Tomatenallergie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. Mai 2017
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Eine Tomatenallergie, auch bei vielen als Histaminallergie bekannt ist, kann als einzelne Symptomatik aber auch als Kreuzallergie mit diversen anderen Auslösern auftreten. Von leichten temporären Schüben bis hin zu einer Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens und des persönlichen Wohlbefindens kann sich der Verlauf gestalten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Tomatenallergie?

Eine Tomatenallergie kann einerseits auf einer Histaminunverträglichkeit und andererseits auf einer Kreuzallergie beruhen. Teilweise wird in Fachkreisen die Meinung vertreten, dass es sich nicht um eine angeborene Krankheit, sondern um ein im Laufe des Lebens erworbenes Krankheitsbild handelt. Kreuzallergien sind vielfältig bekannt.

Ursachen

  Ist es zu einer chronischen Gastritis gekommen, muss zwischen Typ A, B und C sowie den Sonderformen unterschieden werden. Typ A ist eine autoimmune chronische Magenschleimhautentzündung und zeigt sich häufig in Begleitung von Morbus Addison, Hashimotothyreoiditis oder Diabetes mellitus Typ 1. Typ B, entstanden durch eine bakterielle Infektion (Halicobacter pylori), gilt als Hauptverursacher chronischer Gastrididen. Selten ist das Bakterium Helicobacter heilmanii, das von Hunden und Katzen übertragen wird, verantwortlich. Zwanzigjährige sind zu ca. 20 % betroffen. Ab dem 50. Lebensjahr sind ungefähr 50 % der Menschen betroffen. Die Prozentzahl geht statistisch stark mit dem Alter einher. Dieser Typ B einer chronischen Gastritis findet sich sehr häufig im Magenantrum. Dabei handelt es sich um einen Bereich zwischen dem Magenkörper sowie dem Magenausgang.

Typ C entsteht durch eine chemische Magenreizung verursacht durch beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac und Ibuprofen. Auch ein Gallenreflux (Galle wird in das Magenantrum zurückgeschwemmt) kann als Ursache infrage kommen. Mit 15 % kann von einer hohen ursächlichen Beteiligung ausgegangen werden. Deshalb sollte diese Möglichkeit im Rahmen einer eingehenden Diagnostik berücksichtigt werden. Die Sonderformen lassen sich unterteilen in Eosinophile Gastritis (allergische Form), Lymphozytäre Gastritis sowie granulomatöse Form. Verantwortlich ist lt. vielfältiger Studienlage ein Mangel an Histamin abbauender Diaminoxidase (DAO). Auch ein Ungleichgewicht zwischen der Zufuhr sowie dem Abbau des Histamins ist in Betracht zu ziehen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Tomatenallergie:

Zu den anfänglichen Symptomen zählen fast immer Bläschen und Pusteln sowie eine juckende Mund- und/oder Rachenschleimhaut. Diese Beschwerden können so stark werden, dass die Betroffenen Probleme beim Schlucken haben und in der Nacht, bedingt durch starken Juckreiz. nur schwer schlafen können. Zu den weiteren Symptomen im Zusammenhang mit einer Tomatenunverträglichkeit oder gar Tomatenallergie zählen Magenschmerzen mit (saurem) Aufstoßen sowie Übelkeit und teilweise auch Erbrechen.

Beeinträchtigungen im Tagesablauf und auf der Arbeit sind vorprogrammiert. In akuten Situationen kann es sogar zu einer temporären Arbeitsunfähigkeit kommen. Sehr häufig sind die Symptome, die sich nicht selten zu einer chronischen Gastritis entwickeln, auch mit stark juckenden Hautpartien oder juckenden Hautflächen ganzer Extremitätenbereiche, die sich zu akuten Hautreizungen oder gar Hautentzündungen weiterentwickeln, verbunden.

Manche der Betroffenen berichten auch über einen allergischen Schnupfen und eine juckende Nase. Auch über einen “Fließschnupfen“ klagen viele Menschen mit einer Tomatenallergie. In schweren Fällen kommt es zu einem anaphylaktischen Schock. Wie schwer die Allergie sich darstellt, hängt auch davon ab, ab der allergieauslösende Stoff zu langsam oder nur unvollständig abgebaut wird.

Diagnose

Wie immer, wenn Symptome vorliegen, die auf eine Krankheit, eine Unverträglichkeit oder Allergie bzw. eine vererbte krankhafte hindeuten, ist die Anamnese (Erstgespräch zwischen Arzt und Patient) von großer Wichtigkeit. Wer bereits an einer Getreide- oder Gräserallergie leidet oder allergische Reaktionen auf Mehl, Kleie oder Hülsenfrüchte zeigt, sollte bezüglich einer Kreuzallergie auf Histamin (Tomaten) getestet werden.

