Thrombus

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
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Bei einem Thrombus handelt es sich um ein Blutgerinnsel, das sowohl Arterien als auch Venen betreffen und schwerwiegende Erkrankungen mit sich bringen kann. Tritt ein Thrombus auf, so muss der Betroffene sich schnellstmöglich in ärztliche Behandlung geben, damit dieser im akuten Fall sein Leben retten kann. Thromben verstecken sich zudem hinter Krankheiten wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Thrombus?

Das Wort Thrombus kommt aus dem Griechischen und bedeutet Klumpen oder Propf. Er bildet sich in einem Blutgefäß. Unter normalen Umständen ist die körpereigene Reaktion, die zur Bildung eines Thrombus führt, lebensnotwendig. Bei oberflächlichen Verletzungen sorgt der Körper dafür, dass das Blut verklumpt, damit die offene Wunde geschlossen und somit die Blutung gestoppt wird.

Tritt dieser Vorgang jedoch in gesunden Blutgefäßen auf, sind die Konsequenzen lebensbedrohlich. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei dem Thrombus also um einen Blutklumpen, der aus unterschiedlichem Material besteht. Bildet er sich in Arterien, so sind meistens Thrombozyten verantwortlich, bei Venen rote Blutkörperchen.

Ursachen

Die Ursachen für die Entwicklung eines Klumpen sind vielfältig. Es ist sowohl möglich, dass sie alleine auftreten oder eine Kombination aus mehreren darstellen. Als häufigster Grund werden eine Beschädigung der Gefäßwand, ein verlangsamter Blutfluss sowie eine überdurchschnittlich hohe Gerinnungsneigung des Blutes genannt. Diese drei Faktoren sind ebenfalls unter dem Namen Virchow-Trias bekannt. Liegt eine Thrombose der Venen, welche unter Umständen zu einer Lungenembolie führen kann, vor, so besteht das Problem oftmals in einem verlangsamten Blutfluss und einer verletzten Gefäßwand.

Bei einem Thrombus einer Arterie verweist die Diagnose ebenfalls vermehrt auf ein beschädigtes Gefäß. Diese lässt sich auf Blutfette, Kalk und Bindegewebe zurückführen, welches sich ablagert. Kommt es schließlich dazu, dass diese Ablagerungen, fachsprachlich auch unter Plaques bekannt, aufbrechen, so kann es zusätzlich zu einem Thrombus kommen, weil der Körper vermutet, eine Wunde schließen zu müssen, was schwerwiegende Konsequenzen hat.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Thrombus:

Ein Thrombus äußert sich auf unterschiedlichste Weise, abhängig davon, wo genau er sich gebildet hat. Manche Symptome treffen ebenfalls auf andere Erkrankungen zu, weshalb ein Thrombus oft zu spät diagnostiziert wird. Thromben in den Venen entstehen zum größten Teil in den Beinen oder im Becken. Sie machen sich durch plötzlich eintretende Schmerzen bemerkbar, die durch das Hochlegen des Beines eine Linderung erfahren, während sich der Schmerz bei Lösung dieser Position wie ein Muskelkater anfühlt.

Die Waden können anschwellen und der Umfang des Beins sich allgemein erhöhen. Venen, die näher unter der Haut liegen, zeichnen sich stärker ab und die Temperatur des Beins kann zunehmen. Diese Symptome treten auch auf, wenn der Thrombus im Arm liegt. Hier wird er meistens als noch schmerzhafter empfunden, wird aber seltener fehldiagnostiziert. Der Thrombus kann durch den Blutstrom mitgerissen werden und wichtige Gefäße verschließen.

Ein Thrombus in einer Arterie kann dazu führen, dass ein Organ nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Arterielle Thromben verantworten Herzinfarkte und Schlaganfälle, betreffen jedoch ebenfalls Darm oder Niere. Dementsprechend sind die Symptome hier vielfältig. Starke Bauchschmerzen, blutiger Urin, neurologische Ausfälle oder kalte, teilweise gefühllose Extremitäten weisen auf die Erkrankung hin.

Diagnose

Die Diagnose kann sich, wie bereits erwähnt, schwierig gestalten. Meistens kommt es erst zu ihr, wenn der Thrombus sich bereits gelöst und andere Gefäße wie Lunge oder Herz verstopft hat. Hilft eine Tastuntersuchung nicht weiter, so kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz. Zu ihnen gehören Ultraschall und Laboruntersuchungen durch den D-Dimer Test. Ebenfalls möglich ist eine Röntgung oder eine Computertomographie. Aufgabe des Arztes ist es, sich je nach individuellen Symptomen und Begebenheiten zügig für eine der Diagnosemethoden zu entscheiden, um bei Existenz eines Thrombus schnell einzugreifen.

Behandlung und Therapie

Wurde ein Thrombus in einer Arterie oder Vene des Patienten identifiziert, liegt das Bemühen, den Blutklumpen aufzulösen, im Mittelpunkt der Therapie. Hier führen unterschiedliche Wege zum Ziel. Je nach Größe und Fortschritt des Thrombus wird entschieden, welche Methode Anwendung findet. Die Auflösung des Gerinnsels heißt Thrombolyse und ist nur im Anfangstadium möglich, also wenn es noch nicht zu einer Embolie, einem Infarkt etc. gekommen ist.

Um den Klumpen zu lösen und somit den Blutfluss wiederherzustellen, können Medikamente verabreicht werden, welche eine weitere Blutgerinnung verhindern. Zu diesen gehört zum Beispiel Heparin. Besteht ein Venenthrombus, wird das Bein hochgelagert und mit Kompressen fest umwickelt. Weitere Möglichkeiten für einen Thrombus, der in einer Vene liegt, sind operative Verfahren. Die Stelle, an dem sich das Gerinnsel gebildet hat, wird geöffnet und auf unterschiedliche Weise entfernt. Hierbei bedient der Arzt sich an Kathetern oder befördert den Klumpen durch Druckanwendung aus der Ader hervor.

Bei arteriellen Thromben wird ähnlich vorgegangen. Meistens greifen Ärzte erst zu Blutverdünnern. Ist der Thrombus schon zu weit fortgeschritten, helfen operative Methoden dabei, ihn zu entfernen. Die Arterie wird geöffnet, zum Beispiel am Ellebogen, und der Thrombus mit einem Katheter beseitigt. Ist er zu groß, kann er vorher zerkleinert und anschließend abgesaugt werden. Verengte Gefäße werden zusätzlich erweitert, entweder durch einen Ballonkatheter oder einen Stent.

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Vorbeugung

Ein Thrombus lässt sich durch mehrere Ansätze vorbeugen. Zu diesen gehört die Vermeidung langer Episoden des Stehens oder Liegens, regelmäßige Bewegung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und der Verzicht auf Tabak. Übergewicht sollte reduziert werden und Frauen, welche die Anti-Baby-Pille nehmen besonders auf mögliche Anzeichen achten, da diese das Risiko eines Thrombus steigert.

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