lidschlag verteilt, der unbewusst und rund 10.000 Mal pro Tag erfolgt. Die Tränendrüsen machen sich im Regelfall dann bemerkbar, wenn sie ihrer Funktion nicht mehr richtig nachkommen. So können die Augen austrocknen bzw. verursacht das Blinzeln Schmerzen.

Anatomie

Die Tränendrüse setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der größte Teil der Tränendrüse liegt über dem Auge bzw. zwischen dem Auge und der Augenbraue. Der zweite Teil liegt an jener Region, an welcher sich das Augenlid und die Bindehaut treffen.

Die Abflüsse der Tränendrüse befinden sich im inneren Augenwinkel. Hier wird nicht nur die Tränenflüssigkeit aufgenommen, sondern gleichzeitig auch in die Nase weitergeleitet. Die Tränendrüse verfügt über mehrere Ausgänge, welche in weiterer Folge die Flüssigkeit in das Auge abgeben. Jene Ausgänge sind vorwiegend am unteren Augenlid lokalisiert.

Die Kanälchen selbst verlaufen oftmals getrennt voneinander, vereinen sich aber dann, wenn sie im Tränensack zueinanderfinden. Dort wird etwa die Flüssigkeit gesammelt, welche in weiterer Folge dazu dient, das Auge regelmäßig zu spülen. Danach scheidet der Mensch die Tränen über die Nase aus. Der Aufbau der Tränendrüse staffelt sich in der Drüse selbst, dem Tränensack, den Tränennasengang sowie den Tränenkanälchen.

Funktion

Die Tränendrüse ist für relativ viele Funktionen zuständig. Die Tränendrüse wird nicht nur dann reaktiviert, wenn der Mensch emotionale Momente erlebt, sondern ist für weitaus mehr Faktoren (als nur für das Weinen) zuständig. Erstmals sorgt die Drüse dafür, dass das Auge nicht austrocknet. Die permanente Produktion von Flüssigkeit sorgt dafür, dass das Auge ständig feucht bleibt. Der Lidschlag sorgt dafür, dass die Flüssigkeit regelmäßig verteilt wird.

Des Weiteren dient die Drüse auch als Art Schutz vor Fremdkörpern. Gelangt nämlich ein Fremdkörper in das Auge, produziert die Tränendrüse plötzlich weitaus mehr Flüssigkeit. Das hat etwa den Grund, dass sie etwaige Fremdpartikel rausspült bzw. so diverse Entzündungen verhindern kann. So schützt sie die Hornhaut vor etwaigen Infektionen bzw. kann - im Rahmen des Tränenfilms - Erreger abwehren und in weiterer Folge verhindern, dass diese in das Auge eindringen.

Doch die Tränendrüse ist nicht nur gegen äußere Einflüsse aktiv; so entsorgt sie abgestoßene Zellen der Hornhaut und unterstützt im weiteren Verlauf den Stoffwechsel bzw. die neue Zellenproduktion der Hornhaut.

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Erkrankungen der Tränendrüsen

Im Alltag wird die Tränendrüse - obwohl sie mehrere Funktionen übernimmt - kaum bemerkt. Dem Menschen fällt die Drüse dann auf, wenn sie erkrankt ist und nicht mehr ihre Funktionen ausüben kann. So tritt nicht nur ein Schmerz im Auge ein, sondern auch ein Fremdkörpergefühl, sofern eine unzureichende Flüssigkeitsproduktion gegeben ist. Die Grundlage für eine derartige Erscheinung ist eine hormonelle Schwankung; mitunter können auch Medikamente die Tränendrüse negativ beeinflussen.

Eine der schmerzhaftesten Erkrankungen der Tränendrüse: die Entzündung derselben. Auch wenn die Tränendrüse relativ selten unter einer Entzündung leidet bzw. der Prozess nur in Verbindung mit Viruserkrankungen auftritt, ist sie dennoch - auf Grund ihrer Schmerzen - gefürchtet. Die Entzündung der Tränendrüse kann mitunter auch ein Symptom von Pfeifferschen Drüsenfieber oder auch Mumps sein. Dabei schwillt das Lid an und das Auge ist stark gerötet.

Der Mediziner unterscheidet sodann zwischen einer chronischen und einer akuten Form. Mitunter kann die Tränendrüse auch von einem Tumor betroffen sein, wobei sich im Regelfall nur gutartige Geschwüre bilden. Nur in den seltensten Fällen entwickelt sich aus dem Geschwür Krebs. Dieser sollte jedoch - im Rahmen einer Operation - vollständig entfernt werden, sodass keine Beeinträchtigung der Tränendrüse vorliegen kann.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

tränendrüse kommentierte am 18.09.2016 um 21:34 Uhr

Ich leide seit über einem Jahr unter einem geschwollenem Augenlid. Nach MRT, Biopsie und 3 Monaten hohen Cortisongaben folgte eine unklare Tränendrüsenschwellung/Vergrößerung! Blutwerte sagen nichts über die Ursache aus. Vermutung der Radiologen ist ein Pseudotumor, Sarkoidose oder ähnliches. Rheuma oder eine vermutete Autoimmunerkrankung lässt sich durch Labor nicht greifen. War jetzt beim Röntgen (Lunge) und habe noch einen speziellen Borreliosetest machen lassen. Ergebnisse stehen noch aus. Es bestehen zum weiteren Vorgehen verschiedene Meinungen. Erste Möglichkeit, weitere kleinere Biopsie. Zweite Möglichkeit, Tränendrüse weitestgehend entfernen. Dritte Möglichkeit ist eine medikamentöse Therapie MTX oder ähnliches. Wer kann mir helfen? Verzweifle mittlerweile.

Verzweifelter kommentierte am 16.11.2016 um 10:28 Uhr

@tränendrüse:

Hallo,
ich leide seit einem Jahr an genau der gleichen Geschichte. Anfang des Jahres wurde mir ein gutartiger Tumor an der rechten Tränendrüse entfernt. Nach Überprüfung des entfernten Gewebes konnte nichts festgestellt werden. Leider hat sich im Laufe des Jahres auch eine Schwellung an der linken Tränendrüse gebildet, die nur mit Kortison gelindert werden konnte. Nach einholen von mittlerweile 4 Meinungen verschiedener Ärzte konnte mir immer noch keine klare Diagnose gestellt werden. Erst hat man mich zur Bestrahlung der Tränendrüse geschickt, was nach Meinung eines anderen Arztes das letzte wäre, was man probieren sollte.
Ich nehme seit Januar nun Kortison und möchte schnellstmöglich davon weg. Aber mit Absetzen des Kortisons, schwellen die Tränendrüsen wieder an. Hinzu kommt die permanente Trockenheit der Augen, da die Tränendrüsen keine Flüssigkeit mehr produzieren. Nun war ich gestern bei einem weiteren Arzt/Professor, der mir die MTX Therapie vorgeschlagen hat. Diese werde ich vermutlich nächste Woche beginnen in der Hoffnung, dass es irgendetwas bringt.
Keiner weiß, wie man das so wirklich behandeln soll - man fühlt sich wie ein Versuchskaninchen. Hat jemand schon ähnliches erlebt und dafür eine Lösung?