Nicht selten bestätigt sich der Verdacht. Eine solcher Diagnoseweg wird auch eine Unterscheidung zwischen einer Allergie und einer Intoleranz ermöglichen. Bei bestehender Intoleranz besteht das Problem in der Menge. So werden zum Beispiel Tomaten zusammen mit Käse und Rotwein häufig nicht vertragen. Bei einer Allergie besteht das Problem bereits bei einem einzigen Histamin lastigen Lebensmittel.

Spezielle labortechnische Untersuchungen (Antikörpernachweis) können bei einer unklaren Symptomatik für Klarheit sorgen. Auch mit speziellen Allergietests ist es möglich, eine Tomatenallergie herauszufinden. Weitere diagnostische Möglichkeiten eröffnen sich mit der Ausschluss- oder Provokationsdiät. Betroffene sollten kontinuierlich ein Ernährungstagebuch führen. Dies ermöglicht dem Arzt, schneller Rückschlüsse auf Auslöser aber auch auf Zusammenhänge zu erhalten.

Behandlung und Therapie

Wer an einer Tomatenallergie leidet, hilft sich am besten, indem er Tomaten und alles, was aus Tomaten hergestellt wurde, von seinem Speiseplan streicht. Dazu gehören dann auch Grundzutaten wie passierte oder geschälte Tomaten, Tomatenmark, Pizzen oder Aufläufe mit Tomaten und vergleichbare Zubereitungen. Im Gegensatz zu Menschen mit einer Intoleranz müssen Allergiker nicht auf andere Nahrungsmittel, die mit Mikroorganismen hergestellt wurden, verzichten. Das heißt, dass Sauerkraut, gereifte Käse und Hartkäse sowie Rohwurst aber auch Bier und Rotwein genossen werden dürfen.

Mit einer allergischen Reaktion ist allerdings auch beim Verzehr von Spinat, Nüssen, Erdbeeren und Zitrusfrüchten zu befürchten. Deshalb sollten auch sie nicht mehr verzehrt werden, weil sie genau wie Tomaten Histamin enthalten. Die allergenen Zusammenhänge verdeutlichen, weshalb bei einer Tomatenallergie auch von einer Histaminallergie häufig die Rede ist.

Interessant ist, dass viele allergene Lebensmittel außerhalb der Pollensaison besser vertragen werden. Auch wenn das Gemüse gekocht wird (Tomatensuppe) kann es zu einer besseren Verträglichkeit kommen. Stress aber auch der Genuss von Alkohol kann die bereits bestehenden allergischen Reaktionen verstärken. Seitens der Allergologen wird häufig zu einer Karenzkost im Rahmen einer Vermeidungstherapie geraten. Das heißt, dass entweder die allergenen Lebensmittel gemieden werden oder die auslösenden Inhaltsstoffe. Diese Therapieform sollte über ein bis drei Jahre hinweg praktiziert werden.

Die medikamentöse Behandlung stellt sich relativ vielseitig dar. So kann Antihistaminika in Tabletten-, Spray- oder Tropfenform verordnet werden. Auch abschwellende Nasentropfen tragen dazu bei, dass sich die Betroffenen besser fühlen. Mastzellstabilisatoren (Chromoglycinsäure), Beta-Sympathomimetikas sowie Cortison können die Gesamtsymptomatik verbessern. Bei einer Kreuzallergie kann unter Umständen eine Hyposensibilisierung mit einem Pollenextrakt positiv verlaufen und im Endeffekt zu einer Verbesserung des Beschwerdebildes führen.



Vorbeugung

Die Vorbeugung beginnt bereits im Säuglingsalter. Nach der Stillphase, die ungefähr vier Monate dauern sollte, beginnt die Umstellungsphase mit zum Beispiel HA-Nahrung. Wenn das Baby sechs bis acht Monate alt ist, können dann sogar Fisch und Ei gefüttert werden. Da es sich hierbei um Lebensmittel handelt, die allergen eingestuft sind, kann der kleine Organismus eine Toleranz aufbauen. Dies wird auch von der DGE empfohlen. Auch wenn der kleine Erdenbürger häufig erkältet ist, sollte sich die häusliche Hygiene in Grenzen halten. Auch darf der Kontakt zu anderen Kindern (Krabbelgruppe) nicht unterbrochen werden. Solche Infekte führen dazu, dass das Immunsystem aufgebaut und gestärkt wird. Eine wichtige Voraussetzung, um späteren Allergien vorzubeugen.

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