Thrombozytopenie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Dezember 2016
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Bei einer Thrombozytopenie befinden sich zu wenige Blutplättchen im Blut, wodurch das Gerinnungsvermögen gestört wird. In vielen Fällen ist der Körper innerhalb kurzer Zeit in der Lage, das Problem von selbst zu beheben. Grundsätzlich richtet sich die Behandlung jedoch nach der zugrunde liegenden Ursache.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Thrombozytopenie?

Die Thrombozytopenie ist durch eine erniedrigte Zahl von Blutplättchen, den sogenannten Thrombozyten, charakterisiert. Thrombozyten erfüllen im Blut verschiedene Aufgaben und spielen eine wesentliche Rolle bei der Blutgerinnung. Gesunde Erwachsene haben etwa 150.000 bis 450.000 Blutplättchen pro Mikroliter Blut. Bei Menschen, die unter Thrombozytopenie leiden, ist diese Zahl wesentlich geringer. Befinden sich nicht genügend Thrombozyten im Blut, steigt das Risiko für Blutungen. Diese können leichte Einblutungen in die Haut sein; es kann aber auch zu lebensgefährlichen inneren Blutungen kommen.

Ursachen

Grundsätzlich werden die Ursachen für Thrombozytopenie in drei Kategorien unterteilt. Es gibt Störungen bei der Bildung der Blutplättchen, Störungen der Verteilung im Körper sowie Krankheiten, bei denen die Thrombozyten zu schnell abgebaut werden. Wird im Rahmen einer Blutuntersuchung Thrombozytopenie diagnostiziert, kommen also verschiedene Ursachen infrage. Bei Leukämie und anderen Krebserkrankungen produziert das Rückenmark teilweise nicht genügend Blutplättchen, was zur Ausbildung einer Thrombozytopenie führt.

Des Weiteren kann die Erkrankung durch eine Zerstörung der Thrombozyten im Körper durch eine Autoimmunkrankheit bzw. eine rheumatische Erkrankung hervorgerufen werden. Dabei bildet das Immunsystem Antikörper, welche die Blutplättchen zerstören. Außerdem kann die Ursache für eine Thrombozytopenie in einer vergrößerten Milz liegen, die zu viele Thrombozyten aus dem Blut filtert. Darüber hinaus sind starke Blutungen und Infektionen mögliche Ursachen. In seltenen Fällen führt die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten wie Heparin zur Verringerung der Thrombozytenzahl. Ein schwerer Vitaminmangel kann ebenso mit einer Thrombozytopenie einhergehen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Thrombozytopenie:

Bei einer leichten Erniedrigung der Thrombozytenzahl im Körper sind oft keinerlei Symptome zu beobachten. Thrombozytopenie ist selten ein chronischer Zustand. Meist tritt sie akut auf, bis das blutbildende System des Körpers die Störung wieder ausgleichen kann. Erste Symptome sind Zahnfleisch- und Nasenbluten sowie häufige Blutergüsse. Darüber hinaus kann es zu punktförmigen Hautblutungen kommen, die beispielsweise auf der Lippeninnenseite auftreten.

Besonders sensible Körperstellen wie Schleimhäute sind hauptsächlich von den Blutungen betroffen. Bei schweren Verläufen kommt es zu gefährlichen inneren Blutungen, die den Magen-Darm-Trakt oder das Gehirn betreffen. Bei einer fortgeschrittenen Thrombozytopenie kann es zum Auftreten einer Thrombose oder Lungenembolie kommen.

Wird die Thrombozytopenie früh erkannt, ist der Verlauf als positiv einzuschätzen. In einem späten Stadium ist der Mangel an Blutplättchen potenziell lebensgefährlich. Die Behandlung erfolgt in diesen Fällen stets stationär. Bei leichten Verlaufsformen ist der Körper oftmals selbst in der Lage, das Problem zu beheben und es ist mit keinen negativen Langzeitauswirkungen zu rechnen.

Diagnose

Da die Thrombozytopenie im Frühstadium zu keinen oder nur unspezifischen Beschwerden führt, erfolgt die Diagnose meist anhand einer Blutuntersuchung. Dabei werden auch die Nierenfunktion und Leberenzyme getestet. Häufig werden auch noch die Werte für Folsäure und Vitamin B12 ermittelt. Anhand der Blutuntersuchung kann eine Verringerung der Blutplättchenzahl eindeutig festgestellt werden.

Weitere Untersuchungen dienen der Ermittlung der zugrunde liegenden Erkrankung, da Thrombozytopenie ein Symptom und keine eigenständige Krankheit ist. Kann aus dem Blutbild alleine nicht auf die Ursache geschlossen werden, wird eine Knochenmarkbiopsie durchgeführt. Ist die Biopsie unauffällig, deutet dies darauf hin, dass die Blutplättchen im Körper zerstört werden. Zeigt die Knochenmarkbiopsie Auffälligkeiten, werden nicht genügend Thrombozyten produziert.

Behandlung und Therapie

Thrombozytopenie ist lediglich ein Symptom und keine eigenständige Krankheit. Aus diesem Grund wird bei der Therapie vorwiegend die ursächliche Erkrankung behandelt. Ist eine Infektion der Grund für die erniedrigte Thrombozytenzahl, ist meist keine Behandlung erforderlich. Der Körper ist normalerweise in der Lage, das Problem selbst zu beheben. Nachdem die Infektion abgeklungen ist, steigt auch die Thrombozytenzahl wieder an.

Sind bestimmte Medikamente die Ursache, müssen diese entweder abgesetzt oder durch andere Arzneimittel ausgetauscht werden. Dadurch sinkt die Zahl der Blutplättchen nicht immer weiter ab. Bei weniger als 10.000 Thrombozyten pro Mikroliter Blut werden Betroffene in ein Krankenhaus aufgenommen und stationär behandelt. So werden mögliche innere Blutungen rasch erkannt. In manchen Fällen werden auch Thrombozyten im Zuge einer Transfusion verabreicht.

Zur symptomatischen Behandlung gibt es außerdem Medikamente, welche blutungsfördernde Faktoren reduzieren und somit die Blutungsneigung herabsetzen. Andere Wirkstoffe regen die Bildung neuer Blutplättchen an. Eventuell wird die Milz entfernt, wenn diese zu viele Blutplättchen aus dem Blut filtert. Diese Maßnahme steht jedoch am Ende verschiedener Behandlungsoptionen. Die Therapie von komplexen Erkrankungen wie Krebs oder Autoimmunkrankheiten erfolgt individuell und unterscheidet sich von Patient zu Patient.



Vorbeugung

Eine gezielte Vorbeugung von Thrombozytopenie ist nicht möglich, da es sich lediglich um ein Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung handelt. Es empfiehlt sich, auf Hinweise wie häufiges Nasen- und Zahnfleischbluten sowie häufige Blutergüsse zu achten. Gelingt es, solche Anzeichen richtig zu deuten, kann früher eine Diagnose gestellt und mit der Therapie begonnen werden.

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